Neuerscheinung: Ist die Bibel Gottes Wort? – Gründe für die Glaub- und Vertrauenswürdigkeit der Heiligen Schrift

Mein neustes Buch zum Thema “Ist die Bibel Gottes Wort? – Gründe für die Glaub- und Vertrauenswürdigkeit der Heiligen Schrift“ wurde gestern veröffentlicht und kann ab sofort über den Buchhandel (vor Ort oder im Internet) bezogen werden. Hier die Kurzbeschreibung (Klappentext): „Über 1.700 Jahre bestand in den christlichen Kirchen – trotz aller Unterschiede – Einigkeit darüber, dass die Bibel Gottes Wort ist. Während der letzten 250 Jahre wurde diese Auffassung immer mehr in Zweifel gezogen. Trotz aller vorgebrachten Einwände gibt es gute Gründe dafür, weiterhin an der Glaub- und Vertrauenswürdigkeit der Heiligen Schrift festzuhalten – und daran, dass sie wirklich Gottes Wort ist.“

Das Buch gibt bewusst eine kurze und komprimierte Einführung in die Thematik – mit entsprechenden Literaturhinweisen für Leser/innen, die sich intensiver damit beschäftigen möchten.

Die Print-Ausgabe hat 60 Seiten, kostet Euro 3,99 (inkl. MwSt.) und wird international im Buchhandel verfügbar sein. In manchen Online-Shops ist es bereits gelistet (weitere Infos dazu finden Sie auf der Seite zum Buch); im BoD Buchshop ist auch eine Leseprobe verfügbar.

Eine eBook-Ausgabe wird in Kürze erscheinen (für Kindle, iTunes, etc.) und für 4 Wochen zum Sonderpreis von Euro 1,99 (inkl. MwSt.) erhältlich sein; danach gilt der reguläre Verkaufspreis von Euro 2,99 (inkl. MwSt.).

Eindrücke von meiner Peru-Reise 2019

Kürzlich bin ich von meiner 15. Peru-Reise seit 2007 zurückgekehrt. Wie immer war die Reise sehr intensiv, mit vielen Begegnungen, Gesprächen und Eindrücken, die verarbeitet werden wollen. Während ich in den Vorjahren jeweils alleine unterwegs war, waren wir diesmal – zumindest während eines Teils der Reise – als kleine Gruppe, bestehend aus zwei Ehepaaren unterwegs. Für mich persönlich war das eine neue aber auch eine sehr gute Erfahrung, da wir als Gruppe sehr gut harmoniert haben. Da das befreundete Ehepaar nicht nur mit dabei war, um meinen Dienst in Peru (siehe meinen kurzen Bericht auf der Internetseite des Timotheus-Dienst) kennenzulernen, sondern auch um Urlaub zu machen, bekam die Reise eine touristische Note, die sie so nicht gehabt hätte, wäre ich wieder alleine unterwegs gewesen. Der Vorteil war, dass ich auf diese Weise auch neue Dinge bzw. OrtMiraflorese in Peru kennengelernt habe, die ich so nicht auf dem Schirm gehabt hätte.

So waren wir in Lima, im Stadtteil Miraflores, auf der Promenade (Malecón) der Steilküste unterwegs – ausgehend vom Einkaufszentrum “Larcomar“ bis zum Leuchtturm im “Parque Antonio Raimondi“. Dort in Miraflores gibt es übrigens auch einen Verleih von E-Scootern; das Ganze läuft über eine Handy-App, über die eScooterman wohl bucht und bezahlt.

In Lima wollten wir außerdem ins “Museo Nacional de Arqueología Antropología e Historia del Perú“ in Pueblo Libre, das ich im Januar besucht hatte. Leider war dieses wegen Reparaturarbeiten geschlossen. So beschlossen wir kurzfristig stattdessen das “Museo Arqueológico Rafael Larco Herrera“, ebenfalls in Pueblo Libre, zu besuchen, das eine gute Wahl und Alternative bot, auch wenn der Eintritt wesentlich teurer war, da es sich um ein Privat-Museum handelt.

