Monatsarchiv: Oktober 2011

Georg Müller – der “Waisenvater von Bristol“

Georg Müller (1805 – 1898) wurde 1805 in Kroppenstädt im Königreich Preußen geboren. Sein Vater war Steuereinnehmer und Georg wuchs schon in seiner Kindheit mit viel Geld auf. Die Idee seines Vaters war, dass er sich daran gewöhnen sollte viel Geld zu besitzen ohne es auszugeben. – Er gab es natürlich aus und nahm wiederholt sogar von den Steuergeldern. Mit 10 Jahren trat er ins Gymnasium ein, um sich auf die Universität vorzubereiten. Nach dem Wunsch seines Vaters sollte er Geistlicher werden, nicht um Gott zu dienen, sondern um ein angenehmes Leben führen zu können. Die Jugend Müllers war geprägt von Kartenspielen, Zecherei und anderen Lastern. Nach der Konfirmation wollte er anfangen besser zu leben, allerdings aus eigener Kraft. Doch er hatte seinen Vorsatz bald vergessen und es wurde immer schlimmer mit ihm. Als 16jähriger wurde er wegen Zechprellerei für 25 ins Gefängnis gesperrt, bis sein Vater kam. die Schulden bezahlte und ihm eine ordentliche Tracht Prügel erteilte. Von da ab wandte er sich – zumindest äußerlich – zum Besseren. Er wurde ein guter, arbeitsamer Schüler, lebte aber weiterhin verschwenderisch und in Betrügereien.
1825 begann er in Halle das Theologiestudium. Er wollte zwar ein besseres Leben führen, lebte aber weiterhin in Sünde. Im November 1825 kam dann der Wendepunkt in seinem Leben. Er wurde zur Hausversammlung eines gläubigen Kaufmanns eingeladen und lernte Jesus Christus als seinen Herrn und Heiland kennen. Er begann die Bibel zu lesen und zu beten. 1826, beim Lesen von Missionsnachrichten, reifte der Entschluß, dass er Missionar werden wollte. Um diese Zeit kam auch Dr. Tholuck, ein gläubiger Theologieprofessor, nach Halle. Dr. Tholuck half Müller sehr auf seinem Glaubensweg. Georg Müllers Vater war von der Bekehrung seines Sohnes gar nicht begeistert, und noch weniger von seinem Entschluß Missionar werden zu wollen. So kam es zum Bruch mit dem Vater und Georg beschloß, von ihm auch kein Geld mehr anzunehmen. Er fand Arbeit und konnte auf diese Weise sein Studium finanzieren. Ab August 1826 unternahm er seine ersten Predigtversuche und lernte so Stück für Stück das Wort Gottes zu verkündigen. Ende 1827 erhält er durch Dr. Tholuck die Anfrage,  ob er sich vorstellen könnte als Judenmissionar zu arbeiten. Die Londoner Missionsgesellschaft wollte gerne einen Prediger nach Bukarest schicken. Nach Gebet und Gesprächen mit anderen Gläubigen erklärte er sich bereit dazu. Im Juni 1828 erhielt er dann die Zusage aus London, dass er für sechs Monate zur Probe als Missionsstudent aufgenommen wurde. 1829 kam er in London an und studierte zunächst am Missionsseminar. Diese Zeit brachte ihn in seinem geistlichen Leben nochmals einiges voran und ihm wurde deutlich, dass nur das Wort Gottes unser Maßstab zur Beurteilung geistlicher Dinge sein kann. In dieser Zeit wurde ihm aber auch deutlich, dass er seinen Dienst nicht auf Juden beschränken wollte und so löste er sich 1830 von der Mission. Er begann zunächst als Pastor in Teignmouth zu arbeiten und predigte daneben auch in verschiedenen Dörfern. Im selben Jahr heiratete er Mary Groves. Im Oktober 1830 kam er zur Überzeugung, dass das System, mit dem sein Gehalt finanziert wurde, nämlich die Versteigerung der Kirchensitze, nicht mit Gottes Willen übereinstimmt. So entschloß er sich, ohne festes Gehalt zu arbeiten und von freiwilligen Gaben auf Glaubensbasis zu leben. Er begann all seine Bedürfnisse im Gebet Gott vorzulegen und kam auch zur Überzeugung, dass es nicht Gottes Wille ist Schulden zu machen.
