Archiv der Kategorie: Glaube

Christliche Schriften zum Thema Corona

Seit Beginn der Corona-Virus-Pandemie wurden von verschiedenen christlichen Organisationen Schriften (Flyer und/oder Hefte) zur Thematik herausgegeben. Hier eine kurze Übersicht mit Links zu den Texten (jeweils dort bestellbar und auch als PDF-Download verfügbar):

Dr. Lothar Gassmann: „Hilfe bei Angst vor Coronavirus“ (Flyer) – veröffentlicht bei der Lukas Schriftenmission.

Beim Missionswerk Werner Heukelbach gibt´s den Flyer „Corona: Sind wir noch sicher?

Prof. Dr. Werner Gitt: „Was hat Corona mit GOTT zu tun?“ (Flyer) – veröffentlicht bei Bruderhand-Medien.

Manfred Röseler: „Covid-19 – Müssen wir besorgt sein?“ (Flyer) – veröffentlicht bei Bruderhand-Medien.

Manfred Röseler: „Angst vor dem Virus? Eine Perspektive der Hoffnung“ (Heft) – veröffentlicht bei Bruderhand-Medien.

John Piper: „Corona und Christus“ (Buch) – kostenloser Download als PDF, ePub und Hörbuch bei Evangelium 21.

 

Jüngerschaft mit dem Epheser-Brief

Ab sofort ist die Print-Ausgabe meines neusten Buches „Jüngerschaft mit dem Epheser-Brief“ über den Buchhandel (vor Ort oder im Internet) beziehbar.

Cover_Jüngerschaft_mit_dem_Epheser-BriefNachfolgend die Kurzbeschreibung: „Der Brief des Apostels Paulus an die Epheser enthält in kurzer und komprimierter Form viele wichtige Lehren, die jeder Christ kennen sollte. U.a. thematisiert er das Werk des dreieinigen Gottes bei unserer Errettung, die christliche Gemeinde, die Lebensführung des Gläubigen sowie den geistlichen Kampf. “Jüngerschaft mit dem Epheser-Brief“ ist ein Jüngerschaftskurs, der in Kleingruppen oder im Selbststudium durchgeführt werden kann. Fragen, Erklärungen und Querverweise zu anderen Bibelstellen helfen dem Leser, die Botschaft des Epheser-Briefs zu entdecken, zu verstehen und im eigenen Leben anzuwenden. Die Fragen wurden so formuliert, dass das Studium auch mit unterschiedlichen Bibelübersetzungen möglich ist.“

Die Print-Ausgabe hat 88 Seiten, kostet Euro 6,99 (inkl. MwSt.) und wird auch international im Buchhandel verfügbar sein. In manchen Online-Shops ist es bereits gelistet und bestellbar (weitere Infos dazu finden Sie auf der Seite zum Buch – die schnellste Lieferung erfolgt derzeit über den BoD Buchshop); im BoD Buchshop ist auch eine Leseprobe verfügbar.

Eine eBook-Ausgabe wird in Kürze erscheinen (für Kindle, iTunes, etc.) und für 4 Wochen zum Sonderpreis von Euro 3,99 (inkl. MwSt.) erhältlich sein; danach gilt der reguläre Verkaufspreis von Euro 4,99 (inkl. MwSt.).

Was uns die Geschwindigkeit der Corona-Virus-Pandemie über kommende endzeitliche Ereignisse lehren kann.

Viele von uns wurden von der schnellen Ausbreitung des Corona-Virus überrascht; aber nicht nur davon, sondern auch von der rasend schnellen Geschwindigkeit, mit der fast weltweit das öffentliche Leben stillgelegt sowie die Versammlungs- und Bewegungsfreiheit eingeschränkt wurde. Diese überraschende Geschwindigkeit oder Schnelligkeit hat mich an einige Aussagen der Bibel im Zusammenhang mit der Wiederkunft Christi und der diesem Ereignis vorausgehenden Ereignisse erinnert.

Das Buch der Offenbarung beginnt mit den Worten: „Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll …“ In der Regel werden die griechischen Worte „genesthai en tachei“ mit „in Kürze geschehen“ übersetzt. Diese Aussage ruft natürlich Spötter auf den Plan, wie bereits schon zur Zeit der Apostel. Petrus schreibt darüber in 2. Petrus 3,3-4: „Ihr sollt vor allem wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist.“ Und so rechnet man rund 2.000 Jahre später umso weniger damit, dass Jesus Christus tatsächlich einmal wiederkommen wird. Man hat einerseits große Angst vor dem Klimawandel (die sicher nicht unberechtigt ist), dafür aber größtenteils die Gottesfurcht komplett verloren!

