Monatsarchiv: Oktober 2007

Neue Begegnungen in Peru


Während im Oktober mein Buch “Begegnungen in Peru” auf der Frankfurter Buchmesse ausgestellt wurde, hatte ich die Möglichkeit zu neuen Begegnungen in Peru.
Eine positive Überraschung war übrigens der Flug von Amsterdam nach Lima, der nun direkt, d.h. ohne Zwischenstopp auf den niederländischen Antillen vor sich geht. Die Reisezeit verkürzt sich damit um 2 1/2 Stunden. Von Lima aus ging es am folgenden Tag nach Pucallpa in den Urwald. Die letzten Wochen waren dort sehr heiss gewesen und so hatte es in letzter Zeit mehrere grosse Waldbrände. Die Luft war immer noch ganz rauchig. Gott sei Dank setzte ein paar Tage später ein stärkerer Regen ein, der nicht nur die Luft säuberte sondern auch das inzwischen braun gewordene Gras wiederbelebte.
In Pucallpa hatte ich sehr gute Begegnungen und Gespräche mit mehreren Indianern, u.a. auch ehemaligen Schülern, z.B. Roman, einem Machiguenga, der am Sonntag vor meiner Abreise nach Peru ganz überraschend bei mir in Deutschland angerufen hatte! Auffallend ist auch, dass die Indianer immer mehr das Internet und E-Mail entdecken. Ich denke, dass ich in Zukunft regelmässiger Post aus Peru erhalten werde…
Besonders gefreut habe ich mich, Jeiser wieder zu sehen. Von ihm habe ich ja in dem Kapitel “Erste Begegnungen” berichtet. Er ist inzwischen sehr viel unterwegs. Einerseits in verschiedenen Indianerdörfern um an der AIDS-Prävention zu arbeiten, aber auch in verschiedenen Ländern Südamerikas um junge Indianer aus Peru zu repräsentieren. Anfang 2008 wird er evtl. auch nach Berlin kommen um an einer Konferenz teilzunehmen.
Etwas frustrierend war der Versuch nach Lima zurückzukehren: Als ich am Mittwoch, den 24.10. auf den Flughafen kam, wurde mir mitgeteilt, dass im Moment ein Flugzeug von Aero Condor (als ich am 10.10. in Pucallpa ankam stand dort auch ein defektes Flugzeug von Aero Condor…) die Start- und Landebahn blockiert. Ein Reifen sei geplatzt und das Flugzeug konnte bisher noch nicht von der Piste entfernt werden. Zwei Stunden später wurde mein Flug endgültig abgesagt, da der Flughafen bis um 13 Uhr des Folgetages gesperrt wurde… Nun, es dauerte bis am Freitag, 3 Uhr morgens, bis die Piste endlich wieder geräumt war, so lange stand der Flugverkehr nach Pucallpa still. Warum man fast zwei Tage nicht in der Lage war das Flugzeug von der Piste zu entfernen ist mir nach wie vor schleierhaft. Der Chef von Aero Condor meinte zu dem Vorfall nur, dass “es nichts aussergewöhnliches sei, so wie beim Auto ja auch gelegentlich ein Reifen platzen könne…” – Nun, es war bereits der dritte Vorfall dieser Fluglinie im Oktober. Am 16.10. musste eine Maschine in Lima notlanden. Aber vermutlich wird man erst Konsequenzen ziehen, wenn eine von diesen Maschinen runter kommt. Allen, die in Peru reisen wollen, rate ich dringend von dieser Fluggesellschaft ab. Den besten Standard und auch die besten Maschinen hat LAN-Peru; aber selbst das nützt nichts, wenn ein anderer Flieger 2 Tage lang die Piste blockiert. A propos blockiert: Im Moment sind gerade die Coca-Bauern wieder dabei die Strasse von Tingo Maria nach Pucallpa zu blockieren. Am Montag ist in Pucallpa zusätzlich ein Generalstreik geplant, dann ist die Stadt wieder dicht. Bereits vor zwei Wochen gab es einen 2-tägigen Streik. Peru live, irgendwie kommen mir all diese Dinge bekannt vor…
Vor mir liegen noch drei Tage, die ich in Lima verbringen werde. Ich bin mal gespannt, welche Begegnungen sich noch ergeben werden. Begegnungen in Peru sind immer etwas Interessantes und das Land ist eine Reise wert… – auch wenn man immer mit Überraschungen rechnen muss!

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