Vater, vergib ihnen…

Das Buch „Es ist vollbracht“ des englischen Predigers C.H. Spurgeon enthält Predigten über Christi Worte am Kreuz. Der Evangelist Lukas überliefert uns die ersten Worte, die Jesus sprach als er ans Kreuz genagelt wurde:

„Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lukas 23,34)

Spurgeon schrieb zu diesem Gebet Jesu:

Ist das alles wahr, mit Ostern und so...?„Wie abgrundtief ist das Gebet! Es ist unübertroffen. Kein anderes gleicht ihm. Es stimmt, auch Abraham, Moses und die Propheten taten Fürbitte für die Übeltäter, doch nicht für solche, die ihnen Hände und Füße durchbohrten. Es stimmt, daß Christen seit jenem Tage dieses Gebet wiederholten. Stephanus rief: „Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht!“ (Apostelgeschichte 7,59). Manch ein Märtyrer auf dem Scheiterhaufen legte zuletzt noch eine Fürbitte für seine Verfolger ein. Aber wir wissen, von wem sie es lernten. Doch laßt mich fragen, von wem er es lernte. Von keinem! War er nicht das göttliche Original? Das Gebet ergab sich schlechthin aus seiner göttlichen Natur. Ein M i t – L e i d e n, das ihm und nur ihm eigentümlich war, legte ihm dieses Gebet, das kein Vorbild kennt, in den Mund. Seine königliche Liebe ließ ihn dieses erinnerungswürdige Fürbittegebet sprechen, das uns zum Vorbild dienen kann, für das es aber kein Vorbild gibt.“ Charles Haddon Spurgeon. Es ist vollbracht. Christi Worte am Kreuz, S. 12f.

Die Wohltat des Staates

Eine meiner derzeitigen Lektüren ist das Buch „Weltgeschichtliche Betrachtungen“ des Baseler Historikers Jacob Burckhardt (1818 – 1897). Der zweite Hauptteil handelt von den Potenzen „Staat“, „Religion“ und „Kultur“. Am Ende seiner Ausführungen über den Staat schreibt Burckhardt:

„Die „Verwirklichung des Sittlichen auf Erden“ durch den Staat müßte tausendmal scheitern an der innern Unzulänglichkeit der Menschennatur überhaupt und auch der der Besten insbesondere. Das Sittliche hat ein wesentlich anderes Forum als den Staat; es ist schon enorm viel, daß dieser das konventionelle Recht aufrechthält. Er wird am ehesten gesund bleiben, wenn er sich seiner Natur (vielleicht sogar seines wesentlichen Ursprungs) als Notinstitut bewußt bleibt.
Die Wohltat des Staates besteht darin, daß er der Hort des Rechtes ist. Die einzelnen Individuen haben über sich Gesetze und mit Zwangsrecht ausgerüstete Richter, welche sowohl die zwischen Individuen eingegangenen Privatverpflichtungen als auch die allgemeinen Notwendigkeiten schützen – weit weniger durch die wirklich ausgeübte Gewalt als durch die heilsame Furcht vor ihr. Die Sekurität, deren das Leben bedarf, besteht in der Zuversicht, daß dies auch in Zukunft geschehen werde, d.h. daß man nie mehr nötig haben werde, innerhalb des Staates, solange derselbe überhaupt besteht, gegeneinander zu den Waffen zu greifen. Jeder weiß, daß er mit Gewalt weder Habe noch Macht vermehren, sondern nur seinen Untergang beschleunigen wird.
Der Staat hat weiter zu verhindern, daß sich die verschiedenen Auffassungen des „bürgerlichen Lebens“ an den Haaren nehmen. Er soll über den Parteien stehen; freilich sucht jede Partei sich seiner zu bemächtigen, sich für das Allgemeine auszugeben.
Endlich: in späten, gemischten Staatsbildungen, welche Schichten von verschiedenen, ja entgegengesetzten Religionen und religiösen Auffassungen beherbergen (und in letzterem Sinn sind jetzt alle Kulturstaaten paritätisch) sorgt der Staat wenigstens dafür, daß nicht nur die Egoismen, sondern auch die verschiedenen Metaphysiken einander nicht aufs Blut befehden dürfen (was noch heute ohne den Staat unvermeidlich geschehen würde, denn die Hitzigsten würden anfangen und die  andern nachfolgen).“

Bibelübersetzung für die Quechua am Napo-Fluss

Wycliffe Bible Translators hat einen Kurzfilm über das Bibelübersetzungsprojekt für die Quechua am Napo-Fluss (Peru) veröffentlicht. Der Film gibt einen guten Einblick in die Arbeit des Übersetzungsteams und zeigt auch die Bedeutung einer Bibelübersetzung in der Herzenssprache der Ethnie auf.

