Monatsarchiv: November 2010

Reportage über unerreichte Indianerstämme im peruanischen Urwald

In den vergangenen fünfzig Jahren kam es in vielen Ethnien des peruanischen Amazonastieflandes zu tiefgreifenden Veränderungen. Je näher ein Stamm an einer, der im Urwald entstandenen Städte wohnt, desto ausgeprägter ist der Wandel. Trotzdem schätzt man, dass im peruanischen Urwaldgebiet ungefähr noch 14 Indianerstämme ohne Kontakt zur Außenwelt, in völliger Isolation, leben.
Bei einem Erkundungsflug im September 2007 konnten erstmals Fotos und Filmaufnahmen von einer dieser unerreichten Gruppen gemacht werden. Bei meiner Peru-Reise im Oktober 2007 sah ich erstmals einige dieser Fotos. Am 22. November wurde nun im peruanischen Programm „Cuarto Poder“ des Fernsehsenders „América Televisión“ eine Reportage darüber ausgestrahlt. Es werden beeindruckende Filmaufnahmen des Rundfluges gezeigt, aber auch Artefakte, die von den Naturschutzbehörden in den letzten Jahren von diesen Gruppen im Urwald gefunden wurden. In der Reportage wird auch auf Probleme und Gefahren, denen diese Gruppen ausgesetzt sind, hingewiesen. Insbesondere illegale Holzfäller dringen immer wieder in diese Gebiete vor, um wertvolles Tropenholz zu fällen. Dabei wird auch vor Morden an diesen Menschen nicht zurückgeschreckt.
Die Dokumentation (in spanischer Sprache) wurde auf Youtube veröffentlicht. Auch, wenn man die Sprache nicht verstehen sollte, es lohnt sich, die Filmaufnahmen anzuschauen. – Etwas witzig fand ich den einleitenden Kommentar des Sprechers von Cuarto Poder: „Zum ersten Mal werden im peruanischen Fernsehen Bilder von nicht kontaktierten Völkern gezeigt. Das sind Indianer unseres Urwaldes, die die Globalisation und die Zivilisation nicht kennnen, die nicht einmal wissen, dass sie Peruaner sind….“http://www.youtube-nocookie.com/v/045coF2pTU0?fs=1&hl=de_DE

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1. Advent – was hat es mit der Adventszeit eigentlich auf sich?

Es ist kaum zu glauben, doch es ist so: heute ist bereits der 1. Advent! In vielen Städten finden bereits Weihnachtsmärkte statt und die Flut der Werbesendungen im Briefkasten steigt stetig an. – Aber, was hat es mit der Adventszeit eigentlich auf sich?

„Dem Weihnachtsfest geht die Adventszeit voraus. Ja, die Adventszeit führt uns direkt auf Weihnachten zu. Doch warum feiern wir eigentlich Advent? Warum kommen wir nicht gleich zur Sache? Bedeutet Advent, dass wir jede Woche eben eine weitere Kerze am Adventskranz anzünden und uns auf diese Weise schon mal gefühlsmäßig auf Weihnachten einstimmen? Oder ist Advent die „heilige Zeit des Einzelhandels“, die ihm die Möglichkeit bietet, nochmals einen guten Umsatz zum Abschluss des Jahres zu machen? Advent kommt vom lateinischen „Adventus Domini“ und bedeutet „Ankunft des Herrn“. Es geht also um das Kommen Jesu. Der Advent soll uns an das Kommen Jesu erinnern und auf das Kommen Jesu vorbereiten. Wenn wir die Bibel aufmerksam lesen, dann bemerken wir, das dieses Kommen Jesu nicht ein spontaner Einfall Gottes war, sondern dass es von langer Hand vorbereitet wurde. In der Bibel, insbesondere im Alten Testament, finden wir viele Spuren, die auf Jesu Kommen vorbereiten und es ankündigen.“ Aus: Weihnachten ohne Jesus?, Kapitel 2: Die Vorbereitung des Kommens Jesu, S.13.

In diesem Abschnitt spreche ich vom ersten Kommen und von der Wiederkunft Jesu. In der heutigen Predigt erwähnte unser Pfarrer noch einen dritten wichtigen Aspekt: Jesus möchte auch heute in unsere Situation hinein kommen und uns persönlich begegnen. Die beginnende Adventszeit ist eine gute Gelegenheit unser Leben bewusst zu entschleunigen und uns Zeit, Raum und Ruhe zur Begegnung mit Jesus zu nehmen. Ich wünsche mir und euch, dass uns das gelingen möge!