In Lima haben wir diesmal vor allem Taxi-Apps benutzt; ist insgesamt sicherer, als ein Taxi von der Straße zu nehmen, und die Erfahrungen damit würde ich rundweg als positiv bewerten. Mit den Taxifahrern gab es immer wieder gute Gespräche, auch über geistliche Themen. Über Religion zu sprechen ist in Peru weder Privatsache noch peinlich.

Las Pampas

Las Pampas

Von Lima aus ging die Reise weiter nach Huánuco. Da der Bibelkurs erst am Freitag begann, hatte ich noch zwei Tage für Besuche bzw. Sightseeing. Am ersten Tag verbanden wir beides miteinander, um meinen Freund und Kollegen Guillermo und seine Familie in Las Pampas zu besuchen. Nach dem Mittagessen machten wir dann gemeinsam einen Ausflug nach Tomayquichua, um das Haus der Perricholi (“casa de la Perricholi“) zu besichtigen. Micaela Villegas Hurtado de Mendoza (1748-1819), bekannt als “La Perricholi“, war die Geliebte des spanischen Vizekönigs; ihr gemeinsamer Sohn Manuel de Amat y Villegas war einer der Unterzeichner der peruanischen Unabhängigkeitserklärung vom 28. Juli 1821.

Kotosh

Kotosh

Tags darauf besuchten wir die archäologische Stätte von Kotosh, die insbesondere durch die Tempelanlage der “gekreuzten Hände“ bekannt geworden ist. Kotosh ist nur ca. 5 km von Huánuco entfernt; mit dem Taxi kommt man gut hin, es ist allerdings schwieriger ein Taxi (für 4 Personen) zurück zu bekommen. Kotosh2Also blieb uns nichts anderes übrig als zwei Moto-Taxis (mit etwas Blech drum herum) für die Rückfahrt zu nehmen. Ist ein Erlebnis, aber vom Standpunkt der Verkehrssicherheit aus betrachtet nicht unbedingt die beste Wahl …

Der Unterricht des Bibelkurses sollte eigentlich von Freitag bis Sonntag stattfinden; da aber gerade die “Copa América“ stattfand und die peruanische Fußballmannschaft es ins Endspiel gegen Brasilien geschafft hatte, wurde ich (zunächst unter einem Vorwand) gebeten, die für Sonntag-Nachmittag geplanten Unterrichtsstunden auf den Samstag-Abend vorzuverlegen. So hatten wir dann am Samstag von 8:00h bis 22:00h Unterricht (mit etwa 4 Stunden Pausen). Ja, was bringt man nicht alles für Opfer, damit andere Fußball schauen können … ;-).

Hafen Pucallpa

Pucallpa – Hafen

Die nächste Station unserer Reise war Pucallpa (Urwald). Dort in der Nähe ist das Zentrum von FAIENAP, dem Dachverband evangelischer Indianerkirchen, den ich seit 2001 beratend begleite. Da die Vorstandssitzungen erst am nächsten Tag beginnen sollten, nutzten wir die Zeit zu einem Ausflug in die Stadt und besichtigten Hafen, Fußgängerzone, Plaza de Armas sowie einen der Märkte. Die Vorstandssitzung begann dann erst am übernächsten Tag (die Arbeit mit FAIENAP erfordert eine gewisse Flexibilität … ).

Liedbeitrag Urarina

Liedbeitrag Urarina

Während die anderen das Shipibo-Dorf “Santa Teresita“ besuchten hatte ich in Ruhe Zeit ein Thema für die FAIENAP-Konferenz vorzubereiten. Wichtige Punkte auf der Tagesordnung bei FAIENAP waren die Vorstandswahlen sowie die Aufnahme eines neuen Kirchenverbandes von Awajún-Gemeinden. Erstmals waren zwei Ehepaare aus Urarina-Gemeinden gekommen, um FAIENAP kennenzulernen. Durch einen Liedbeitrag in ihrer Sprache trugen sie zur Bereicherung eines der Abendgottesdienste während der Konferenzwoche bei.