Interessant ist nun, um auf die Aussage in Offenbarung 1,1 zurückzukommen, dass das dort gebrauchte Wort „tachei“ bzw. „tachos“ / „tachous“ (Grundform) auch „Geschwindigkeit“, „Schnelligkeit“, „Eile“ bedeutet und die Wortverbindung „en tachei“ auch als „schnell“, „schleunigst“, „unverzüglich“ übersetzt werden kann. So verstanden würde der Eingangsvers der Offenbarung auf die Geschwindigkeit in der Erfüllung der endzeitlichen Ereignisse hinweisen. – Ich möchte an dieser Stelle nicht falsch verstanden werden: ich behaupte keineswegs, dass mit der schnellen Ausbreitung des Corona-Virus die Gerichte der Endzeit bereits begonnen hätten, und Jesu sichtbare Wiederkunft unmittelbar bevorstehen würde! Jesus selbst war sehr klar, dass niemand den Zeitpunkt seiner Wiederkunft kennt (Matthäus 24,36). Aber ich denke, die Schnelligkeit der Ereignisse im Zusammenhang mit der Corona-Virus-Pandemie ist eine eindrucksvolle Veranschaulichung dessen, mit welcher Geschwindigkeit die in der Bibel beschriebenen endzeitlichen Ereignisse eines Tages über diese Welt hereinbrechen werden; sie illustriert sowohl die Geschwindigkeit wie auch die globale Dimension. Und ich bin der festen Überzeugung, dass das Ganze ein Weckruf ist, um zu Gott umzukehren, IHN zu fürchten und IHM die Ehre zu geben! In Offenbarung 14,6-7 schreibt Johannes: „Und ich sah einen anderen Engel hoch oben am Himmel fliegen, der das ewige Evangelium hatte, um es denen zu verkündigen, die auf der Erde ansässig sind, und jeder Nation und jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk; und er sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und Meer und Wasserquellen gemacht hat!

Seit fast 2.000 Jahren wird das Evangelium verkündigt – die gute Nachricht, dass es einen Retter gibt, dass Jesus als unser Repräsentant am Kreuz gestorben ist, um Gottes Gericht auf sich zu nehmen, damit wir begnadigt werden können. Gott ruft uns zur Umkehr auf und bietet uns Errettung an, doch wir, als Menschen, müssen auf Gottes Wort hören und umkehren!

In 2. Petrus 3 schreibt der Apostel nicht nur von Spöttern, welche die Erfüllung der Verheißung der Wiederkunft Christi infrage stellten, sondern er gibt auch eine Antwort darauf, warum Jesus bisher noch nicht wiedergekommen ist und versichert, dass dieser Tag zweifellos kommen wird: „Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde. Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden nicht mehr zu finden sein. Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, wenn die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen. Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ (2. Petrus 3,9-13)

In seiner Endzeitrede (Matthäus 24-25) weist Jesus auf die Plötzlichkeit der kommenden Ereignisse hin und ruft wiederholt zur Wachsamkeit auf: „Wacht also! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.“ (Mt 24,42) „Deshalb seid auch ihr bereit! Denn in der Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen.“ (Mt 24,44) „So wacht nun! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“ (Mt 25,13)

Ich gehe mal davon aus, dass sich die Erde nach Ende der Corona-Virus-Pandemie weiterdrehen und irgendwann wieder Normalität einkehren wird („business as usual“). Die große Frage, die sich für mich aber stellt, ist, ob wir den Weckruf wirklich hören und umkehren (auch als Christenheit und Kirchen / Gemeinden !!!)? Die Frage ist nicht, wie lange es noch dauern wird, bis Jesus tatsächlich sichtbar wiederkommt! Wirklich relevant für uns ganz persönlich ist, ob wir jederzeit bereit sind unserem Schöpfer zu begegnen und vor IHM Rechenschaft abzulegen, ohne dass das mehr als peinlich für uns werden wird?! Wirklich bereit können wir nur dann sein, wenn wir auf die Botschaft des Evangeliums reagiert haben und Jesus Christus unser Retter und Herr geworden ist. In Amos 4,12 sprach Gott durch den Propheten im Rahmen eines Gerichtswortes Folgendes zum Volk Israel: „… mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen …!“ Bist Du bereit?

