Monatsarchiv: November 2011

Advent – Vorbereitung auf das Kommen Jesu

Aufgrund der noch milden Temperaturen könnte man es kaum glauben, aber es ist wahr: Die Adventszeit hat wieder begonnen! Die ersten Weihnachtsmärkte fanden bereits statt und Weihnachten nähert sich mit großen Schritten.

Um die Adventszeit und die Vorbereitung des Kommens Jesu geht es auch im 2. Kapitel meines Buches „Weihnachten ohne Jesus?“ – Hier zwei Auszüge und Gedankenanstöße daraus:

„Doch warum feiern wir eigentlich Advent? Warum kommen wir nicht gleich zur Sache?
Bedeutet Advent, dass wir jede Woche eben eine weitere Kerze am Adventskranz anzünden und uns auf diese Weise schon mal gefühlsmäßig auf Weihnachten einstimmen?
Oder ist Advent die „heilige Zeit des Einzelhandels“, die ihm die Möglichkeit bietet, nochmals einen guten Umsatz zum Abschluss des Jahres zu machen?
Advent kommt vom lateinischen „Adventus Domini“ und bedeutet „Ankunft des Herrn“. Es geht also um das Kommen Jesu. Der Advent soll uns an das Kommen Jesu erinnern und auf das Kommen Jesu vorbereiten.
Wenn wir die Bibel aufmerksam lesen, dann bemerken wir, das dieses Kommen Jesu nicht ein spontaner Einfall Gottes war, sondern dass es von langer Hand vorbereitet wurde. In der Bibel, insbesondere im Alten Testament, finden wir viele Spuren, die auf Jesu Kommen vorbereiten und es ankündigen. In diesem Kapitel werden wir einige dieser Spuren etwas verfolgen. Das Alte Testament ist durchdrungen von der Erwartung und Hoffnung auf den Messias. Je mehr ich das Alte Testament studiere, desto begeisterter und faszinierter bin ich, wie Gott sein Kommen vorbereitet und angekündigt hat. Vor allem der Prophet Jesaja bietet dabei eine riesige Fundgrube.“ Aus: Weihnachten ohne Jesus?, S.13

„Gott offenbarte den Propheten manchmal sogar kleinste Details über Jesu Kommen und dessen Leben. Der Prophet Micha kündigte bereits 700 Jahre vorher an, wo Jesus geboren werden sollte: „Und du, Bethlehem Efrata, das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her“ (Micha 5,1; Rev. Elberfelder Bibel).
Sacharja kündigte mehr als 500 Jahre vorher den Einzug Jesu in Jerusalem an: „Aber du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin.“ (Sacharja 9,9; vgl. Matthäus 21,1-11).
Jesaja sagte in dem bekannten Kapitel vom „leidenden Gottesknecht“ (Jesaja 53), bereits 700 Jahre vorher Jesu Leiden und seinen stellvertretenden Tod für unsere Schuld voraus. Man könnte noch viele weitere Prophezeiungen nennen, die eben-falls bis in kleinste Details gehen und sich wortwörtlich erfüllt haben. Insbesondere Matthäus weist uns in seinem Evangelium auf solche erfüllte Prophetien hin. Die buchstäbliche Erfüllung dieser Verheißungen zeigt nicht nur, dass Jesus wirklich der Messias ist. Sie zeigt uns auch, dass die Bibel zuverlässig und ihre Botschaft glaub- und vertrauenswürdig ist!“ Aus: Weihnachten ohne Jesus?, S.25f

Die Adventszeit wäre eigentlich eine gute Gelegenheit das Leben bewusst etwas zu entschleunigen. Warum nicht abends eine Kerze am Adventskranz anzünden, die Bibel zur Hand nehmen und entdecken, wie groß Gottes Liebe zu uns ist. – So groß, dass Jesus ganz bewusst und freiwillig den Himmel verlassen hat und zu uns auf die Erde gekommen ist!

