Monatsarchiv: März 2008

Menschen bei Maischberger: Geht´s doch nicht ohne Gott?

Gestern Abend (18.3.2008) habe ich die Sendung „Menschen bei Maischberger“ angesehen, die den Titel trug: „Geht’s doch nicht ohne Gott? Comeback der Religion“.
Es war eine sehr interessante Diskussionsrunde, die allerdings auch die ganze Tragik widerspiegelt, die heute den Umgang mit dieser Thematik kennzeichnet.
Leider war der an der Diskussion beteiligte Atheist derjenige, der am meisten von der Bibel Gebrauch machte und sich darauf berief. In seinem Erfassen, was es Jesus gekostet hat (die Tiefe seines Leidens) hat er genau den Nagel auf den Kopf getroffen. Ebenfalls interessant war, dass er in seiner Bewertung des „Wortes vom Kreuz“ genauso reagierte, wie es Paulus im 1. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 23 beschrieb: „...predigen wir Christus als gekreuzigt, den Juden ein Ärgernis und den Nationen eine Torheit...“ – Leider half ihm keiner der anwesenden Theologen zu einem biblischen Verständnis, warum dieses Opfer Jesu notwendig war. – In diesem Zusammenhang möchte ich bemerken, dass man in der ganzen Diskussion nicht auf den eigentlichen Kern kam, was Christsein eigentlich bedeutet. Man blieb vorwiegend auf einer humanistischen Ebene stehen. Doch der eigentliche Kern des Christseins ist ja, dass die Beziehung, die der Mensch am Anfang zu seinem Schöpfer hatte, zerbrochen ist, und zwar aufgrund der Sünde des Menschen (worin auch eine Antwort auf die Theodizee-Frage zu finden ist…). Gott machte bereits vor diesem Sündenfall deutlich, dass die Strafe für Sünde der Tod ist (1. Mose 2,17, Römer 6,23). Hier wird deutlich, dass Gott ein gerechter Gott ist, der die Sünde sanktioniert – und wenn wir ehrlich sind, dann entspricht das auch unserem Gerechtigkeitsempfinden, wir wünschen uns doch auch, dass Verbrecher ihre gerechte Strafe empfangen, oder? Als es zum Sündenfall kam, kündigte Gott sofort das Kommen eines Retters an (1. Mose 3,15 – interessanterweise setzte Mel Gibson diese Szene an den Anfang seines Filmes „Die Passion Christi“!), um die Beziehung zwischen ihm und dem Menschen wieder herzustellen. Das Neue Testament zeigt uns, dass Jesus Christus dieser Retter ist. In ihm wurde Gott Mensch, um selbst die Strafe für unsere Sünde – an unserer Stelle – zu tragen. Gott selbst nahm also die Strafe auf sich, damit er in seinem gerechten Gericht am Ende der Zeiten nicht uns bestrafen muss. Was Jesus Christus am Kreuz für uns tat, ist ein Ausdruck von Gottes großer Liebe zu uns Menschen, so, wie es Jesus selbst im Johannesevangelium, Kapitel 3, Vers 16 gesagt hat: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ – Beim Christsein geht es im Kern zunächst um Beziehungen, um eine erneuerte und persönliche Beziehung zu Gott durch Jesus Christus (vgl. Johannes 14,6). Diese erneuerte Beziehung zu Gott bildet gleichzeitig auch die Grundlage zu einer Erneuerung der Beziehung zu anderen Menschen. Weil durch Jesus die Schuldfrage gelöst wurde und Gott mir vergeben hat kann ich nun auch anderen Menschen vergeben. Und wenn ich als Christ an anderen Menschen schuldig werde (was immer wieder geschieht, denn Christen sind keine Übermenschen, sondern begnadigte Sünder), kann ich mit dieser Schuld zu Jesus Christus kommen, sie bei ihm abladen und so echte Entlastung finden. Gleichzeitig macht mir das Mut, auf den Anderen zuzugehen und ihn um Vergebung zu bitten. Eine weitere Folge der erneuerten Beziehung zu Gott ist ethisches Verhalten. Ich sage hier „Folge“, denn meist wird die Sache verdreht und ethisches Verhalten an den Anfang gesetzt, quasi als Voraussetzung um sich überhaupt eine Beziehung zu Gott zu verdienen. Doch es ist gerade anders herum: Weil Gott mich in seiner Liebe angenommen und mir durch Jesus Christus vergeben hat, werde ich nun zu neuem, ethischem Verhalten befähigt. – Und zwar nicht als „muss“, sondern die Motivation dazu ist Liebe –, weil mich Gott zuerst geliebt hat, und dieser Liebesbeweis Gottes heißt Jesus Christus: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist“ (Römer 5,8).
Es ist im Rahmen dieses Beitrags leider nicht möglich umfassend auf dieses Thema einzugehen. Wer mehr dazu wissen möchte, dem empfehle ich die Lektüre des ausgezeichneten Buches von John Cross: Bist Du der Einzige, der nicht weiß, was geschehen ist? (ISBN: 1-890082-04-X). Es ist über den Buchhandel beziehbar, oder aber unter http://www.jsbuchhandel.de (Rubrik: „Bücher zur Bibel“).

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Anlässlich des 80-jährigen Bestehens des Diakonissenmutterhauses Aidlingen erzählen Aidlinger Schwestern ihre persönliche Geschichte. Angefangen mit einem Lebensbild von Christa von Viebahn, der Gründerin, erhält der Leser anhand von Lebensbildern und persönlichen Berichten von Schwestern aus acht Jahrzehnten, einen interessanten Einblick in die Anfänge und Entwicklung der Schwesternschaft. Dabei wird deutlich, dass das Leben als Diakonisse – trotz schwarz-weiß-grauer Tracht – alles andere als langweilig ist. Neben verschiedenen Herausforderungen, die in diesen Jahrzehnten zu bewältigen waren, wird immer wieder deutlich, wie konkret Jesu Christus hilft, führt und eingreift – bis heute.
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Diakonissenmutterhaus Aidlingen (Hrsg.), Farbenfrohes Leben in Schwarz-Weiß-Grau. Erschienen im Hänssler Verlag. ISBN 978-3-7751-4731-6