Tocache-Express

Unterwegs nach Tocache

Nach der Konferenz flogen meine Frau und ich zurück nach Lima, um uns nochmals mit dem anderen Ehepaar zu treffen, das zwischenzeitlich die Region von Cuzco und Puno bereist hatte und am nächsten Tag die Heimreise antrat. Während meine Frau vor ihrem Rückflug nach Deutschland noch eine Woche bei ihrer Freundin in Lima verbrachte, brach ich zu meiner dritten Reise nach Tayabamba auf. Mit dem Nachtbus ging es wieder nach Huánuco, wo ich mich morgens mit Guillermo traf. Mit zwei Sammeltaxis des “Tochache-Express“ ging es zunächst nach Tingo Maria und von dort nach Tocache. Da die Straßen dorthin sehr gut ausgebaut sind beträgt die Reisezeit nur ca. 6 Stunden. Von Tocache aus reisten wir dann mit dem Gländewagen eines Bekannten von Guillermo nach Tayabamba.

Tayabamba2019

Tayabamba

Die ursprüngliche Route führt über Uchiza und dauert ca. 10 Stunden; seit letztem Jahr gibt es aber auch eine Route über San Marcos, die nur noch 5 Stunden dauert. Der erste Teil der Strecke ist noch (eineinhalbspurig) geteert; danach ungeteerte Piste und danach abenteuerlich (durch Erdrutsche etc.- wir mussten warten, bis der Bagger auf dem abgerutschten Stück wieder einen passierbaren Weg gebahnt hatte). Gott sei Dank (!) kamen wir dann kurz vor Mitternacht wohlbehalten in Tayabamba an.

Bis zum Beginn des Bibelkurses hatte ich sogar zwei Tage Zeit zum akklimatisieren (Tayabamba liegt auf 3.200 m Höhe; Allauca, wo der Unterricht stattfand auf etwa 3.400 m Höhe). Als wir uns am nächsten Morgen zum Frühstück auf den Weg machten, habe ich nicht daran gedacht, auf welcher Höhe wir sind, und ich bin wie gewohnt zügig den Berg hinauf gegangen. Doch ich habe sehr schnell gemerkt, dass die Luft dünn ist; musste mich an eine Straßenlaterne anlehnen und einfach nur atmen …

Bäckerei1Zu meiner Freude hatte Nery, die zur Alianza-Gemeinde in Tayabamba gehört, eine Bäckerei eröffnet. Die Backstube mit Verkauf und einen kleinen Cafe ist weiter oben, am Ortsende; eine weitere Filiale mit Cafe ist direkt an der Plaza da Armas. Wir waren täglich Stammkunden; morgens zum Frühstück und am Nachmittag, um die verschiedenen Kuchen- und Gebäcksorten durchzuprobieren. Eine „torta Selva Negra“ (Schwarzwälder KBäckerei2irchtorte) habe ich allerdings nicht probiert; das führt in Peru nur zu Enttäuschungen; dafür gab es aber richtig guten Filterkaffee (!) – und nicht nur den in Peru weit verbreiteten Pulver-Kaffee. Nery´s Bäckerei heißt “Maná“ (wie das Mana in der Wünste) und in der Hauptfiliale steht auch eine große Tafel mit Bibelversen, wo u.a. darauf hingewiesen wird, dass Jesus “das Brot des Lebens“ ist.