Im April 1831 wurde Müller, zusammen mit seinem Freund und Prediger-Kollegen Henry Craik nach Bristol eingeladen. Sie begannen in der Gideon- und in der Bethesda-Gemeinde zu predigen und die Gemeinden weiter aufzubauen.
Im Juni 1833 begann Müller erste Speisungen für die Armen anzubieten, und bald gaben sie Brot an 60 bis 80 Personen aus. Doch die Nachbarn begannen sich daran zu stören, und auch aus zeitlichen Gründen konnte er diesen Dienst nicht fortführen. Doch Müller machte in dieser Zeit eine erstaunliche Erfahrung: während er so viele Menschen mit versorgte wuchs sein Spendenaufkommen an, als er damit aufhörte ging es wieder auf das Maß zurück, was er für sich und seine Familie zum Leben brauchte.
Im Frühjahr 1834 gründete er dann eine „Anstalt zur Verbreitung von Schrifterkenntnis“. Dabei ging es in erster Linie um folgende Arbeitsbereiche: Unterstützung von Tagesschulen, Sonntagsschulen und Erwachsenenschulen auf biblischer Grundlage; die Verbreitung der Heiligen Schrift und die Unterstützung missionarischer Bemühungen. Innerhalb nur eines Jahres entstanden fünf Tagesschulen (2 für Jungen, 3 für Mädchen) mit 439 Schülern, sowie eine Sonntagsschule und eine Erwachsenenschule.
Im November 1835 kam ihm der Gedanke an die Eröffnung eines Waisenhauses als weiterer Arbeitszweig der „Anstalt“. Angesichts vieler Gläubiger, die sich kaum Zeit für Gott nahmen, in der Angst sie könnten nicht genügend Einkommen haben, wollte er damit ein Zeichen setzen, damit jeder sehen kann, dass Gott treu ist und Gebet erhört. Er wollte diese Arbeit beginnen, obwohl er dafür keine freien Mittel hatte und kaum 6 Monate später wurde das erste Waisenhaus und die 6. Tagesschule eröffnet. Im Laufe der Zeit kamen wurden immer mehr Häuser angemietet bis ca. 120 Waisen betreut wurden. Allerdings war die Lage der Häuser nicht ideal und es kam auch zur Störung der Nachbarn. Ende 1845 bewegte Müller den Gedanken, ob es nicht zweckmäßiger wäre ein Waisenhaus zu bauen. Fünf Jahre später, 1850 wurde das 1. eigene Waisenhaus fertiggestellt. Darin war es möglich jetzt 300 Kinder aufzunehmen. Bis 1867 kamen vier weitere Häuser dazu und rund 2000 Waisen konnten betreut werden. Zusätzlich wurden pro Jahr über 2000 Bibeln verteilt und ca. 120 Missionare unterstützt.
Hand in Hand mit dem Wachstum des Werkes läßt sich auch Müllers Weg, Gott immer mehr zu vertrauen, verfolgen. Es gab sehr viele Tage, an denen er morgens noch nicht wußte wie er die anstehenden Kosten decken sollte, doch Gott ließ ihn nicht einen Tag im Stich.
Ab 1875, d.h. im Alter von 70 Jahren begann er mit einer Serie von Predigtreisen, die ihn mehrmals auch in die USA, auf das europäische Festland und sogar nach Indien und Australien führten. 1892, im Alter von 87 Jahren unternahm er seine letzte große Reise. Die folgenden Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1898 verbrachte er v.a. in Bristol, wo er seine Wohnung in einem der Waisenhäuser hatte. Obwohl er die Nachfolge in der Leitung des Werkes schon vor vielen Jahren geregelt hatte (er hatte sie seinem Schwiegersohn Wright übertragen), stand Müller doch bis zuletzt in der Arbeit und predigte noch regelmäßig in den Gottesdiensten und Gebetsstunden.
Georg Müllers Leben war eine positive Herausforderung für viele Menschen. Sein Glauben an Gottes Versorgung prägte letztlich auch die Arbeit anderer Männer wie Hudson Taylor oder Charles Studd. In seinem Leben ging es letztlich darum Gott zu verherrlichen und zu beweisen, dass es einen Gott gibt, der Gebet erhört. Georg Müller war davon überzeugt, dass Gott im Leben jedes Gläubigen ebenso handeln wird, sofern dieser Jesus ganz an die erste Stelle setzt und Gottes Ehre sucht.