Neuerscheinung: Ist die Bibel Gottes Wort? – Gründe für die Glaub- und Vertrauenswürdigkeit der Heiligen Schrift

Mein neustes Buch zum Thema “Ist die Bibel Gottes Wort? – Gründe für die Glaub- und Vertrauenswürdigkeit der Heiligen Schrift“ wurde gestern veröffentlicht und kann ab sofort über den Buchhandel (vor Ort oder im Internet) bezogen werden. Hier die Kurzbeschreibung (Klappentext): „Über 1.700 Jahre bestand in den christlichen Kirchen – trotz aller Unterschiede – Einigkeit darüber, dass die Bibel Gottes Wort ist. Während der letzten 250 Jahre wurde diese Auffassung immer mehr in Zweifel gezogen. Trotz aller vorgebrachten Einwände gibt es gute Gründe dafür, weiterhin an der Glaub- und Vertrauenswürdigkeit der Heiligen Schrift festzuhalten – und daran, dass sie wirklich Gottes Wort ist.“

Das Buch gibt bewusst eine kurze und komprimierte Einführung in die Thematik – mit entsprechenden Literaturhinweisen für Leser/innen, die sich intensiver damit beschäftigen möchten.

Die Print-Ausgabe hat 60 Seiten, kostet Euro 3,99 (inkl. MwSt.) und wird international im Buchhandel verfügbar sein. In manchen Online-Shops ist es bereits gelistet (weitere Infos dazu finden Sie auf der Seite zum Buch); im BoD Buchshop ist auch eine Leseprobe verfügbar.

Eine eBook-Ausgabe wird in Kürze erscheinen (für Kindle, iTunes, etc.) und für 4 Wochen zum Sonderpreis von Euro 1,99 (inkl. MwSt.) erhältlich sein; danach gilt der reguläre Verkaufspreis von Euro 2,99 (inkl. MwSt.).

Soli Deo Gloria?!

Die fünf Solas der Reformation sind:

  1. Sola Scriptura – Allein die Schrift
  2. Sola Gratia – Allein aus Gnade
  3. Sola Fide – Allein aus Glauben
  4. Solus Christus – Allein durch Christus
  5. Soli Deo Gloria – Gott allein sei die Ehre

 Diese fünf Solas fassen die Kernpunkte der reformatorischen Lehre, insbesondere der Soteriologie (Lehre vom Heil), kurz und knapp zusammen. Nach meiner Beobachtung sind zumindest die ersten vier mehr oder weniger bekannt (auch wenn sie in der Praxis oft nicht genügend beachtet werden): Die Heilige Schrift, die Bibel, ist die alleinige Grundlage der christlichen Lehre – insbesondere auch für die Lehre vom Heil. Die Errettung des Sünders geschieht allein aus Gnade, allein durch den Glauben und allein durch Jesus Christus.

Doch der fünfte Kernpunkt, „Soli Deo Gloria“, wird relativ selten erwähnt. Meist hörte ich davon im Zusammenhang mit Johann Sebastian Bach, der die Abkürzung der drei Worte, S.D.G., unter seine Kompositionen setzte um die alleinige Ehre dafür Gott zu geben. Doch im Zusammenhang mit der Heilslehre wird „Soli Deo Gloria“ recht selten erwähnt. Das ist irgendwie seltsam – oder?

Liegt es vielleicht daran, dass wir heute – auch in „frommen Kreisen“ – eher anthropozentrisch (Menschen zentriert) als theozentrisch (Gott zentriert) ausgerichtet sind? Könnte es sein, dass wir zwar schon noch betonen, dass die Errettung des Sünders allein aus Gnade durch den Glauben an Jesus Christus geschieht, aber gleichzeitig (bewusst oder unbewusst) von einer gewissen Mitwirkung des Menschen bei seiner Errettung ausgehen? D.h. könnte es sein, dass Glaube („Ich habe mich entschieden zu glauben“), Bekehrung („Ich habe mich bekehrt“) und Wiedergeburt („Wenn du an Jesus glaubst und ein Übergabegebet sprichst, dann wirst du von neuem geboren“) inzwischen (wieder) dem menschlichen Einflussbereich zugeschrieben werden? D.h. wenn ich (mit meinem angeblich „freien Willen“) die Entscheidung zu Glaube und Bekehrung getroffen habe, dann habe ich ja doch einen gewissen Beitrag zu meiner Errettung geleistet (wie viel denn? 1%, 5%, 10%…?) – und als logische Konsequenz stehen Gott dann auch nicht mehr 100% der Ehre zu…