IAcYM-Tayabamba

Neues Gemeindehaus der Alianza-Gemeinde

Während unseres Aufenthalts trafen wir verschiedene Leute aus der Gemeinde, u.a. auch eine ältere Frau, die ich schon von meinem ersten Besuch her kannte, sowie ihre 102-jährige Nachbarin. Die beiden saßen zusammen vor dem Haus, um sich in der Sonne etwas zu wärmen. Wir kamen ins Gespräch und wurden gebeten für die Nachbarin zu beten, was wir dann auch gleich an Ort und Stelle taten. Nach dem Bibelkurs hatte ich am Sonntag noch einen Predigtdienst in derGodi Tayabamba Gemeinde in Tayabamba. Das neue Gemeindehaus (zumindest der Gottesdienstraum) war inzwischen fertiggestellt. Während viele Gemeinden in Peru inzwischen große Musikteams haben, gab es dort keines, bzw. es war kein Instrumentalist anwesend; war aber gar kein Problem, denn eine ältere Frau leitete die Gemeinde “a cappella“ im Gesang an und der Gemeindegesang klang richtig gut und harmonisch.

Nach dem Gottesdienst ging´s dann mit dem “Picaflor“ weiter nach Trujillo. Guillermo wollte mich eigentlich begleiten, musste mich aber Picaflorwegen einer Fischvergiftung unterwegs verlassen (noch zwei weitere Teilnehmer des Bibelkurses hatten dieselben Probleme), da er die 14-stündige Fahrt nicht überstanden hätte. Obwohl die Fahrtroute diesmal etwas länger war – aufgrund vieler Überfälle wird eine Abkürzung nach Trujillo gemieden und man geht zunächst bei Chimbote auf die Panamericana – ging es diesmal etwas schneller und so war ich morgens um kurz nach 3 Uhr in Trujillo. Die Abholung mit dem Taxi klappte ebenfalls problemlos und so war ich kurz danach im Gästehaus von “Amor en Acción“, wo ich erst mal richtig ausschlafen konnte. Neben Planungen eines möglichen Bibelkurses im kommenden Jahr

Trujillo

Trujillo – Plaza de Armas

nutzte ich die Zeit in Trujillo zu einem Besuch im archäologischen Museum (“Museo de Arqueología UNT“) und zum Bummeln bei der Plaza de Armas. In den letzen 2 bis 3 Jahren sind viele Flüchtlinge aus Venezuela nach Peru gekommen – mit ihrer Armut und Not und daraus resultierenden Begleiterscheinungen. Man sieht viele von ihnen in Lima, manche Arbeiten in Restaurants, als Wächter, als Kleinkünstler oder Verkäufer auf der Straße etc. In der Innenstadt von Trujillo ist die Armut und Not dieser Flüchtlinge – an fast jeder Straßenecke – besonders sichtbar.

Von Trujillo ging es dann mit dem Nachtbus von “Cruz del Sur“ zurück nach Lima. Im Vergleich zum eher rustikalen “Picaflor“ war dieser Bus sehr luxuriös: 160° neigbarer gut gepolsterter Sitz, extra Kissen und Decke, Snack und Getränk zum Abendessen, Flachbildschirm (wie im Flugzeug). War dankbar, dass ich auf dieser Fahrt relativ gut schlafen konnte. Und ich bin sehr dankbar für die ganze Reise, alle Erlebnisse und alle Bewahrung. Viermal die Anden überquert (3x auf dem Landweg, 1x im Flugzeug), vier Nächte im Bus verbracht, fünf Hauptstationen besucht und in acht verschiedenen Betten geschlafen etc. etc. etc. – es gäbe noch vieles zu erzählen …

Spanische Ausgabe von “Hilfreiche Prinzipien der Bibelauslegung“

cover - interpretacion biblicaIn Kürze wird unter dem Titel “El ABC de la Interpretación Bíblica“ eine spanische Ausgabe meines Buches “Hilfreiche Prinzipien der Bibelauslegung“ erscheinen. Nach “Basics interkultureller Kommunikation“ ist dies nun das zweite Buch, das in zwei Sprachen erhältlich sein wird.

Die Anregung zur Übersetzung kam von meinem peruanischen Kollegen Guillermo, der mich auch tatkräftig bei den Korrekturen unterstützt und ein Vorwort für die spanische Ausgabe geschrieben hat. Lucia, eine junge Kolumbianerin, die es beruflich in den Schwarzwald verschlagen hat, hat freundlicherweise die Zweitkorrektur übernommen.

