Weihnachten, sauberes Trinkwasser und die Candoshi-Indianer

Fand heute auf Youtube einen gut gemachten Film von Living Water, einer christlichen Hilfsorganisation, mit dem Titel „Christmas [is] changing the world“. Darin wird am Beispiel der Candoshi-Indianer in Peru die Situation vieler Dörfer auf diesem Planeten Erde beschrieben, in denen es keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser gibt – und welchen Unterschied ein Brunnen macht!
Die Candoshi sind eine der Ethnien in Peru, mit denen ich mich besonders verbunden fühle. Sie waren die erste Gruppe, die ich während einer vierwöchigen Reise näher kennenlernte. Ein Erlebnis mit meinem Freund Okama (einem Candoshi-Indianer) während dessen Aufenthalts auf der Missionsstation Cashibo, machte uns deutlich, wie traumatisiert die Menschen oft durch Krankheiten und Tod sind, die durch mangelnde Hygiene und schmutziges Wasser ausgelöst werden:
„Schon während der ersten Woche des Bibelkurses wurde Okamas kleiner Sohn Mama, der damals etwa ein dreiviertel Jahr alt war, sehr krank. Er hatte Brechdurchfall, der einfach nicht aufhören wollte. Als sie schließlich mit ihm die Krankenstation aufsuchten, war der Kleine schon gefährlich ausgetrocknet. Eines Morgens nach dem Unterricht bat mich Okama darum, ein Foto von seinem Sohn zu machen. Ich spürte, dass er Angst um das Leben seines Kindes hatte. Während ich noch mit der anderen Klasse Unterricht hatte, kamen Okama und Florinda mit ihren Kindern zu uns nach Hause. Martha war mitten im Kochstress und dachte: „Oh, nein, nicht jetzt, kein Besuch bitte!“ Martha sah, dass sie bedrückt aussahen und fragte sie nach ihrem Anliegen. Okama wollte, dass sie Fotos von seinem Sohn machte. Dann, plötzlich kamen ihm die Tränen und bestürzt sah Martha, wie auch Florinda die Tränen über die Wangen liefen. Martha fragte sich, was hier los sei. Okama presste hervor: „Das Kind wird sicher sterben.“ – Er wollte wenigstens noch ein Erinnerungsfoto von ihm haben. Betroffen stand Martha da und fühlte sich hilflos gegenüber dieser Angst der Eltern. Auf ihre Fragen hin bestätigte Okama, dass sie bereits bei der Krankenschwester gewesen wären. Diese sagte zwar, dass der Kleine wieder gesund werden würde, aber er konnte dies nicht glauben. Insgeheim fragte sich Martha, ob sie schon andere Kinder verloren hatten – und später erfuhren wir, dass tatsächlich schon zwei Kinder wegen Durchfall gestorben waren.“ Aus: Begegnungen in Peru. Urwaldindianer auf dem Weg ins 21. Jahrhundert. S. 42f.
Ich finde es immer wieder krass zu sehen, wie ungleich die Dinge in dieser Welt verteilt sind. Während an manchen Orten im Übermaß Geld verdient und in immer exzessivere Luxusobjekte gesteckt wird, haben Menschen an anderen Orten nicht einmal das Nötigste zum Leben oder so schlechte Lebensbedingungen, dass es einem schon vom Hinschauen schlecht wird! – Dabei könnte oft mit einem relativ geringen Einsatz an finanziellen Mitteln Abhilfe geschaffen, und die Lebensbedingungen der Menschen in einem ganz entscheidenden Bereich verbessert werden – wie z.B. durch die Arbeit von Living Water.

Hier nun der Film – mit englischen Untertiteln:

http://www.youtube-nocookie.com/v/Nsw5ssR8pic?fs=1&hl=de_DE

:-)

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