Wer glaubt denn hier an Märchen?!

Unlängst hatte ich bei einem Straßeneinsatz mit einem Mann ein kurzes Gespräch über den Glauben. Er fragte mich, ob ich denn an diese Märchen glauben würde? – Nun, dass er dabei ausfällig wurde konnte ich ohne Schwierigkeiten verkraften. Dass er aber einer intellektuellen Auseinandersetzung über seine Behauptung (das mit Jesus seien alles „Märchen“) aus dem Weg ging, das hat mich ehrlich gesagt schon etwas geschockt.
Leider treffe ich immer wieder auf Zeitgenossen, die nicht nur schlecht informiert sind, sondern offensichtlich auch schlecht informiert bleiben wollen. Manche glauben lieber an das Märchen, die Sache mit Jesus sei ein Märchen. Das Schlimme ist, dass ihnen manche Theologen dieses Märchen erzählt haben. Denn leider meinen manche meiner Kollegen, sie seien schlauer als die Kirchenväter, die uns die Authentizität und Verfasserschaft der neutestamentlichen Bücher bestätigen. Insbesondere die Apostolischen Väter (100 – 170 n.Chr.) waren nicht nur zeitlich sehr nah an der Abfassung der Schriften dran, sie standen z.T. auch in einer nahen Beziehung zu den Aposteln. So war Polykarp von Smyrna (um 70 – um 166 n.Chr.), ein Schüler des Apostel Johannes; Irenäus von Lyon (um 130 – um 200 n.Chr.) war wiederum ein Schüler des Polykarp. – Schade, dass man die historischen Dokumente dieser Männer nicht genauso ernst nimmt, wie die Schriften anderer antiker Schriftsteller! Ob das wirklich „wissenschaftlich“ ist, möchte ich stark bezweifeln…
Übrigens gibt es auch eine ganze Reihe nichtchristlicher Autoren der Antike, welche die Historizität Jesu Christi bestätigen. So z.B. Josephus („Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mensch, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf.“ Flavius Josephus: Jüdische Altertümer); der Babylonische Talmud („Am Vorabend des Pesahfestes hängte man Jeschu.“) und Tacitus („Der, von welchem dieser Name ausgegangen, Christus, war, als Tiberius regierte, vom Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden…“; Cornelius Tacitus, Werke: Annalen, 2. Bd.).
Was viele übersehen ist, dass sich auch Lukas, der Schreiber des Doppelwerkes Lukasevangelium und Apostelgeschichte, als Geschichtsschreiber verstand. In seiner Einleitung zum ersten Band (dem Lukasevangelium) schrieb er:

Da es nun schon viele unternommen haben, einen Bericht von den Ereignissen zu verfassen, die sich unter uns zugetragen haben, wie sie uns die überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind, hat es auch mir gut geschienen, der ich allem von Anfang an genau gefolgt bin, es dir, hochedler Theophilus, der Reihe nach zu schreiben, damit du die Zuverlässigkeit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist.“ (Lukas 1,1-4)

Lukas hat sehr sorgfältig nachgeforscht und dabei auch Zeitzeugen befragt. Als Arzt hatte er nicht nur eine umfassende Bildung, die ihn zu diesen Studien befähigte, sondern auch das Interesse, einen zuverlässigen Bericht zu schreiben. Für ihn als Nichtjude, der zunächst mit dem jüdischen Messias Jesus gar nichts am Hut hatte, ging es dabei letztlich auch um die Frage seiner eigenen, persönlichen Errettung. Schon aus persönlichen Gründen war ihm daran gelegen, seinen Glauben nicht auf irgendwelche Märchen, sondern auf Tatsachen zu gründen. Dieses historische Dokument und Zeitzeugnis leichtfertig als „Märchen“ abzutun wird der Sache nicht gerecht. – Also: Wer glaubt denn hier an Märchen?!

:-)

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