So eine Buch-Übersetzung ist immer ein spannendes Projekt: Nicht immer ist es möglich wortwörtlich zu übersetzen, Redewendungen und Begriffe werden nicht in allen spanischsprachigen Ländern gebraucht und verstanden, Literaturempfehlungen müssen angepasst werden, da nicht alle vorgeschlagenen Bücher in Spanisch verfügbar sind, usw. Es ist zwar nicht ganz einfach, bietet aber gewisse Vorteile, wenn man als Autor die Übersetzungsarbeit selbst macht. Die Arbeit daran weitet den eigenen Horizont; außerdem hat man mehr Freiheit, notwendige Anpassungen und ggf. auch Ergänzungen vorzunehmen.

Ebenso wie meine bisherigen Buchveröffentlichungen, wird auch “El ABC de la Interpretación Bíblica“ bei BoD (Books on Demand) erscheinen und im internationalen Vertrieb erhältlich sein (u.a. über Amazon). Zusätzlich zur Printausgabe wird es auch eine eBook-Ausgabe für alle gängigen Reader (Kindle, iTunes, ePub, GooglePlay) geben.

Weitere Informationen dazu findet Ihr auf meiner Autorenseite: www.jürgenschmidt.net

Peru-Reise 2017

Meine zweite Peru-Reise in diesem Jahr geht dem Ende entgegen. Bereits im Januar hatte ich die Möglichkeit hier zu sein und an der Bibelschule des Alianza-Gemeindeverbandes das Fach „Gemeinde und Mission“ zu unterrichten. Diesmal war geplant, denselben Kurs an der Bibelschule eines anderen Gemeindeverbandes in Lima zu unterrichten. Doch kurz vor Beginn meiner Reise erhielt ich die Nachricht, dass mangels Studenten das ganze Semester gestrichen wurde; ob die Bibelschule danach weitergeführt wird ist noch unklar. Durch diese kurzfristige Programmänderung waren zwar die ersten Tage in Lima etwas entspannter, doch das folgende Programm umso dichter.

Tayabamba

Die nächste Haupt-Station auf der Reise war Tayabamba bzw. Allauca (im Bergland), wo ich bereits 2015 einen einwöchigen Bibelkurs durchgeführt hatte. Die reine Fahrtzeit von Lima über Trujillo nach Tayabamba betrug insgesamt rund 26 Stunden; ein großer Teil der Strecke ist eine einspurige Erd-Piste, die in einem „relativ guten Zustand“ ist. Früher betrug die Reisezeit zwischen Trujillo und Tayabamba ca. 4 Tage!

Allauca

In Allauca (ca. 15 Min von Tayabama entfernt) führte ich einen Bibelkurs zum Thema „Endzeit“ durch. Insgesamt waren über 60 Teilnehmer aus den Bergdörfern bzw. Gemeinden der Umgebung gekommen. Wie an so vielen Orten in Peru gab es auch hier in der Vergangenheit Leute, die ein Datum zur Wiederkunft Jesu verbreiteten. Da Jesus natürlich nicht zum angegebenen Datum erschien, verließen viele die Gemeinden, da sie meinten, die Bibel wäre nicht zuverlässig. Doch nicht die Bibel ist das Problem, sondern die Bibelauslegung. Jesus hat sich ganz klar geäußert, dass keiner „Zeit und Stunde“ seiner Wiederkunft kennt. So war es mir ein großes Anliegen, zur Schrift hinzuführen, zu schauen, was wirklich geschrieben steht, und zwischen unseren „Vorstellungen“ und „Vermutungen“ und dem, was wirklich klar geoffenbart ist, zu unterscheiden.