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Charles Studd

Charles Studd (1860 – 1931) wurde in Indien als Sohn eines reichen Plantagenbesitzers geboren und ist im Luxus aufgewachsen. Nachdem die Familie nach England zurückgekehrt war kam zunächst sein Vater durch den Erweckungsprediger D.L. Moody zum lebendigen Glauben an Jesus Christus und begann sein Haus als Versammlungsort zur Verfügung zu stellen. Durch einen jungen Evangelisten kamen dann auch Charles und seine beiden Brüder am selben Tag zum Glauben. Charles studierte in Oxford und war außerdem als ausgezeichneter Kricketspieler in ganz England bekannt. Obwohl er sein Leben Christus anvertraut hatte spielte doch der Sport die wichtigste Rolle in seinem Leben. Eine schwere Erkrankung seines jüngeren Bruders führte die Wende herbei. Charles besuchte nach dessen Genesung die Versammlungen Moodys und machte einen Neuanfang mit Gott. Er spielte zwar weiterhin Kricket, doch mit einer anderen Einstellung. Der Sport war nicht mehr die Hauptsache in seinem Leben.
Charles Studd begann auch, Gottes Führung für sein Leben zu suchen. Dabei forderte ihn die Schrift eines Atheisten (!) besonders heraus, wirklich das zu leben was er vorgab zu glauben. Er kam zum Schluß nur noch das tun zu wollen, was Gott ihm zeigte.
Als er bei der Verabschiedung eines Missionars nach China teilnahm wurde er sehr angesprochen. Er fragte Gott dazu und ihm wurde deutlich, daß er mit der von Hudson Taylor gegründeten China Inland-Mission als Missionar nach China gehen soll. Vor der Ausreise wurde ihm klar, dass er sein Vermögen, über das er ab seinem 25. Lebensjahr verfügen durfte, Christus geben soll. So wie Gott ihm zeigte, dass er sein Geld verteilen solle, verschenkte er Stück für Stück sein Vermögen, das nach heutigem Wert mehreren Millionen Euro entsprach. Einen Teil stellte er Moody zur Verfügung, der damit das Moody-Bible-Institute gründete.
1885 reiste er nach China aus, wo er in Pingyuan und Tai-Yuen seinen Dienst begann. 1888 heiratete er Priscilla Livingstone Stewart, eine junge Missionarin aus Irland, die 1887 in Shanghai angekommen war. Als sie eines Tages Gott um Weisung für ihr Leben bat sah sie in leuchtenden Buchstaben die Worte „China, Indien, Afrika“ – und so sollte es sich buchstäblich erfüllen. 1893 war Charles todkrank, aber ohne Gottes Auftrag wollte er nicht nach Hause zurückkehren. Nachdem er Freunde und Mitarbeiter gebeten hatte, ihn mit Öl zu salben und für ihn zu beten, wurde er wieder gesund.  1894 kehrte die Familie Studd zusammen mit ihren vier Töchtern nach England zurück. Es folgten fünf Jahre Dienst in der Evangelisation und in der Motivierung der Christen für den Missionsdienst in England und den USA.
1900 erfolgte die erneute Ausreise als Missionare, diesmal nach Ootacamund in Südindien, wo er bis 1906 tätig war. Vor allem Studds einfache und direkte Art das Evangelium zu verkündigen hatte großen Erfolg. Während seiner Arbeit in Indien litt er unter quälenden Asthmaanfällen.
Nach der Rückkehr nach England hielt er von 1906 – 1910 Vorträge vor zehntausenden von Menschen und viele kamen zum Glauben. Als er 1908 durch Liverpool ging sah er ein merkwürdiges Plakat mit der Aufschrift „Kannibalen brauchen Missionare“. Er ging zu dem angekündigten Vortrag und hörte von der Notwendigkeit der Mission in Afrika. Als er sich dachte: „Warum sind keine Christen hinausgegangen?“ antwortete ihm Gott: „Warum gehst du nicht?“ Studd dachte an seinen schlechten Gesundheitszustand und wirklich, die Ärzte sprachen sich gegen eine Ausreise nach Afrika aus. Auch seine Frau sprach sich zunächst dagegen aus. Doch er begann Vorbereitungen zu treffen und für das Anliegen der Weltmission zu werben. Am 10. Dezember 1910, er war inzwischen fünfzig Jahre alt, reiste er erstmals alleine nach Afrika aus um eine erste Erkundungsreise zu unternehmen, die ihn bis in den Südsudan führte. Mit den Verantwortlichen der Church Missionary Society kam er zu dem Schluß in Belgisch-Kongo mehrere Missionsstationen zu eröffnen, um den Menschen dort das Evangelium zu bringen.
1913 reiste er erneut nach Afrika aus, diesmal in Begleitung des zwanzigjährigen Alfred B. Buxton um diesen Plan in die Praxis umzusetzen. Nach zwei Jahren kehrte er nach England zurück, um weitere Missionare für die Arbeit zu gewinnen. 1916 reiste er zum letzten Mal nach Afrika aus, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1931 blieb. Ihn begleiteten acht Missionare, darunter seine Tochter Edith die sich später mit Alfred Buxton verheiratete. Seine Frau Priscilla blieb in England wo sie sich um den Aufbau der Heimatzentrale und die Gewinnung neuer Missionare kümmerte.
Das Werk wuchs und es entstand daraus das Missionswerk WEC (Weltweiter Einsatz für Christus). 1922 wurden die ersten Missionare ins Amazonasgebiet ausgesandt, danach auch nach Indien, Arabien, Spanish-Guinea und Klein-Tibet. Inzwischen arbeitet die Mission in über 30 Ländern auf fünf Erdteilen.
Studd unternahm regelmäßige Evangelisationsreisen, zunächst noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad, später als sein Gesundheitszustand schlechter wurde auch mit der Sänfte. Mit fast 70 Jahren machte er sich noch an die Übersetzung des Neuen Testamentes in die Kingwana Sprache. 1928 erhielt er für vierzehn Tage Besuch von seiner Frau, die er seit ca. 13 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Ein Jahr später verstarb Priscilla Studd überraschend während einer Spanienreise. Wenige Monate vor seinem Tod durfte er noch erleben, wie die einheimische Kirche den Missionsaufrag übernahm und ihre ersten Missionare in die benachbarten Stämme schickte. Am 16. Juli 1931 verstarb er; mehr als 1.500 Afrikaner nahmen an seiner Beerdigung teil.
Charles Studd sagte einmal: „Wenn Jesus Christus Gott ist und für mich starb, kann mir für ihn kein Opfer zu groß sein.“ – Er sagte dies nicht nur, durch Gottes Gnade lebte er auch so.

