Monatsarchiv: August 2013

Filmaufnahmen von in Isolation lebenden Indianern in Peru veröffentlicht!

In der erweiterten Auflage von „Begegnungen in Peru“ behandle ich auch das Thema der in freiwilliger Isolation lebenden Stämme im peruanischen Urwald:

„Derzeit gibt es – alleine im peruanischen Urwaldgebiet – etwa 14 bis 17 Ethnien, die in freiwilliger Isolation leben. D.h., diese Gruppen leben irgendwo im Urwald, ohne Kontakt zur Außenwelt zu pflegen. Das bedeutet nicht, dass diese Ethnien nicht wüssten, dass es da noch andere Menschen gäbe.“ (Jürgen H. Schmidt: Begegnungen in Peru. Urwaldindianer auf dem Weg ins 21. Jahrhundert, S. 102)

Darin erwähne ich auch die Masho-Piro, eine dieser Ethnien:

„Andere Gruppen, z.B. die Mashco-Piro, bleiben bis heute in freiwilliger Isolation. Nur gelegentlich kommt es zu Kontakten, z.B., wenn Werkzeuge (Macheten etc.) aufgebraucht sind und sie versuchen, Nachschub zu bekommen. Zufällige Begegnungen, z.B. mit Holzfällern, verlaufen nicht immer friedlich, denn die schlechten Erfahrungen ihrer Vorfahren haben sich tief ins kollektive Gedächtnis der Ethnie eingeprägt. Dazu kommt, dass es in neuerer Zeit immer wieder zu Morden an Indianern kam, deren Anwesenheit (illegalen) Holzfällern ein Dorn im Auge war. Daher reagieren diese isoliert lebenden Indianer mitunter aggressiv auf Außenstehende.“ (Jürgen H. Schmidt: Begegnungen in Peru. Urwaldindianer auf dem Weg ins 21. Jahrhundert, S.103)

Vom 24. – 26.  Juni 2013 – an drei aufeinander folgenden Tagen – näherte sich jeweils eine Gruppe Mashco-Piro dem Indianerdorf Monte Salvado in der Region Madre de Dios am Río Las Piedras, wo sie um Nahrungsmittel und andere Produkte baten. – Eine ungewöhnliche Aktion, die vermutlich auf die prekäre Situation dieser sehr verwundbaren Ethnie hinweist.

Kürzlich erschien im peruanischen Fernsehen eine Reportage über dieses Ereignis, in der auch Filmaufnahmen davon gezeigt werden. Die Reportage wurde inzwischen auch auf Youtube veröffentlicht:

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