Die nächste Reise-Station war Trujillo (Küste), wo ich denselben Bibelkurs hielt, diesmal an der Bibelschule des Alianza-Gemeindeverbandes. Außerdem war ich eingeladen, am Sonntag in der Gemeinde zu predigen. Da die dortige Gemeinde (Alianza America Sur) sehr gewachsen ist, der Gottesdienstraum aber nur 180 Personen fasst, gibt es nun eben fünf Gottesdienste am Sonntag (zwei am Vormittag und drei am Abend). So predigte ich das erste Mal am selben Sonntag in fünf Gottesdiensten über dasselbe Thema; eine neue, interessante Erfahrung.

Die letzte Haupt-Station meiner Reise war Pucallpa (Urwald), wo ich an der Jahreskonferenz von FAIENAP (Dachverband evangelischer Indianerkirchen) teilnahm. Die ersten beiden Tage der Jahreskonferenz sind jeweils für die Mitgliederversammlung reserviert, bei der u.a. die Delegierten aus den angeschlossenen Gemeindeverbänden berichten. Die restlichen drei Tage findet eine Rüstzeit mit verschiedenen Referenten und Themen statt. Dieses Jahr hatte ich die Möglichkeit über das Thema „Gemeinde und Mission“ zu sprechen. Es gibt einige Indianer-Pastoren, die in diesem Bereich bereits sehr engagiert sind. Doch insgesamt wissen die Gemeinden relativ wenig über dieses Thema und so ist auch in den Indianerkirchen eine wachsende Kluft zwischen „Gemeinde“ und „Mission“ erkennbar – in derselben Weise wie in der westlichen Welt [Der Missiologe George W. Peters drückte es einmal so aus: „Die zwischen Kirchen und Missionsgesellschaften bestehende Kluft ist eine völlig abnorme Entwicklung in der Geschichte der Kirche. Deshalb haben wir heute so viele missionslose Kirchen (Gemeinden) und so viele kirchenlose (gemeindelose) Missionsgesellschaften.”].

Während jeder Peru-Reise gibt es Dinge, die – trotz all dem inzwischen Bekannten – immer wieder ins Auge springen. Dazu gehören z.B. weiter steigende Preise (u.a. für Lebensmittel), überall sind Leute mit ihrem Smartphone unterwegs und telefonieren, spielen, etc., d.h. sie sind permanent damit beschäftigt.

Einmal mehr wurde mir bewusst, was für ein Privileg es ist (in unserem Dorf im Schwarzwald) sauberes Trinkwasser und saubere Luft zu haben. In Trujillo war das Wasser dermaßen stark gechlort (evtl. wegen der Überschwemmungen im Frühjahr mit Unterbrechung der Wasserversorgung), dass innerhalb von zwei Tagen meine Darmflora massiv gestört bzw. in Mitleidenschaft gezogen wurde. Im Urwald ist gerade die Zeit, in der Brandrodungen stattfinden und während meines Aufenthalts war ständig staubige und/oder rauchige Luft – ganz zu schweigen von der Luftverschmutzung durch den Verkehr in Lima.

Bei den Besuchen in unterschiedlichsten Regionen des Landes wird mir immer wieder bewusst, wie unterschiedlich die Mentalität und kulturelle Prägung der Leute ist. Peru ist wirklich multi-kulti. Oft haben die Peruaner der verschiedenen Regionen Kultur-Stress untereinander, sind sich dessen aber oft nicht bewusst. Beim Flug von Amsterdam nach Lima saß ich neben einer Frau aus Cuzco; wir kamen ins Gespräch und ich fragte sie, ob sie auch Quechua spräche. Sie bejahte und wir kamen auf die Vielfalt der Quechua-Dialekte zu sprechen. Sie meinte allen Ernstes, dass überall in Peru (fast) dieselbe Quechua-Variante gesprochen würde wie in Cuzco! – Dabei gibt es über 20 Varianten des Quechua in Peru, die sehr unterschiedlich sind und die einander nur sehr beschränkt verstehen. Wie die Inka hielt sie wohl Cuzco für den „Nabel der Welt“. Ähnliches geschieht im Bereich der Bildung. Die Verantwortlichen (die meist Lima für den „Nabel der Welt“ halten) haben oft leider kaum eine Ahnung von der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Ethnien und Sprachen im Amazonasgebiet. So kommt es vor, das z.B. die Ashénica als Teil der Asháninca-Gruppe betrachtet werden und Schulbücher in Asháninca erhalten, die weder die Lehrer – geschweige denn die Schüler – verstehen!

