Buß- und Bettag – brauchen wir so etwas?

Gestern Abend führten wir ein Seminar zum Propheten Amos durch. Meine Schlussfrage war: Welche Aktualität und Relevanz hat Amos´ Botschaft für uns, heute? Eine Teilnehmerin sagte: „Buß- und Bettag“, eine andere ergänzte: „der wurde abgeschafft …“
Zur Zeit, als Amos als Prophet wirkte, glänzte Israel äußerlich durch Wohlstand und politische Macht. Doch ein Blick hinter die Kulissen hielt diesem Glanz nicht stand: Das Volk befand sich in einem inneren Zerfall. Es herrschte große soziale Ungerechtigkeit und die Kluft zwischen Reichen und Armen wurde immer größer. Während die Einen in exzessivem Luxus schwelgten, hatten Andere oft nicht das Nötigste zum Leben. Ein Israelit konnte durch Schulden leicht in die Sklaverei abrutschen, die Armen wurden unterdrückt und ihr Recht gebeugt. Im Handel wurde gelogen, betrogen und minderwertige Ware verkauft. Es gab sexuelle Ausschweifungen und die Religiosität des Volkes bestand aus einer Mischung zwischen Gottesdienst und Götzendienst. – Mitten hinein in diese Situation sandte Gott den Amos, um Gottes Gerechtigkeit zu bezeugen, die politische und religiöse Lage zu verurteilen und vor Gottes Gericht zu warnen. Bereits schon vorher hatte Gott zum Volk gesprochen und durch verschiedene Gerichte zur Umkehr aufgefordert. Doch die Leute wollten ihr Leben nicht ändern, und so kündigte Gott drastischere Maßnahmen an:

„Und doch seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR. Darum werde ich dir so tun, Israel. Weil ich dir dies tun will, mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen, Israel! – Ja, siehe, der die Berge bildet und den Wind erschafft und dem Menschen mitteilt, was sein Sinnen ist, der die Morgenröte und die Finsternis macht und einherschreitet auf den Höhen der Erde: Jahwe, Gott der Heerscharen, ist sein Name.“ (Amos 4,11b-13)

Bereits 40 Jahre später hatte das Nordreich Israel, dem Amos diese Worte mitteilte, aufgehört zu existieren! Die Assyrer waren gekommen, besetzten das Land und führten die Bevölkerung ins Exil (2. Könige 17,1-23). Das Land wurde anderen Menschen gegeben, die sich in Israel niederließen und das Volk der Samaritaner bildeten (2. Könige 17,24ff).

„Mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen …“ – wie ist das mit uns heute? Sind wir bereit Gott zu begegnen und vor IHM Rechenschaft abzulegen? Wie wird Gott unser deutsches Volk beurteilen? Wie wird ER mich und dich beurteilen?
Aber, interessieren uns diese Fragen überhaupt noch? Allein die Tatsache, dass der Buß- und Bettag als gesetzlicher Feiertag abgeschafft wurde, spricht Bände über den Stellenwert dieses Themas in unserem Land. – Und gerade daran wird deutlich, wie sehr wir diesen Tag bräuchten. Nicht zum Ausschlafen oder Ausflüge machen, sondern um uns bereit zu machen, unserem Gott zu begegnen!

:-)

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