Die Reformatoren betonten, dass unsere Errettung 100% Gottes gnädiges Geschenk ist, und der Mensch absolut nichts tun kann, um sich die Gnade Gottes auch nur irgendwie zu „verdienen“. Selbst der Glaube ist letztlich ein Geschenk Gottes, d.h. auch darauf, dass jemand an Christus glaubt kann sich niemand etwas einbilden. Der Reformator Johannes Calvin geht im 3. Buch seiner Institutio, in den Kapiteln 15-18, auf die Frage nach einem eventuellen menschlichen Beitrag („Werk“, „Verdienst“) zu seinem Heil ein. Das 15. Kapitel hat er folgendermaßen überschrieben: „Was man vom Verdienst der Werke rühmt, macht Gottes Lobpreis für das Zustandebringen der Gerechtigkeit, zugleich aber auch die Heilsgewißheit zunichte“. Es lohnt sich sehr, seine Ausführungen zu lesen!

In seinen Briefen weist der Apostel Paulus immer wieder auf die Kernpunkte der Heilslehre hin – auch darauf, dass der Mensch keinerlei Grund hat, sich vor Gott zu rühmen:

„Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“ (Römer 3,21-28)

„Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, damit sich kein Mensch vor Gott rühme. Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, damit, wie geschrieben steht: »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!«“ (1.Korinther 1,26-31)

„Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.“ (Epheser 2,8-9)

Soli Deo Gloria!

Fröhliche Weihnachten!

„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt.“ (Johannes 1,14-17)

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George W. Peters´ Bekenntnis zur Autorität der Bibel

Der Missionswissenschaftler Dr. George W. Peters beginnt seine Theologie der Mission mit einer persönlichen Stellungnahme und einem klaren Bekenntnis zur Autorität der Bibel:

„Ich entschuldige mich nicht dafür, daß ich die Bibel ohne vorgeschaltete Kritik als Autorität akzeptiere. Die Bibel ist die Grundlage und die Quelle des Glaubens, nicht das Ergebnis des Glaubens. Es geht mir darum, alles unter das Urteil des göttlichen Wortes zu bringen. Ohne zögern akzeptiere ich die Irrtumslosigkeit des biblischen Berichtes, die Historizität des Vorwortes der Bibel – 1.Mose 1-11 -, den mosaischen Ursprung des Pentateuchs und die historische, konservative, evangelikale Stellung zu allen Büchern der Bibel. Ich habe diese Stellung nicht blindlings bezogen. Die historisch-kritische Forschung ist mir nicht fremd. Die Auseinandersetzungen über Offenbarung und Inspiration, Authentizität und Integrität der Bibel sind mir wohl bekannt. Über Jahre hinweg verfolgte ich aufmerksam und nachdenklich die verschiedensten philosophischen und theologischen Strömungen und ihren Umgang mit der Bibel. Ich fand aber all diese Theorien mangelhaft. Sie scheinen mir weder offenbarungsgemäß, noch historisch, noch rational zu verfahren. Es fehlen ihnen die historischen Beweise für ihre Behauptungen und die klaren autoritativen Kriterien. Sie bauten weder meinen Glauben noch mein Leben auf. Es handelte sich bei ihnen um subjektive, unkritische Spekulationen. Sie mehrten weder missionarische Motivation noch schafften sie missionarische Dynamik. Diese Theorien nahmen weder mein Herz in Beschlag, noch spornten sie meinen Willen an. Deshalb bleibe ich bei der Bibel als meinem Führer, meiner Wegweisung und meiner Autorität.“ George W. Peters. Missionarisches Handeln und biblischer Auftrag. Eine Theologie der Mission, S. 9f.

