Monatsarchiv: Mai 2012

Mysteriöse Todesfälle bei den Machiguenga-Indianern (3)

Am Sonntag ist nun auch das siebte Kind – das seit mehreren Tagen in einem Krankenhaus im Koma lag – verstorben :-(.
In den vergangenen Tagen brachte der peruanische Nachrichtensender RPP Noticias mehrere Berichte, in denen Bezug auf Aussagen von Seiten der Gesundheitsbehörden genommen wurde. Demnach wird davon ausgegangen, dass Tollwut, übertragen durch Fledermäuse, die Ursache für die Todesfälle in dem Machiguenga-Dorf Camaná ist. In einer Nachricht wird hervorgehoben, dass seit 14 Jahren keine Impfungen gegen Tollwut in diesem Dorf durchgeführt worden seien, in einer weiteren Nachricht wird „bestätigt“, dass durchschnittlich 262 Personen in Camaná innerhalb der vergangenen sechs Monaten von Fledermäusen gebissen worden seien. Gemäß einer Nachricht vom 22. Mai sei Tollwut die Ursache für den Tod der sieben Kinder; von diesen sind allerdings fünf in ihrem Dorf verstorben – und ob bei diesen überhaupt eine Obduktion durchgeführt wurde ist fraglich…
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Nachricht vom 23. Mai, dass die Kommission des peruanischen Parlaments (Comisión de Salud y Población), welche die Vorfälle in Camaná untersucht, nicht mit dem Bericht des stellvertretenden Gesundheitsministers zufrieden ist, und nun ihre Erkundigungen ausweiten will. In dieser Nachricht wird auch erwähnt, dass Repräsentanten der Erdgasgesellschaft, einer Einladung der Kommission nicht gefolgt seien. Am 12. März war es in der näheren Umgebung von Camaná, infolge eines Lecks an einer unterirdischen Pipeline, zum Austritt von Erdgas gekommen. Da es nach diesem Vorfall zu den Erkrankungen und Todesfällen im Dorf gekommen ist, vermuten die Bewohner, dass dies die eigentliche Ursache ist. Trotz all der Berichte und Erklärungen, dass die mysteriösen Todesfälle auf Tollwut zurückzuführen seien, bleiben bei den Betroffenen weiterhin offene Fragen – und Zweifel, dass das Leck in der Pipeline keine Schäden verursacht haben soll…

Hier geht´s zu den erwähnten Nachrichten auf der Internetseite von RPP Noticias:

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Mysteriöse Todesfälle – ungefähr 100 Machiguenga-Indianer schwer erkrankt

Gestern berichtete ich über mysteriöse Todesfälle in dem peruanischen Indianerdorf Camaná, wo bisher sechs Kinder verstorben sind. Heute erreichte mich die Nachricht, dass inzwischen ungefähr 100 Personen schwer erkrankt sind, darunter auch die Frau eines meiner ehemaligen Studenten.

Der peruanische Nachrichtensender RPP Noticias berichtete inzwischen ebenfalls über die Ereignisse in Camaná. Über die Ursache der Erkrankungen wird bisher noch spekuliert: Die einen vermuten, dass es sich um Vergiftungen, ausgelöst durch das Leck an einer Gasleitung handelt; die anderen vermuten, dass Tollwut, übertragen durch Fledermäuse, der Grund ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die peruanischen Behörden schnellstmöglichst der Sache annehmen, sich darum bemühen, weiteren Schaden von der Bevölkerung abzuwenden, aber auch, die wahren Ursachen für diese mysteriösen Todesfälle ans Licht zu bringen.

Am 16. Mai erschienen auf der Internetseite von RPP Noticias folgende Berichte dazu:

 

Mysteriose Todesfälle bei den Machiguenga-Indianern

In den letzten Tagen erhielt ich aus Peru mehrfach beunruhigende Nachrichten über mysteriöse Todesfälle bei den Machiguenga-Indianern. In dem abgelegenen Machiguenga-Dorf Camaná sind innerhalb kurzer Zeit fünf Kinder aus noch unbekannten Gründen verstorben; ein sechstes Kind verstarb am vergangenen Samstag – angeblich an Tollwut – in einem Krankenhaus in Lima. Ein siebtes Kind – mit denselben Krankheitssymptomen – liegt auf der Intensivstation eines Kinderkrankenhauses in Lima im Sterben. Zwischenzeitlich sind auch sieben Erwachsene in Camaná erkrankt. Die Machiguenga vermuten, dass eine Vergiftung die Ursache für diese Erkrankungen bzw. Todesfälle sein könnte. In ihrem Gebiet wird seit mehreren Jahren Erdgas gewonnen, und erst im März wurde in der Umgebung von Camaná ein Leck an einer unterirdischen Gasleitung festgestellt. Nach Meinung der Betreibergesellschaft habe es sich dabei um einen geringfügigen Schaden gehandelt, der sofort behoben worden sei. Allerdings starben anschließend viele Fische sowie Wasserschildkröten.
Die Bewohner von Camaná leben nun in großer Angst. Sie fragen sich, ob ihr Trinkwasser, das sie aus dem Fluss beziehen, sowie die Fische und das Fleisch des Wildes verseucht sind? Oder ob die Ursache doch etwa Tollwut ist, die durch Fledermäuse übertragen wird? Leider haben sie auf diese Fragen bisher keine klare und zuverlässige Antwort…

Am 10. Mai erschien auf der Internetseite von Servindi ein Bericht über diese mysteriösen Todesfälle: „Perú: Mueren 5 niños machiguengas por presunto envenenamiento por derrame de gas“