Zwei der Mitglieder des Übersetzungsteams kenne ich persönlich. Von Christa habe ich sehr viel über die Indianersprachen im peruanischen Urwald gelernt, dies hat mir in meinem Dienst als Bibellehrer sehr geholfen. Claudia habe ich während einem Missionsvortrag, den ich in einer Gemeinde in Lima gehalten habe, kennengelernt. Sie arbeitet mit viel Freude und Hingabe, damit auch die Quechua am Napo-Fluss endlich Gottes Wort in ihrer Herzenssprache bekommen.

Hier der auf Youtube veröffentlichte Film (in Englisch):

Die Bibel als Glaubensgrund

In meinem Artikel „Glaube und Geschichte“ wies ich bereits auf das Buch „Die Bibel verstehen“ hin. Darin hat Werner Neuer eine ganze Reihe von Aufsätzen des Theologen Adolf Schlatter zur biblischen Hermeneutik gesammelt und herausgegeben.

In seinem Aufsatz „Der Glaube an die Bibel“ schreibt Schlatter u.a. über den „kräftigen Antrieb zum Unglauben in uns“, der sich in der Geschichte und im Zustand der Kirche immer wieder bemerkbar macht. Abhilfe kann letztlich nur das Hören auf Gottes Wort – die Bibel – schenken:

„Die Frage ist die, wie dem sündigen Menschen der Glaubensgrund bereitet wird, dem, der in sich selbst keinen Grund und kein Recht hat, auf Gott mit Glauben zu sehen, dem, der durch seine eigene Tat in den Unglauben, in den Argwohn, in die Furcht gebunden ist, als in den ihm gebührenden Ort. Die Hilfe bringt uns Gottes Wort. Wir dürfen ihn hören. Die Distanz des Sündigen vom Heiligen wird durch das Wort überwölbt. Es hebt uns weg von dem, was wir selber sind, und hält uns vor, was Gott für uns ist.

Wir möchten die Macht Gottes erleben; aber das erste, was wir als unsere Bereitung zum Glauben nötig haben, ist Gnade, und die erste Tat der Gnade ist, dass Gott mit uns spricht. Wir hören Gottes Freundlichkeit und Liebe. Deswegen ist die Bejahung seines Wortes das Fundament des Glaubensstandes.

Bekanntlich hat die Predigt der Reformation die Bibel kräftig als Glaubensgrund gebraucht. Was sie dazu bewogen hat, ist leicht erkennbar. Das hängt an der reformatorischen Bußpredigt, an dem tiefen Ernst, mit dem sie das betrachtet und gerichtet hat, was die Bibel »Sünde« heißt. Wer aus der reformatorischen Glaubensstellung heraustritt, muss auch die reformatorische Bußpredigt umbiegen.“ (S.69)

„Seht zu, liebe Brüder, dass keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott; sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es »heute« heißt, dass nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde. Denn wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht vom Anfang bis zum Ende festhalten. Wenn es heißt: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah« – wer hat sie denn gehört und sich verbittert? Waren’s nicht alle, die von Ägypten auszogen mit Mose? Und über wen war Gott zornig vierzig Jahre lang? War’s nicht über die, die sündigten und deren Leiber in der Wüste zerfielen? Wem aber schwor er, dass sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, wenn nicht den Ungehorsamen? Und wir sehen, dass sie nicht dahin kommen konnten wegen des Unglaubens.“ (Hebräer 3,12-19)

Erdöl-Austritt verschmutzt Amazonasgebiet!