Vater, vergib ihnen…

Das Buch „Es ist vollbracht“ des englischen Predigers C.H. Spurgeon enthält Predigten über Christi Worte am Kreuz. Der Evangelist Lukas überliefert uns die ersten Worte, die Jesus sprach als er ans Kreuz genagelt wurde:

„Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lukas 23,34)

Spurgeon schrieb zu diesem Gebet Jesu:

Ist das alles wahr, mit Ostern und so...?„Wie abgrundtief ist das Gebet! Es ist unübertroffen. Kein anderes gleicht ihm. Es stimmt, auch Abraham, Moses und die Propheten taten Fürbitte für die Übeltäter, doch nicht für solche, die ihnen Hände und Füße durchbohrten. Es stimmt, daß Christen seit jenem Tage dieses Gebet wiederholten. Stephanus rief: „Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht!“ (Apostelgeschichte 7,59). Manch ein Märtyrer auf dem Scheiterhaufen legte zuletzt noch eine Fürbitte für seine Verfolger ein. Aber wir wissen, von wem sie es lernten. Doch laßt mich fragen, von wem er es lernte. Von keinem! War er nicht das göttliche Original? Das Gebet ergab sich schlechthin aus seiner göttlichen Natur. Ein M i t – L e i d e n, das ihm und nur ihm eigentümlich war, legte ihm dieses Gebet, das kein Vorbild kennt, in den Mund. Seine königliche Liebe ließ ihn dieses erinnerungswürdige Fürbittegebet sprechen, das uns zum Vorbild dienen kann, für das es aber kein Vorbild gibt.“ Charles Haddon Spurgeon. Es ist vollbracht. Christi Worte am Kreuz, S. 12f.

Die Bibel als Glaubensgrund

In meinem Artikel „Glaube und Geschichte“ wies ich bereits auf das Buch „Die Bibel verstehen“ hin. Darin hat Werner Neuer eine ganze Reihe von Aufsätzen des Theologen Adolf Schlatter zur biblischen Hermeneutik gesammelt und herausgegeben.

In seinem Aufsatz „Der Glaube an die Bibel“ schreibt Schlatter u.a. über den „kräftigen Antrieb zum Unglauben in uns“, der sich in der Geschichte und im Zustand der Kirche immer wieder bemerkbar macht. Abhilfe kann letztlich nur das Hören auf Gottes Wort – die Bibel – schenken:

„Die Frage ist die, wie dem sündigen Menschen der Glaubensgrund bereitet wird, dem, der in sich selbst keinen Grund und kein Recht hat, auf Gott mit Glauben zu sehen, dem, der durch seine eigene Tat in den Unglauben, in den Argwohn, in die Furcht gebunden ist, als in den ihm gebührenden Ort. Die Hilfe bringt uns Gottes Wort. Wir dürfen ihn hören. Die Distanz des Sündigen vom Heiligen wird durch das Wort überwölbt. Es hebt uns weg von dem, was wir selber sind, und hält uns vor, was Gott für uns ist.

Wir möchten die Macht Gottes erleben; aber das erste, was wir als unsere Bereitung zum Glauben nötig haben, ist Gnade, und die erste Tat der Gnade ist, dass Gott mit uns spricht. Wir hören Gottes Freundlichkeit und Liebe. Deswegen ist die Bejahung seines Wortes das Fundament des Glaubensstandes.

Bekanntlich hat die Predigt der Reformation die Bibel kräftig als Glaubensgrund gebraucht. Was sie dazu bewogen hat, ist leicht erkennbar. Das hängt an der reformatorischen Bußpredigt, an dem tiefen Ernst, mit dem sie das betrachtet und gerichtet hat, was die Bibel »Sünde« heißt. Wer aus der reformatorischen Glaubensstellung heraustritt, muss auch die reformatorische Bußpredigt umbiegen.“ (S.69)

„Seht zu, liebe Brüder, dass keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott; sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es »heute« heißt, dass nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde. Denn wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht vom Anfang bis zum Ende festhalten. Wenn es heißt: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah« – wer hat sie denn gehört und sich verbittert? Waren’s nicht alle, die von Ägypten auszogen mit Mose? Und über wen war Gott zornig vierzig Jahre lang? War’s nicht über die, die sündigten und deren Leiber in der Wüste zerfielen? Wem aber schwor er, dass sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, wenn nicht den Ungehorsamen? Und wir sehen, dass sie nicht dahin kommen konnten wegen des Unglaubens.“ (Hebräer 3,12-19)

Glaube und Geschichte

Werner Neuer hat in dem Buch „Die Bibel verstehen“ Aufsätze von Adolf Schlatter (1852 – 1938) zur biblischen Hermeneutik gesammelt und herausgegeben.