John Stott: Der christliche Glaube

John Stotts Buch „Der christliche Glaube“ ist eine exzellente Einführung in das Thema, um zu begreifen, worum es beim Christsein wirklich geht.
Bevor Stott jedoch das eigentliche Thema behandelt, widmet er zunächst ein ganzes Kapitel, um über den richtigen Zugang zum christlichen Glauben zu sprechen. Dabei geht er auch auf unsere Haltung gegenüber dem Gott ein, der gesprochen hat. Gott hat zum Menschen geredet, ER hat gehandelt und den Menschen gesucht. Nun sind wir dran, auch wir müssen Gott suchen, und zwar ernsthaft, demütig, aufrichtig und gehorsam. Stott verwies dabei auf einen jungen Mann, der ihm erzählte, er ginge nicht mehr in die Kirche, da er das Glaubensbekenntnis nicht mehr sprechen könne, ohne das Gefühl zu haben, ein Heuchler zu sein; er glaube nicht mehr daran. Stott fragte ihn:

„Wenn ich ihre Probleme zu ihrer vollständigen intellektuellen Zufriedenheit lösen könnte, wären Sie dann bereit, Ihr Leben zu ändern?“ Er lächelte schwach und errötete. Die Antwort war ein klares „Nein“. Sein wirkliches Problem war kein intellektuelles, sondern ein moralisches. (S.22)

Im ersten Teil behandelt der Autor die zentrale Stellung der Person Jesu. Je ein Kapitel ist den Selbstaussagen Jesu, der Persönlichkeit Jesu, sowie seiner Auferstehung gewidmet.
Im zweiten Teil geht es darum, was wir brauchen. In zwei Kapiteln werden die Tatsache und das Wesen der Sünde, sowie deren Auswirkungen beschrieben.
Der dritte Teil beschreibt, was Jesus Christus getan hat. Ein Kapitel beschreibt Jesu Tod sowie die Schlüsselrolle des Kreuzes. Zum Leiden Jesu schreibt Stott:

„Wir dürfen nicht ignorieren, was das beinhaltet. Es bedeutet, dass wir uns weder durch religiöse Regeln noch durch gutes Verhalten von unserer Seite aus die Erlösung verdienen können. Sehr viele Menschen halten eine Karikatur des Christentums für richtig, die behauptet, dass wir das eben doch können. Sie sehen Religion als ein System menschlicher Verdienste. „Gott hilft denen, die sich selber helfen“, wird gesagt oder zumindest gemeint. Aber das ist völlig unvereinbar mit dem Kreuz von Jesus Christus. Er starb, um unsere Sünden wegzunehmen, und zwar aus dem einfachen Grund, weil wir dazu selbst nicht in der Lage sind. Wenn wir das könnten, wäre sein versöhnender Tod unnötig.“ (S.118)

In einem weiteren Kapitel beschreibt Stott die Rettung durch Jesus Christus. Dabei geht er insbesondere auf die Rolle des Heiligen Geistes sowie auf die Gemeinde ein.
Im vierten und letzten Teil geht es darum, wie wir auf Gottes Rettungsangebot antworten können. Sehr gut finde ich, dass er zunächst ein Kapitel dem „die Kosten überschlagen“ widmet. Es wird deutlich, dass es beim Christsein um Nachfolge und das Bekenntnis zu Jesus Christus geht – mit entsprechenden Konsequenzen. In den letzten beiden Kapiteln geht es um die bewusste Entscheidung zur Nachfolge Jesu sowie um das Leben als Christ.
Fazit: Ein sehr gutes Buch für alle, die wissen wollen, worum es im Kern des Christseins wirklich geht. Aber auch ein herausforderndes Buch, denn der Leser wird nicht im Umklaren gelassen, dass es nicht nur um Informationen, sondern in erster Linie um eine persönliche Antwort geht. – Weil Gott (zuerst) geredet hat!

Buß- und Bettag – brauchen wir so etwas?