Neuauflage von „Basics interkultureller Kommunikation“

basics-cover-2auflKürzlich erschien eine Neuauflage meines Buches „Basics interkultureller Kommunikation“.

Der Preis für die Printausgabe beträgt weiterhin Euro 11,95 (inkl. MwSt.); der Preis für das eBook konnte auf Euro 8,99 (inkl. MwSt.) gesenkt werden.

Innerhalb der nächsten 14 Tage ist das eBook sogar zum Promotionspreis von Euro 7,99 (inkl. MwSt.) erhältlich!

Weitere Infos zu „Basics interkultureller Kommunikation“ finden Sie hier.

Bibelauslegung

Soli Deo Gloria?!

Die fünf Solas der Reformation sind:

  1. Sola Scriptura – Allein die Schrift
  2. Sola Gratia – Allein aus Gnade
  3. Sola Fide – Allein aus Glauben
  4. Solus Christus – Allein durch Christus
  5. Soli Deo Gloria – Gott allein sei die Ehre

 Diese fünf Solas fassen die Kernpunkte der reformatorischen Lehre, insbesondere der Soteriologie (Lehre vom Heil), kurz und knapp zusammen. Nach meiner Beobachtung sind zumindest die ersten vier mehr oder weniger bekannt (auch wenn sie in der Praxis oft nicht genügend beachtet werden): Die Heilige Schrift, die Bibel, ist die alleinige Grundlage der christlichen Lehre – insbesondere auch für die Lehre vom Heil. Die Errettung des Sünders geschieht allein aus Gnade, allein durch den Glauben und allein durch Jesus Christus.

Doch der fünfte Kernpunkt, „Soli Deo Gloria“, wird relativ selten erwähnt. Meist hörte ich davon im Zusammenhang mit Johann Sebastian Bach, der die Abkürzung der drei Worte, S.D.G., unter seine Kompositionen setzte um die alleinige Ehre dafür Gott zu geben. Doch im Zusammenhang mit der Heilslehre wird „Soli Deo Gloria“ recht selten erwähnt. Das ist irgendwie seltsam – oder?

Liegt es vielleicht daran, dass wir heute – auch in „frommen Kreisen“ – eher anthropozentrisch (Menschen zentriert) als theozentrisch (Gott zentriert) ausgerichtet sind? Könnte es sein, dass wir zwar schon noch betonen, dass die Errettung des Sünders allein aus Gnade durch den Glauben an Jesus Christus geschieht, aber gleichzeitig (bewusst oder unbewusst) von einer gewissen Mitwirkung des Menschen bei seiner Errettung ausgehen? D.h. könnte es sein, dass Glaube („Ich habe mich entschieden zu glauben“), Bekehrung („Ich habe mich bekehrt“) und Wiedergeburt („Wenn du an Jesus glaubst und ein Übergabegebet sprichst, dann wirst du von neuem geboren“) inzwischen (wieder) dem menschlichen Einflussbereich zugeschrieben werden? D.h. wenn ich (mit meinem angeblich „freien Willen“) die Entscheidung zu Glaube und Bekehrung getroffen habe, dann habe ich ja doch einen gewissen Beitrag zu meiner Errettung geleistet (wie viel denn? 1%, 5%, 10%…?) – und als logische Konsequenz stehen Gott dann auch nicht mehr 100% der Ehre zu…