Folgender Videoclip auf Youtube erzählt eine Episode aus Georg Müllers Leben:

Literaturempfehlung:
Georg Müller. Und der himmlische Vater ernährt sie doch. Tagebücher
Wuppertal: R. Brockhaus Verlag.

Advertisements

John Bunyan

John Bunyan (1628 – 1688) wuchs als Sohn eines Kesselflickers in Elstow (England) auf. Seine Zeit war in politischer Hinsicht von der Auseinandersetzung zwischen den Königstreuen und den Parlamentariern geprägt. Während die Königstreuen meinten, der König hätte das alleinige Regierungsrecht, strebten die Parlamentarier eine gewisse Gewaltenteilung an. Auch in seinem eigenen Elternhaus gab es geteilte Meinungen darüber: Sein Großvater und seine Mutter waren Anhänger der Parlamentarier, sein Vater ein Königstreuer.

John Bunyan wurde sehr stark von seiner Mutter geprägt, einer gläubigen Frau, die ihn zu selbständigem Denken erzog. Als er 10 Jahre alt war, schickte ihn sein Vater in die Schule, die er ungefähr fünf Jahre lang besuchte. 1643 kam es zur Eskalation und der Bürgerkrieg brach aus. Ein Jahr später starb seine Mutter an der Pest und kurz darauf auch seine Schwester. Sobald er 16  Jahre alt war, schloß er sich der Armee der Parlamentarier unter der Leitung von Oliver Cromwell an.
Schon in seiner Jugend wäre John Bunyan zweimal fast ertrunken. An einem Abend, als er zur Geburtstagsfeier seiner späteren Frau eingeladen war, und ein Freund ihn beim Wachdienst vertrat, kam es zu einem Angriff der Königstruppen und sein Freund starb an seiner Stelle. Dieses Erlebnis brachte ihm den stellvertretenden Erlösungstod deutlich nahe, aber es sollte noch einige Jahre dauern, bis er wirklich begriff, was Jesus für ihn getan hatte.
1647 hatten die Parlamentarier den Sieg errungen und er wurde aus der Armee entlassen. Er ging wieder zurück nach Elstow zu seinem Vater, der ihm seine Hilfe anbot sich als Kesselflicker selbständig zu machen. Er nahm dieses Angebot an und heiratete kurz darauf Mary, die er während seiner Soldatenzeit kennengelernt hatte.
Mary war ebenfalls eine gläubige Frau und forderte John heraus, ganz mit Jesus zu leben. John hatte seit seiner Kindheit immer wieder Alpträume, dass er in der Hölle landen würde. Er bemühte sich aus aller Kraft, ein besseres Leben zu führen, was ihm aber nur teilweise gelang.
Als er 1652 durch die Straßen von Bedford ging hörte er, wie sich vier Frauen, die beim Spinnen zusammen saßen, über Jesus und die Wiedergeburt unterhalten. Das Gespräch bewegte ihn. Nach einigen Wochen kam er wieder nach Bedford und er suchte den gleichen Platz wieder auf. Die Frauen waren wieder da und John sprach sie an. Sie luden ihn zum Gottesdienst ein. Wenig später kaufte er sich Martin Luthers Kommentar zum Galaterbrief, der ihn sehr ansprach und ihm Hoffnung machte, dass auch er Erlösung finden könnte. Es folgten noch einige innere Kämpfe, doch dann kam der Durchbruch. John Bunyan erkannte, „dass die Gnade aus dem Blut Christi ausreicht, um seine Seele zu retten.“
John ließ sich taufen und trat der Gemeinde in Bedford bei. 1655 zog er nach Bedford um und begann, neben seiner Arbeit als Kesselflicker, dem Pastor bei der Arbeit zu helfen. Wenige Zeit später begann er auch Bücher zu schreiben. 1658 starb seine Frau Mary, sie ihm vier Kinder hinterließ, darunter die älteste Tochter Mary, die blind geboren war.
Etwa ein Jahr später heiratete er Elisabeth, die Cousine seiner verstorbenen Frau, die ihm auch bei seiner schriftstellerischen Arbeit half. Nach dem Tod Oliver Cromwells kam es zur Rückkehr von Prinz Charles nach England, der zum König ernannt wurde. Die Religionsfreiheit begann auszutrocknen und es durften nur noch anglikanische Geistliche mit Lizenz predigen. Bunyan wurde festgenommen, aber kurz darauf wieder freigelassen. Doch kurze Zeit später warnte ihn der Dorfpolizist; er wies ihn auf die verschärften Gesetzen hin und riet ihm, keine Versammlungen mehr zu halten. Kurz darauf wurde Bunyan als Prediger zu einer Hausversammlung eingeladen – und verhaftet. Der Richter wollte ihn nur unter der Bedingung freilassen, dass er verspräche, nicht mehr zu predigen. Doch Bunyan, der sich von Gott zu diesem Auftrag berufen wußte, konnte und wollte dieses Versprechen nicht ablegen. So begann eine insgesamt zwölfjährige Haftzeit, die zweimal unterbrochen wurde.

