Monatsarchiv: Januar 2016

Wie bewerten wir unsere Sünden gegen Gott?

Schon seit einiger Zeit lese ich die Dogmatik von Eduard Böhl aus dem Jahr 1887. Was mir an seiner „Darstellung der christlichen Glaubenslehre auf reformiert-kirchlicher Grundlage“ gut gefällt ist die enge Anbindung an die Heilige Schrift.

Bei der Lektüre mache ich immer wieder interessante Entdeckungen. In § 46 spricht er “über das Verhältnis der Sünden zueinander“. Dabei kommt er auch auf Sünden gegen Gott zu sprechen und darauf, wie der Mensch diese bewertet:

„Und vor Gott sind oftmals die Sünden groß, die nach menschlichem Urteil klein erscheinen. Wir meinen hier die Übertretung der Gebote der ersten Tafel, worin die rechten Hauptsünden gelegen sind, da wir hier nicht den Nächsten, sondern Gott an seiner Ehre verkürzen. Aber die menschliche Vernunft ist so antichristlich und atheistisch, dass sie den Grad der Sünden stets danach taxiert, ob man durch dieselben dem Menschen zu nahe getreten, ob man Menschen mehr oder weniger verletzte. Die Sünden gegen Gott schlägt die menschliche Vernunft gering an.“ Eduard Böhl. Dogmatik. Darstellung der christlichen Glaubenslehre auf reformiert-kirchlicher Grundlage, S. 141

Natürlich ist jede Sünde gegen Menschen auch ein Angriff gegen den Schöpfer und seine Gebote! Doch die Übertretung der ersten vier Gebote (nach reformatorischer Zählung) sind direkte Angriffe auf Gott. Allerdings ist sich der Mensch in der Regel überhaupt nicht bewusst was er da tut und mit wem er es zu tun hat, wenn er z.B. Gottes Namen missbraucht und in den Schmutz zieht. Wie recht hatte doch der weise König Salomo, wenn er gleich in seiner Einleitung zu den Sprüchen schreibt: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Weisheit und Zucht verachten nur die Narren.“ (Sprüche 1,7).

Böhl´s Dogmatik gibt´s entweder als PDF-Version oder auch ganz konventionell als Printausgabe.

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