Zweite Kundgebung für den Erhalt des Schramberger Krankenhauses

Heute fand die zweite Kundgebung der Bürgerinitiative „Pro Region Schramberg“ statt, um für den Erhalt des Krankenhauses in Schramberg zu demonstrieren.

Dr. med. Jürgen Winter machte in seiner Ansprache auf die Auswirkungen der Krankenhausschließung auf die ärztliche Versorgung in der Raumschaft aufmerksam. Das Durchschnittsalter der derzeit in der Region niedergelassenen Hausärzte beträgt 55 Jahre. Etwa die Hälfte davon wird in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand gehen. Gerade im ländlichen Raum wird es immer schwieriger Nachfolger für Hausarzt-Praxen zu finden. Ein Krankenhaus in der Raumschaft spielt auch in diesem Zusammenhang eine wichtige Funktion, denn es ist einerseits eine Möglichkeit um Hausärzte für die Region zu rekrutieren (mehrere Hausärzte in der Raumschaft arbeiteten zuvor im Krankenhaus), andererseits ist es für viele Ärzte ein wichtiges Entscheidungskriterium, sich in einer Gegend niederzulassen. Durch die Schließung des Krankenhauses in Schramberg würde sich auch die hausärztliche Versorgung von rund 40.000 Patienten innerhalb der nächsten 5 Jahre dramatisch verschlechtern. Die verbleibenden Ärzte müßten sich nicht nur um mehr Patienten kümmern, sondern auch viele Notfälle versorgen, um die sich bisher die chirurgische Ambulanz des Krankenhauses kümmert. – Mit entsprechenden Konsequenzen, sowohl für die verbleibenden Ärzte als auch die Patienten.
Des weiteren wurde auf der Kundgebung über die Situation der Geburtshilfestation im Schramberger Krankenhaus berichtet. Diese ist über die Raumschaft hinaus beliebt, weil dort viel Wert auf eine menschliche und liebevolle Atmosphäre gelegt wird. Erst vor einer Woche wurden dort 9 Kinder innerhalb von 24 Stunden geboren.
Ansprache von Michael Melvin

Michael Melvin, einer der Hauptinitiatoren und Sprecher der Bürgerinitiative, berichtete über die bisher unternommenen Schritte zum Erhalt des Krankenhauses. Unter anderem wurden auch persönliche Gespräche mit dem Regierungspräsidium Freiburg und dem Sozialministerium Baden-Württemberg gefordert. In einer sehr engagierten Rede forderte er zum Dranbleiben auf. Falls notwendig wolle man auch in Rottweil und Stuttgart demonstrieren. Der Landtagsabgeordne Dieter Kleinmann, der in seiner Funktion als Kreisrat ebenfalls für die Schließung und Vernichtung von 350 Arbeitsplätzen gestimmt hatte, bekam inzwischen entsprechendes politisches Feedback – insbesondere aus der Raumschaft Schramberg. Bei den gestrigen Landtagswahlen verlor er 8,2% seiner bisherigen Stimmen – und damit auch sein Mandat.

Während der Kundgebung wurde nochmals auf Presseberichte über den Klinikbetreiber Helios hingewiesen, der den Zuschlag für die Übernahme der Krankenhäuser Rottweil und Schramberg erhalten hatte. Die Referenzen sind alles andere als positiv. Man darf wirklich gespannt sein, wie erfreut die Rottweiler Bürger über den neuen Betreiber ihres Krankenhauses sein werden. Hier eine kleine Presseschau über Helios:

Hier noch ein zwei Beiträge, die an der Schramberger “Klagemauer“ zu finden sind:

Der Landkreis Rottweil eingeteilt in Rettungszonen:
(Hier nochmals der Text unter der Landkarte)
Grün: Rettungszone 1
Gelb: Rettungszone 2
Orange: Rettungszone 3
Pink: Rettungszone 4 oder auch Todeszone!
Wenigstens dürfen wir noch eigene Friedhöfe haben…

:-)

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