Im Gefängnis entstanden weitere Bücher, u.a. sein bekanntestes Buch, die „Pilgerreise zur seligen Ewigkeit„, eine Geschichte, die er sich eigentlich als Weihnachtserzählung für seine Kinder ausgedacht hatte. Im Gefängnis hatte er auch die Möglichkeit, ungehindert seinem Predigtdienst nachzugehen und viele Menschen kamen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus, auch der Gefängniswärter. An manchen Tagen wurden Gefängnisgottesdienste veranstaltet zu denen die Leute aus der Stadt strömten um Bunyan predigen zu hören. Immer wieder bekam er auch Gesellschaft von Predigern aus anderen Denominationen, die aus demselben Grund wie er inhaftiert worden waren.
Im 1671 wurde eine Duldungserklärung für nicht-anglikanische Denominationen verabschiedet und Bunyan sowie die anderen religiösen Häftlinge entlassen. 1672 wurde er zum Pastor der Meeter-Gemeinde in Bedford ernannt und konnte für einige Zeit seinen Dienst ungehindert ausüben. 1675 wurde die Duldungserklärung vom König widerrufen und bereits einen Monat später wurde Bunyan wieder inhaftiert. Er selbst schieb dazu:

„Dann brachte man mich wieder ins Gefängnis und ich setzte mich sofort wieder hin, um zu schreiben. Ich habe zu lange nichts mehr geschrieben. Vielleicht ist dies hier nicht so sehr ein Gefängnis als ein Büro, von dem aus ich die Welt mit Christi Botschaft erreichen kann“.

1677 wurde er aufgrund einer Bittschrift der Quäker, sowie auf Fürsprache von Freunden, die für ihn bürgten, endgültig freigelassen. Die letzten Jahre seines Lebens waren ausgefüllt mit seiner Tätigkeit als Prediger, Seelsorger und Schriftsteller.
John Bunyan war in vieler Hinsicht ein Mann mit Profil. Trotz geringer Schulbildung schrieb er 60 Bücher. Auch wenn er keine juristische Ausbildung hatte verhalf er dazu, daß die religiöse Freiheit seinen Platz im englischen Recht fand. Auch ohne formale theologische Ausbildung und kirchlichem Titel wurde er einer der mächtigsten Prediger seiner Generation. Er war ein Mann mit Hingabe, der bereit war für seinen Herrn zu leiden und sich weigerte das Evangelium zu verleugnen.

Empfohlene Biographie:
William Deal. John Bunyan. Der Kesselflicker von Bedford. Verlag der Francke-Buchhandlung, 2. Aufl. (1985)

Die Geschichte eines erblindeten Aguaruna-Indianers

Kürzlich erhielt ich von Ronald, einem peruanischen Freund und Bruder, eine E-Mail, in der er die bewegende Geschichte eines erblindeten Aguaruna-Indianers erzählt. Ronald hat mir erlaubt, die Geschichte zu übersetzen und hier zu veröffentlichen:

Die Geschichte von Romero Taki

Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. (Matthäus 6,21)