Wieder einmal kam es im peruanischen Amazonasgebiet bei der Förderung von Erdöl bzw. durch ein Leck in einer Pipeline zu massiven Verschmutzungen der Gewässer. Bereits am 25. Januar 2016 kam es am Río Chiriaco durch das Leck in einer Pipeline zum Austritt von Rohöl, das den ganzen Fluss verunreinigt. Am 9. Februar 2016 verschlimmerte sich die Situation, als aufgrund starker Regenfälle (es ist gerade Regenzeit) der von Petro Peru gebaute Damm, um das Rohöl zurückzuhalten, überflutet wurde.

Das folgende auf Youtube eingestellte Video zeigt den Río Chiriaco überzogen mit einer Ölschicht. Der Chiriaco fließt in den Marañon, der ab seinem Zusammenfließen mit dem Ucayali den Amazonas bildet. Die Bevölkerung an diesen Flüssen ist über die Verschmutzung der Gewässer sehr besorgt und leidet auch an dem starken Geruch, der sich überall ausbreitet.

In dem Video wird den Funktionären der verantwortlichen Erdölgesellschaft vorgeworfen, sie würden dem Vorfall nicht die gebührende Bedeutung beimessen. Außerdem zeigt man sich überrascht, dass die Medien den Fall Kleinreden und berichten, alles wäre unter Kontrolle. Doch die Videoaufnahmen zeigen etwas anderes. Der Río Chiriaco ist derzeit auf einer Länge von ca. 30 Kilometer verschmutzt – von dem Ort, wo das Leck in der Pipeline ist, bis zu seiner Einmündung in den Río Marañon. Für die Menschen, die dort wohnen, ist dieser Öl-Unfall eine absolute Katastrophe, ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf Flora und Fauna!

Für diejenigen, die Spanisch sprechen, ein paar Links zu den Nachrichten von RPP-Noticias über den Vorfall:

Indígenas denunciarán a la estatal Petroperú por derrame en Amazonía

Amazonas: alarma por derrame de petróleo que contamina al río Marañón

Funcionarios regionales evalúan derrame de petróleo en el río Chiriaco

Bagua: nativos Awajun afectados por filtración de petróleo

Petroperú niega negligencia en derrame de crudo en Amazonas y Loreto

Glaube und Geschichte

Werner Neuer hat in dem Buch „Die Bibel verstehen“ Aufsätze von Adolf Schlatter (1852 – 1938) zur biblischen Hermeneutik gesammelt und herausgegeben.

In dem Aufsatz „Die heilige Geschichte und der Glaube“ geht es um den Zusammenhang zwischen Geschichte, Glaube und Wahrheit. Schlatter weist darauf hin, dass der Glaube – sowohl im AT wie im NT – seinen Grund in der Geschichte hat. Er nennt drei Punkte, an denen dies deutlich wird:

1. Das Gottesbild in der Bibel ist personhaft bestimmt. Der persönliche Gott handelt und offenbart sich in der Geschichte.

2. Jesus kam in diese Welt und vollbrachte seine Heilstat am Kreuz in der Geschichte.

„Darum kann der Glaube, der auf Christus zielt, seinen Inhalt nur aus der Geschichte schöpfen; er gründet sich auf Jesu Tat.“ (S.54)

3. Unser eigenes Leben ist nicht von Geschichte zu trennen; jeder Mensch ist „Träger einer Geschichte“. Wir sollen unsere Lebensgeschichte aber nicht isoliert von Gott leben, sondern in der persönlichen Beziehung mit ihm.

„Wir stehen mit der Erwägung, ob unser Glaube auf die Geschichte ziele, nicht vor einem formalen Problem. Sie ist die Frage nach dem persönlichen Gott, die Frage nach Christus als dem, der unser Heilsgut ist, die Frage nach dem Sinn unseres Lebens, ob auch uns sich eine Geschichte erschließe, die zwar nicht eine heilige, wohl aber eine geheiligte zu werden vermag.“ (S.56).