Buchempfehlungen:
Norman P. Grubb. Charles Studd – Kein Opfer zu groß
Giessen: Brunnen Verlag, 1986.
Eileen Vincent: Charles und Priscilla Studd – Vereint im Kampf für Christus
Bielefeld: Christliche Literaturverbreitung, 1996.

Auf Youtube ist übrigens folgende Dokumentation über Charles Studd zu finden:

 

James Hudson Taylor

James Hudson Taylor (1837 – 1905) wurde 1832 in Barnsley / England geboren. Sein Vater war Apotheker. Mit fünfzehn Jahren trat er eine Banklehre an, die er allerdings ein Jahr später wieder verlies. Statt dessen begann er in der Apotheke seines Vaters mitzuarbeiten. Als er 17 Jahre alt war las er ein Traktat und erkannte, was Jesus Christus für ihn getan hatte. Im gleichen Jahr wurde ihm deutlich, dass er als Missionar nach China berufen ist. Ein Jahr später, 1850, begann er mit dem Medizinstudium, um sich so auf den Missionsdienst vorzubereiten. Gleichzeitig begann er, sich einen einfachen Lebensstil anzutrainieren und gab oft sein letztes Geld an Bedürftige weiter. Er lebte nach dem Beispiel des Waisenvaters Georg Müller, der alle finanziellen Anliegen vor Gott brachte und aus dem Glauben hunderte von Waisen und Missionare unterstützte, obwohl er selbst kein Geld besaß.
1853 reiste Taylor im Auftrag der Chinesischen Evangelisationsgesellschaft erstmals nach China aus, wo er zunächst in Shanghai lebte. Sein Ziel war es, das Innere Chinas mit dem Evangelium zu erreichen, doch seine Mission wollte die Arbeit auf Küstenstädte wie Shanghai beschränken. 1855 unternahm er dennoch Predigtreisen ins Innere des Landes, obwohl dies verboten war. Während dieser Zeit wurde ihm auch deutlich, dass es für seine Evangelisationstätigkeit hilfreicher wäre, wenn er seine englische Kleidung ablegt und die Kleidung eines chinesischen Lehrers – samt Zopf – anlegte. Er setzte dies in die Tat um und die Chinesen nahmen ihn so noch besser auf – während dagegen viele seiner Kollegen mit Spott und Entsetzen reagierten.
Im Jahr 1857 trat er von der Chinesischen Evangelisationsgesellschaft zurück und arbeitete auf eigene Rechnung. Ein Jahr später heiratete er Maria J. Dyer, die als Missionarskind in China geboren war. 1859 übernahm er die Verantwortung im Krankenhaus in Ningpo, wo er bis zur Rückkehr nach England im Jahr 1860 fast Tag und Nacht tätig war. Die Arbeit hatte seine Gesundheit so angegriffen, dass er für die nächsten fünf Jahre in England bleiben mußte. Während dieser Jahre in England setzte er sein Medizinstudium fort und arbeitete außerdem an der Überarbeitung des Neuen Testamentes im Ningpo-Dialekt. In seinem Studierzimmer hing eine Landkarte von China. Tag für Tag wurde ihm die Dringlichkeit einer Arbeit in ganz China bewußt, doch keine Missionsgesellschaft wollte sich darauf einlassen. Doch Hudson Taylor betete viel für dieses Anliegen. Außerdem besuchte er viele Gemeinden, um über die Notwendigkeit der Arbeit in China zu informieren. In ihm wuchs die Überzeugung, dass es einer besonderen Missionsgesellschaft für die Evangelisation des Inneren Chinas bedürfe. In seinem Haus entstand im Herbst 1864 eine Art Schule für Missionskandidaten. 1865 kam es dann zur Gründung der „China Inland Mission“ (heute Überseeische Missionsgemeinschaft – ÜMG). 