Bei jeder Reise, die ich an den Amazonas mache, lerne ich einzigartige Menschen kennen. Im vergangenen April reiste ich zusammen mit einem australischen Missionar und Freund von Lima in das Aguaruna-Dorf Tampe; der Besuch hatte einen pastoralen Charakter. Abgesehen vom Zusammensein mit den Brüdern der Indianerkirche dieses Ortes, sollten wir uns mit den Studenten der Aguaruna Bibelschule, zu der Indianer verschiedener Dörfer kommen, treffen. Wie bei jeder Reise treffe ich mich mit Brüdern, die, sobald sie von unserer Ankunft hören, sich auf den Weg machen und tagelang auf dem Fluss unterwegs sind, bis sie von ihren Dörfern nach Tampe kommen, um mit uns zusammen zu sein und sich zurüsten zu lassen. Ich könnte euch die Geschichte von jedem Einzelnen von ihnen erzählen.
Es gibt nicht sehr viele Aguaruna, welche die spanische Sprache sehr gut sprechen. Daher haben wir bei den Gesprächen mit Erwachsenen und auch mit Indianerkindern immer einen Aguaruna-Übersetzer dabei. So geschah es, dass ich bei jener Reise im April Romero Taki kennenlernte. Er war aus einem Dorf gekommen, das mehr als eine Tagesreise auf dem Fluss von Tampe entfernt liegt. Sobald er angekommen war stellten sie ihn mir vor.
Romero wurde sehend geboren. Aber in seiner Jugend führte eine Krankheit dazu, dass er Stück für Stück das Augenlicht verlor, bis er blind wurde. Was mich bewegte war, dass er – als er erblindete – darauf beharrte Bibelverse in seiner Sprache, Aguaruna, auswendig zu lernen. Er verlor das Augenlicht, aber nicht das Wort, welches er in seinem Herzen aufbewahrte.

Er erzählte mir, dass er lernte die Blindenschrift zu lesen, während er einige Monate auf einer Missionsstation in einem anderen Teil des Urwaldes zubrachte. Anschließend besorgte er sich ein Heft, dessen Seiten er mit allen Bibelversen ausfüllte, die er auswendig gelernt hatte, während er noch sehen konnte. Während er mit mir redete zeigte er mir sein Heft.

Das Heft von Romero mit Notizen in Blindenschrift

Romero ist Pastor und er predigt das Evangelium in verschiedenen Dörfern. Mit der Hilfe seines Heftes hilft er seinen Landsleuten, den Aguaruna, Jesus zu sehen. Als ich in Tampe war, war er unser Übersetzer. Ich glaube, ich hatte noch nie einen besseren als ihn.

Romero Taki

Als wir uns verabschiedeten bat er mich, sobald ich in Lima ankäme, für ihn eine Bibel in Blindenschrift zu besorgen, und sie ihm zukommen zu lassen.
Ronald Ch. C. , August 2011, http://www.ronaldch.blogspot.com

Hier geht´s zum Originalartikel, in dem noch weitere Reisefotos veröffentlicht sind.

Erinnerungen an Tommy Head

Ich lernte Tommy und seine Frau Angela 1998 auf der Sprachschule in Arequipa kennen. Sie waren kurze Zeit nach uns nach Peru gekommen, um ebenfalls mit den Indianern im Urwald zu arbeiten. Tommy und Angela arbeiteten zunächst mit Amazon Focus, später mit Living Water. Mit großer Hingabe diente er Jesus Christus und den Indianern. FAIENAP diente er mit dem Bau zweier Bürogebäude, eines für die Administration, das andere für das Übersetzungsprojekt. 2006 arbeitete er in einer Kommission mit, welche die Gründung des Red Amazónica Peruana (RAP) vorbereitete, eines Netzwerkes von christlichen Organisationen und Kirchen, die unter Indianern arbeiten. Als Vertreter von Living Water nahm er auch an der Gründungsversammlung dieses Netzwerkes teil. 2007 traf ich Tommy das letzte Mal bei einer Konferenz über Indianer-Arbeit im Wycliff-Zentrum in Florida.
Tommy hatte noch eine weitere Leidenschaft: er fuhr gerne Motorrad und nahm an Moto-Cross-Rennen teil. 2009 verunglückte er dabei tödlich.
Auf Vimeo hat Living Water einen Kurzvideo veröffentlicht, in dem an Tommy und seinen Dienst erinnert wird. Seine Witwe Angela führt die gemeinsam begonnene Arbeit in Peru weiter.

Tommy’s Story from Living Water International on Vimeo.