Die Reformatoren betonten, dass unsere Errettung 100% Gottes gnädiges Geschenk ist, und der Mensch absolut nichts tun kann, um sich die Gnade Gottes auch nur irgendwie zu „verdienen“. Selbst der Glaube ist letztlich ein Geschenk Gottes, d.h. auch darauf, dass jemand an Christus glaubt kann sich niemand etwas einbilden. Der Reformator Johannes Calvin geht im 3. Buch seiner Institutio, in den Kapiteln 15-18, auf die Frage nach einem eventuellen menschlichen Beitrag („Werk“, „Verdienst“) zu seinem Heil ein. Das 15. Kapitel hat er folgendermaßen überschrieben: „Was man vom Verdienst der Werke rühmt, macht Gottes Lobpreis für das Zustandebringen der Gerechtigkeit, zugleich aber auch die Heilsgewißheit zunichte“. Es lohnt sich sehr, seine Ausführungen zu lesen!

In seinen Briefen weist der Apostel Paulus immer wieder auf die Kernpunkte der Heilslehre hin – auch darauf, dass der Mensch keinerlei Grund hat, sich vor Gott zu rühmen:

„Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“ (Römer 3,21-28)

„Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, damit sich kein Mensch vor Gott rühme. Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, damit, wie geschrieben steht: »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!«“ (1.Korinther 1,26-31)

„Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.“ (Epheser 2,8-9)

Soli Deo Gloria!

Fröhliche Weihnachten!

„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt.“ (Johannes 1,14-17)

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Neuauflage „Glaubensspuren“ (eBook)

cover-glaubensspurel-2aufl-klVon meinem eBook „Glaubensspuren – von Böhmen nach Sachsen“ ist eine leicht überarbeitete Neuauflage erschienen. Es enthält jeweils eine Kurzbiografie von Johannes (Jan) Hus und von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf.

Amazon bietet bereits schon die Neuauflage an (im Kindle-Shop wird aber noch das alte Cover angezeigt); bei anderen Anbietern sollte sie innerhalb der nächsten zwei Tage ebenfalls verfügbar sein. Weitere Infos zu „Glaubensspuren“ finden Sie hier.

George W. Peters´ Bekenntnis zur Autorität der Bibel

Der Missionswissenschaftler Dr. George W. Peters beginnt seine Theologie der Mission mit einer persönlichen Stellungnahme und einem klaren Bekenntnis zur Autorität der Bibel:

„Ich entschuldige mich nicht dafür, daß ich die Bibel ohne vorgeschaltete Kritik als Autorität akzeptiere. Die Bibel ist die Grundlage und die Quelle des Glaubens, nicht das Ergebnis des Glaubens. Es geht mir darum, alles unter das Urteil des göttlichen Wortes zu bringen. Ohne zögern akzeptiere ich die Irrtumslosigkeit des biblischen Berichtes, die Historizität des Vorwortes der Bibel – 1.Mose 1-11 -, den mosaischen Ursprung des Pentateuchs und die historische, konservative, evangelikale Stellung zu allen Büchern der Bibel. Ich habe diese Stellung nicht blindlings bezogen. Die historisch-kritische Forschung ist mir nicht fremd. Die Auseinandersetzungen über Offenbarung und Inspiration, Authentizität und Integrität der Bibel sind mir wohl bekannt. Über Jahre hinweg verfolgte ich aufmerksam und nachdenklich die verschiedensten philosophischen und theologischen Strömungen und ihren Umgang mit der Bibel. Ich fand aber all diese Theorien mangelhaft. Sie scheinen mir weder offenbarungsgemäß, noch historisch, noch rational zu verfahren. Es fehlen ihnen die historischen Beweise für ihre Behauptungen und die klaren autoritativen Kriterien. Sie bauten weder meinen Glauben noch mein Leben auf. Es handelte sich bei ihnen um subjektive, unkritische Spekulationen. Sie mehrten weder missionarische Motivation noch schafften sie missionarische Dynamik. Diese Theorien nahmen weder mein Herz in Beschlag, noch spornten sie meinen Willen an. Deshalb bleibe ich bei der Bibel als meinem Führer, meiner Wegweisung und meiner Autorität.“ George W. Peters. Missionarisches Handeln und biblischer Auftrag. Eine Theologie der Mission, S. 9f.