 Im weiteren Verlauf seines Aufsatzes kommt Schlatter darauf zu sprechen

warum sich für weite Kreise in unserer Kirche an dieser Stelle eine Schwierigkeit findet, die der fröhlichen Gründung des Glaubens auf die heilige Geschichte widerstrebt.“ (S.56)

Durch das Aufkommen der modernen Bibelkritik wurde die Historizität großer Teile des AT sowie des NT nicht nur in Frage gestellt sondern auch bestritten. Gleichzeitig tat und tut man aber in kirchlichen Kreisen so, als ob dies keine Konsequenzen für den christlichen Glauben habe. Um es etwas salopp zu formulieren: Es käme ja nicht darauf an, ob die in der Bibel beschriebenen Ereignisse tatsächlich so geschehen wären (egal ob es sich um den Auszug aus Ägypten, die Auferstehung Jesu oder was auch immer handle), das Wichtigste wäre „die darin enthaltene Botschaft“. D.h. man hat letztlich den Glauben von der Geschichte getrennt (aber weiterhin fromm geschwafelt…). Schlatter macht auf die Konsequenzen einer Trennung von Glaube und Geschichte (so wie sie uns in der Bibel als Heilsgeschichte berichtet wird) aufmerksam:

„Haben wir aber das, was wir Idee heißen, von der Geschichte geschieden, so ist sie nicht mehr ohne Einschränkung wahr und das Ja, das wir ihr geben, ist geknickt. Darum ist es kein stichhaltiger Beruhigungsgrund, wenn man uns sagt: Die Veränderung im geschichtlichen Bild, in welchem wir die heilige Geschichte sehen, seien ja für unsere Frömmigkeit gleichgültig. Vielmehr hat die an der Bibel getane geschichtliche Arbeit unzweifelhaft deutliche Rückwirkungen auf den Glaubensstand der Kirche. Es lässt sich hier keine Scheidung künstlich aufrichten.“ (S.60f.)

In seinem zweiten Brief macht der Apostel Petrus u.a. darauf aufmerksam, dass der Glaube auf historischen Tatsachen gründet:

Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der erhabenen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.“ (2.Petrus 1,16-18)

Petrus verweist hier auf die Verklärung Jesu, bei der er selbst als Augenzeuge anwesend war – es ist eben relevant, ob etwas tatsächlich geschehen ist oder nicht! Den in der Bibel berichteten Ereignissen ihre Historizität abzusprechen bedeutet nichts anderes, als sie zu Fabeln (oder Mythen) zu degradieren, deren Glaubwürdigkeit letztlich nicht größer ist als die von Grimms Märchen (ich erinnere mich daran, vor Jahren in München ein Plakat gesehen zu haben, in der zu einer Veranstaltung mit dem Theologen Eugen Drewermann eingeladen wurde, bei der er Grimms Märchen tiefenpsychologisch gedeutet hat – eigentlich eine logische Konsequenz der Trennung von Glaube und Geschichte…).

Am Ende seines Aufsatzes kommt Schlatter darauf zu sprechen, dass es aber nicht nur darauf ankommt, „von der Wahrheit der heiligen Geschichte völlig überzeugt“ zu sein (als eine Art „allgemeiner Glaube“), sondern dass letztlich ein rettender Glaube erforderlich ist, der davon überzeugt ist, dass Gott seine Heilstaten in der Geschichte „für mich vollbracht“ hat. Schlatter beendet seine Ausführungen mit dem Fazit:

„Gottes große Taten, die einst geschehen sind, durchwalten darum in unvergänglicher Segensmacht unser aller Lebenslauf und bilden immer wieder den sicheren Glaubensgrund. Es hat seine vollkommene Wahrheit, wenn wir auch heute noch vor der heiligen Geschichte stehen mit dem dankbaren Wort: Das tatest du auch für mich. Eben dies ist das Glaubenswort.“ (S. 63).

Wie bewerten wir unsere Sünden gegen Gott?

Schon seit einiger Zeit lese ich die Dogmatik von Eduard Böhl aus dem Jahr 1887. Was mir an seiner „Darstellung der christlichen Glaubenslehre auf reformiert-kirchlicher Grundlage“ gut gefällt ist die enge Anbindung an die Heilige Schrift.