1866 reiste die erste Gruppe unter der Leitung von Hudson Taylor nach China aus – ganz im Vertrauen, dass Gott für alle Bedürfnisse der Arbeit sorgen würde. Vor allem das erste Jahr war von Schwierigkeiten in der Missionarsgemeinschaft geprägt (u.a. ging es auch um die chinesische Kleidung) und erforderte alle Geduld die Taylor aufbringen konnte. 1867 starb seine Tochter Gracie, ein Ereignis, das dazu beitrug die Krise zu überwinden. 1870 starb auch seine Frau Maria. Als ein Jahr später das Ehepaar Berger, das in England die Geschäftsführung der Mission übernommen hatte, diese aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fortführen konnte, wurde eine vorübergehende Rückkehr nach England notwendig. Hudson Taylor übernahm die Geschäftsführung der Mission. 1872 kehrte er nach China zurück, wo er sich kurz darauf mit Miss Faulding verheiratete, welche die Leiterin der Frauenarbeit in Hangchow war.
Die Arbeit ging voran, aber 1874, wenige Wochen vor der Rückkehr nach England, hatte er einen Sturz, bei dem seine Wirbelsäule verletzt wurde. In England kam es dann zur Lähmung  der unteren Glieder und Taylor war etwa ein Jahr lang vollständig ans Bett gefesselt. Trotz dieser schwierigen Situation setzte er die Arbeit vom Bett aus fort. Zu Beginn konnte er noch schreiben, doch sein Zustand verschlechterte sich und er war nicht einmal mehr dazu fähig. Doch Gott half auch in dieser Situation und sandte viele Freiwillige, die nach Diktat schrieben, Briefe beantworteten und die Buchhaltung führten. Hudson Taylor hatte sich 18 weitere Männer für den Dienst in China erbeten und nun saßen sie an seinem Bett und er studierte mit ihnen die chinesische Sprache. Freunde begannen für seine Heilung zu beten und er genas.
1878 erfolgte eine erneute Ausreise und ein weiterer Dienst in China. 1888 reiste er auf Einladung das erste Mal in die USA, wo er mit dem Evangelisten D.L. Moody zusammentraf. 1889 folgten weitere Reisen nach Schweden, Norwegen und Dänemark, 1890 auch nach Australien. 1893 sprach er auch bei der Studentenkonferenz in Frankfurt / Main, wo ihn auch der bekannte Tübinger Theologe Karl Heim hörte. Heim berichtet in seiner Autobiographie davon, u.a. auch, wie die kritisch geprägten Studenten Taylor fragten: „Wie können Sie an jedes Wort der Bibel glauben?“ – Taylor antwortete: „Wenn Sie morgen wieder von Frankfurt abreisen wollen, so schlagen Sie das Kursbuch auf und sehen nach, wann der Zug abgeht. Und wenn da steht, um sieben Uhr morgens fährt der erste Zug, so stellen Sie weiter keine Untersuchungen an über die Zuverlässigkeit des Kursbuchs, sondern gehen morgens sieben Uhr auf den Bahnhof und finden dort den angegebenen Zug. Genauso, wie Sie es mit dem Kursbuch machen, habe ich es seit fünfzig Jahren mit der Bibel und ihren Geboten gemacht, und ich habe ihre Weisungen in einem langen Leben auch unter hunderten von Todesgefahren immer richtig gefunden. Wenn zum Beispiel in der Bibel steht: ´Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch alles übrige zufallen´ so habe ich mich danach gerichtet, und bin dabei in allen kritischen Lebenslagen nie enttäuscht worden. Handeln Sie ebenso, und Sie werden dieselbe Erfahrung machen!“
Das Werk der Mission wuchs weiter und Hudson Taylor hatte bis 1902 die Leitung inne. Im Februar 1905 unternahm er eine letzte Reise nach China, auf der er am 3. Juni 1905 in Hunan starb. – Zu dieser Zeit waren etwa 850 Missionare der von ihm gegründeten China Inland Mission in China tätig.