Gestern Abend führten wir ein Seminar zum Propheten Amos durch. Meine Schlussfrage war: Welche Aktualität und Relevanz hat Amos´ Botschaft für uns, heute? Eine Teilnehmerin sagte: „Buß- und Bettag“, eine andere ergänzte: „der wurde abgeschafft …“
Zur Zeit, als Amos als Prophet wirkte, glänzte Israel äußerlich durch Wohlstand und politische Macht. Doch ein Blick hinter die Kulissen hielt diesem Glanz nicht stand: Das Volk befand sich in einem inneren Zerfall. Es herrschte große soziale Ungerechtigkeit und die Kluft zwischen Reichen und Armen wurde immer größer. Während die Einen in exzessivem Luxus schwelgten, hatten Andere oft nicht das Nötigste zum Leben. Ein Israelit konnte durch Schulden leicht in die Sklaverei abrutschen, die Armen wurden unterdrückt und ihr Recht gebeugt. Im Handel wurde gelogen, betrogen und minderwertige Ware verkauft. Es gab sexuelle Ausschweifungen und die Religiosität des Volkes bestand aus einer Mischung zwischen Gottesdienst und Götzendienst. – Mitten hinein in diese Situation sandte Gott den Amos, um Gottes Gerechtigkeit zu bezeugen, die politische und religiöse Lage zu verurteilen und vor Gottes Gericht zu warnen. Bereits schon vorher hatte Gott zum Volk gesprochen und durch verschiedene Gerichte zur Umkehr aufgefordert. Doch die Leute wollten ihr Leben nicht ändern, und so kündigte Gott drastischere Maßnahmen an:

„Und doch seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR. Darum werde ich dir so tun, Israel. Weil ich dir dies tun will, mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen, Israel! – Ja, siehe, der die Berge bildet und den Wind erschafft und dem Menschen mitteilt, was sein Sinnen ist, der die Morgenröte und die Finsternis macht und einherschreitet auf den Höhen der Erde: Jahwe, Gott der Heerscharen, ist sein Name.“ (Amos 4,11b-13)

Bereits 40 Jahre später hatte das Nordreich Israel, dem Amos diese Worte mitteilte, aufgehört zu existieren! Die Assyrer waren gekommen, besetzten das Land und führten die Bevölkerung ins Exil (2. Könige 17,1-23). Das Land wurde anderen Menschen gegeben, die sich in Israel niederließen und das Volk der Samaritaner bildeten (2. Könige 17,24ff).

„Mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen …“ – wie ist das mit uns heute? Sind wir bereit Gott zu begegnen und vor IHM Rechenschaft abzulegen? Wie wird Gott unser deutsches Volk beurteilen? Wie wird ER mich und dich beurteilen?
Aber, interessieren uns diese Fragen überhaupt noch? Allein die Tatsache, dass der Buß- und Bettag als gesetzlicher Feiertag abgeschafft wurde, spricht Bände über den Stellenwert dieses Themas in unserem Land. – Und gerade daran wird deutlich, wie sehr wir diesen Tag bräuchten. Nicht zum Ausschlafen oder Ausflüge machen, sondern um uns bereit zu machen, unserem Gott zu begegnen!

Gemeinde im Aufbruch!

Kürzlich las ich das Buch „Gemeinde im Aufbruch! Zu Besuch in Gemeinden der Bibel“ von Eberhard Platte. Anhand der Bibel entfaltet der Autor was Gemeinde eigentlich ist und wie Gemeinde lebendig werden bzw. lebendig bleiben kann. Der Leser wird auf eine Reise zu den Gemeinden im Neuen Testament mitgenommen. Der Autor gibt wertvolle Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Städten sowie zum historischen und kulturellen Umfeld, in dem die Gemeinden entstanden und wirkten. Viele Fotos und Zeichnungen runden das Bild ab. Dabei wird deutlich, dass die Situation sowie die Herausforderungen, denen damals die Gemeinden ausgesetzt waren, sich gar nicht so sehr von der heutigen Zeit unterscheiden. Jedes Kapitel endet mit Fragen zur Selbstreflexion
Fazit: Es ist ein lesenswertes Buch, das stagnierende Gemeinden anhand der Bibel zum Aufbruch führen kann!
Das Buch kann über den Buchhandel (ISBN 9783894364007) oder direkt über Amazon bezogen werden.