Bei der Lektüre mache ich immer wieder interessante Entdeckungen. In § 46 spricht er “über das Verhältnis der Sünden zueinander“. Dabei kommt er auch auf Sünden gegen Gott zu sprechen und darauf, wie der Mensch diese bewertet:

„Und vor Gott sind oftmals die Sünden groß, die nach menschlichem Urteil klein erscheinen. Wir meinen hier die Übertretung der Gebote der ersten Tafel, worin die rechten Hauptsünden gelegen sind, da wir hier nicht den Nächsten, sondern Gott an seiner Ehre verkürzen. Aber die menschliche Vernunft ist so antichristlich und atheistisch, dass sie den Grad der Sünden stets danach taxiert, ob man durch dieselben dem Menschen zu nahe getreten, ob man Menschen mehr oder weniger verletzte. Die Sünden gegen Gott schlägt die menschliche Vernunft gering an.“ Eduard Böhl. Dogmatik. Darstellung der christlichen Glaubenslehre auf reformiert-kirchlicher Grundlage, S. 141

Natürlich ist jede Sünde gegen Menschen auch ein Angriff gegen den Schöpfer und seine Gebote! Doch die Übertretung der ersten vier Gebote (nach reformatorischer Zählung) sind direkte Angriffe auf Gott. Allerdings ist sich der Mensch in der Regel überhaupt nicht bewusst was er da tut und mit wem er es zu tun hat, wenn er z.B. Gottes Namen missbraucht und in den Schmutz zieht. Wie recht hatte doch der weise König Salomo, wenn er gleich in seiner Einleitung zu den Sprüchen schreibt: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Weisheit und Zucht verachten nur die Narren.“ (Sprüche 1,7).

Böhl´s Dogmatik gibt´s entweder als PDF-Version oder auch ganz konventionell als Printausgabe.

In Gerechtigkeit regieren – Jesus macht den Unterschied!

Der Prophet Jesaja ist der „Evangelist“ des Alten Testaments, denn sein Buch enthält mehr Prophetien über Jesus als das restliche Alte Testament zusammen. Viele Abschnitte bei Jesaja handeln vom Friedensreich des Messias, das Jesus bei seiner Wiederkunft aufrichten wird. Ja, wenn Jesus wiederkommt, dann wird endlich Frieden und Gerechtigkeit herrschen! Bei der heutigen Bibellese bin ich auf den folgenden Abschnitt gestoßen:

„Siehe, ein König wird in Gerechtigkeit regieren; und die Obersten, sie werden nach Recht herrschen.

Und jeder wird sein wie ein Bergungsort vor dem Wind und ein Schutz vor dem Wolkenbruch, wie Wasserbäche in dürrer Gegend, wie der Schatten eines gewaltigen Felsens im lechzenden Land.

Da werden die Augen der Sehenden nicht mehr verklebt sein, und die Ohren der Hörenden werden aufmerksam sein.

Und das Herz der Unbesonnenen wird auf Erkenntnis achtgeben, und die Zunge der Stammelnden wird fließend Deutliches reden.

Der Törichte wird nicht mehr edel genannt und der Schurke nicht mehr vornehm geheißen werden.

Denn ein törichter Mensch redet Törichtes. Und sein Herz bereitet Unheil, Ruchloses zu tun und Irreführendes gegen den HERRN zu reden, um die Seele des Hungrigen leer zu lassen und dem Durstigen den Trank zu verweigern.

Und die Werkzeuge des Schurken sind böse: er beschließt böse Anschläge, um die Elenden durch Lügenreden zugrunde zu richten, selbst wenn der Arme redet, was Recht ist.

Aber der Edle beschließt Edles, und auf Edlem besteht er.“                                                             (Jesaja 32,1-8)

Welch ein Kontrast zu dem, was wir in dieser gegenwärtigen gefallenen Welt erleben!

Die Advents- und Weihnachtszeit soll uns nicht nur an Jesu erstes Kommen, sondern auch an seine (jederzeit mögliche) Wiederkunft erinnern. Aber nicht nur das, sie ist auch eine persönliche Anfrage an jeden von uns: Bin ich auf sein Kommen vorbereitet? Jederzeit? Wünsche ich mir überhaupt, dass Jesus wiederkommt und SEIN Reich aufrichtet?

„Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen; komm, Herr Jesus!“ (Offenbarung 22,20)

 

 

Vorurteile in der interkulturellen Begegnung

coverbasics„In den bisherigen Kapiteln habe ich vor allem versucht, fachliches Wissen zu vermitteln: Fachliches Wissen über Kommunikationsprozesse und über Kulturen. Solches Fachwissen ist notwendig und wichtig, um kulturelle Unterschiede verstehen zu lernen und um begreifen zu können, warum Menschen verschiedener Kulturen die Welt anders wahrnehmen, anders denken und empfinden als wir. Ich habe dabei versucht, die Gründe für die unterschiedlichen Sichtweisen zu verdeutlichen und damit um Verständnis für andere Sichtweisen zu werben. Dieser Punkt ist mir sehr wichtig, weil in der interkulturellen Begegnung Vorurteile oft eine große Rolle spielen – bewusste wie auch unbewusste.

Wir sprachen bereits kurz über das Thema Ethnozentrismus. In der interkulturellen Begegnung gehen wir natürlicherweise zunächst einmal von uns selbst und unserer eigenen kulturellen Prägung aus und nehmen diese als Maßstab, um andere Menschen zu beurteilen. In vielen Fällen kommt hinzu, dass wir bereits vor der Begegnung mit jemandem, der einer anderen Kultur angehört, etwas über dessen Land und „die Mentalität der Leute dort“ gehört haben. Egal, ob das, was wir gehört haben positiv oder negativ ist, ob es zutrifft oder nicht, der andere ist nun kein völlig „unbeschriebenes Blatt“ mehr. Bewusst oder unbewusst fließen Erwartungen mit ein, wie der andere aufgrund seiner Kultur sein müsste. Bei diesen Vorinformationen über andere Länder, Menschen und deren Sitten spielen vor allem sogenannte Stereotypen eine Rolle. Stereotypen können einerseits eine Hilfe sein, weil sie Sachverhalte verallgemeinern und dadurch auch den Umfang an Informationen auf ein überschaubares und zu bewältigendes Maß reduzieren. Die Gefahr von Stereotypen ist aber, dass sie zu sehr verallgemeinern und dazu verleiten, Menschen in Schubladen einzusortieren, in die sie nicht gehören.“

Jürgen H. Schmidt: Basics interkultureller Kommunikation, S. 124f.

Die Advents- und Weihnachtszeit bewusst feiern

Cover - Weihnachten ohne Jesus 2 Auflage„Ich möchte Sie gleichzeitig ermutigen, die Advents- und Weihnachtszeit bewusst zu feiern. Im Neuen Testament finden wir keinerlei Hinweise darauf, dass wir diese Zeit feiern sollen. Interessant ist aber ein Blick in das Alte Testament. Dort finden wir mehrere große Feste, die das Volk Israel feiern sollte (z.B. Passah, das Laubhüttenfest, den großen Versöhnungstag). An diesen Festen sollte es sich an Gottes große Taten erinnern und die Erinnerung daran auch an die kommende Generation weitergeben. Die ersten Christen haben dieses Modell aufgenommen und bereits schon früh begonnen am ersten Tag der Woche, dem Sonntag, zusammenzukommen und der Auferstehung Jesu zu gedenken (vgl. Apostelgeschichte 20,7; 1. Korinther 16,2). Erst im zweiten Drittel des vierten Jahrhunderts begann man Weihnachten am 25. Dezember zu feiern. In den darauffolgenden Jahrhunderten ist Weihnachten dann zum Hauptfest der westlichen Kirchen geworden.

Es liegt letztlich an uns, ob wir Advent und Weihnachten zu einer Tradition ohne Inhalt verkommen lassen, oder ob wir diese Feste bewusst nutzen, um uns selbst an Gottes wundervolle Taten zu erinnern, über unsere Beziehung zu ihm nachzudenken und auch unseren Kindern von Gott weiterzusagen, damit sie IHN persönlich kennenlernen können.“

Jürgen H. Schmidt, Weihnachten ohne Jesus? – Den Grund für Weihnachten neu entdecken, S. 34f