Buchempfehlungen:
John C. Pollock: Hudson Taylor – Pionier im verbotenen Land
Giessen: Brunnen Verlag, 1983.
Howard und Geraldine Taylor: Das geistliche Geheimnis Hudson Taylors
Bad Liebenzell: Verlag der Liebenzeller Mission, 1984.

Auf Youtube fand ich noch folgende Episode: „Hudson Taylor und seine letzte Münze“

Gedanken zu 3. Mose 19,2

„Rede zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israel und sage zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig.“ (3Mo 19,2)

Gott gab Mose den Auftrag, diese Botschaft an das Volk Israel weiterzugeben. Doch sie ist auch für uns wichtig, denn der Apostel Petrus zitiert sie in seinem ersten Brief und wendet sie auf die Gemeinde Jesu an: „…sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr im ganzen Wandel heilig! Denn es steht geschrieben: „Seid heilig, denn ich bin heilig.“ (1. Petr 1,15-16)

Ein paar Gedanken dazu:

1. Gott ist heilig
D.h., dass Gott moralisch vollkommen, perfekt, sündlos und so ganz anders ist, als wir Menschen. Aus seinem heiligen Wesen kommt es, dass alles, was Gott tut „sehr gut“ ist, dass er uns Menschen unendlich liebt, aber auch, dass er Ungerechtigkeit nicht ungestraft lassen kann.

2. Gottes Volk soll ebenfalls heilig sein
Gott hatte ja das Volk Israel aus den Völkern der Erde auserwählt und dazu abgesondert um IHM zu dienen. Es ist nun Gottes Volk, Gottes Eigentum, und soll jetzt so leben, wie Gott es will. Unter anderem sollten auf diese Weise auch die anderen Völker, die den lebendigen Gott noch nicht kannten, durch das Leben von Gottes Volk den einzig wahren Gott erkennen.
Auch im Neuen Testament werden die Gläubigen „Heilige“ genannt. Uns ist das peinlich, die wenigsten wollen sich so nennen lassen. Warum eigentlich? – Vielleicht weil wir als Christen dazu neigen uns oft in einer falschen Weise an diejenigen anzupassen, die mit Gott nichts am Hut haben. – Bis dahin, dass wir uns einreden lassen, Sünde sei ja gar nichts so Schlimmes (der zweideutige Spruch „Kann denn Liebe Sünde sein?“ ist ja recht bekannt…). Oder vielleicht, weil wir uns zwar gerne von Gott retten und segnen lassen wollen, aber es dann doch vorziehen das zu tun, was uns in den Kram paßt?
Bei Gottes Ruf zur Heiligkeit geht es ja nicht darum zum Schein heilig zu sein, also Scheinheilige, sondern echt und authentisch. Das ist dann auch keine abgehobene Sache mehr sondern etwas sehr Konkretes. Die restlichen Verse von 3. Mose 19 beschreiben, wie ein heiliges Leben im Alltag aussieht; lesen Sie doch einfach mal das ganze Kapitel durch (und ebenso auch den 1. Petrusbrief)!
Wichtig ist dabei, dass wir ein heiliges Leben führen sollen – nicht, um uns zu retten und durch gute Werke in den Himmel zu kommen. Nein, retten können wir uns durch keine Anstrengung der Welt, sondern nur durch den Glauben an Jesus Christus. Sondern wir sollen ein heiliges Leben führen weil Jesus uns bereits gerettet hat und wir nun sein Eigentum sind. Ein heiliges Leben ist also die Konsequenz des Gerettet-Seins und nicht die Voraussetzung, um gerettet zu werden.
Es geht auch nicht darum uns als Christen nun einem Perfektionsdruck auszusetzen. Auch als Gläubige sind wir nicht perfekt und so lange wir hier auf der Erde leben werden wir es auch niemals sein. Aber Jesus hat uns von unserer Schuld befreit und uns durch den Heiligen Geist die Chance zur Lebensveränderung gegeben. Wir müssen und sollen nicht so bleiben wie wir sind. Und darum geht’s, diese Chance der Lebensveränderung zu nutzen, Gott im Alltag zu dienen und so zu leben, dass Gott sich an uns freuen kann.