In dem Aufsatz „Die heilige Geschichte und der Glaube“ geht es um den Zusammenhang zwischen Geschichte, Glaube und Wahrheit. Schlatter weist darauf hin, dass der Glaube – sowohl im AT wie im NT – seinen Grund in der Geschichte hat. Er nennt drei Punkte, an denen dies deutlich wird:

1. Das Gottesbild in der Bibel ist personhaft bestimmt. Der persönliche Gott handelt und offenbart sich in der Geschichte.

2. Jesus kam in diese Welt und vollbrachte seine Heilstat am Kreuz in der Geschichte.

„Darum kann der Glaube, der auf Christus zielt, seinen Inhalt nur aus der Geschichte schöpfen; er gründet sich auf Jesu Tat.“ (S.54)

3. Unser eigenes Leben ist nicht von Geschichte zu trennen; jeder Mensch ist „Träger einer Geschichte“. Wir sollen unsere Lebensgeschichte aber nicht isoliert von Gott leben, sondern in der persönlichen Beziehung mit ihm.

„Wir stehen mit der Erwägung, ob unser Glaube auf die Geschichte ziele, nicht vor einem formalen Problem. Sie ist die Frage nach dem persönlichen Gott, die Frage nach Christus als dem, der unser Heilsgut ist, die Frage nach dem Sinn unseres Lebens, ob auch uns sich eine Geschichte erschließe, die zwar nicht eine heilige, wohl aber eine geheiligte zu werden vermag.“ (S.56).

 Im weiteren Verlauf seines Aufsatzes kommt Schlatter darauf zu sprechen

warum sich für weite Kreise in unserer Kirche an dieser Stelle eine Schwierigkeit findet, die der fröhlichen Gründung des Glaubens auf die heilige Geschichte widerstrebt.“ (S.56)

Durch das Aufkommen der modernen Bibelkritik wurde die Historizität großer Teile des AT sowie des NT nicht nur in Frage gestellt sondern auch bestritten. Gleichzeitig tat und tut man aber in kirchlichen Kreisen so, als ob dies keine Konsequenzen für den christlichen Glauben habe. Um es etwas salopp zu formulieren: Es käme ja nicht darauf an, ob die in der Bibel beschriebenen Ereignisse tatsächlich so geschehen wären (egal ob es sich um den Auszug aus Ägypten, die Auferstehung Jesu oder was auch immer handle), das Wichtigste wäre „die darin enthaltene Botschaft“. D.h. man hat letztlich den Glauben von der Geschichte getrennt (aber weiterhin fromm geschwafelt…). Schlatter macht auf die Konsequenzen einer Trennung von Glaube und Geschichte (so wie sie uns in der Bibel als Heilsgeschichte berichtet wird) aufmerksam:

„Haben wir aber das, was wir Idee heißen, von der Geschichte geschieden, so ist sie nicht mehr ohne Einschränkung wahr und das Ja, das wir ihr geben, ist geknickt. Darum ist es kein stichhaltiger Beruhigungsgrund, wenn man uns sagt: Die Veränderung im geschichtlichen Bild, in welchem wir die heilige Geschichte sehen, seien ja für unsere Frömmigkeit gleichgültig. Vielmehr hat die an der Bibel getane geschichtliche Arbeit unzweifelhaft deutliche Rückwirkungen auf den Glaubensstand der Kirche. Es lässt sich hier keine Scheidung künstlich aufrichten.“ (S.60f.)

In seinem zweiten Brief macht der Apostel Petrus u.a. darauf aufmerksam, dass der Glaube auf historischen Tatsachen gründet:

Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der erhabenen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.“ (2.Petrus 1,16-18)

Petrus verweist hier auf die Verklärung Jesu, bei der er selbst als Augenzeuge anwesend war – es ist eben relevant, ob etwas tatsächlich geschehen ist oder nicht! Den in der Bibel berichteten Ereignissen ihre Historizität abzusprechen bedeutet nichts anderes, als sie zu Fabeln (oder Mythen) zu degradieren, deren Glaubwürdigkeit letztlich nicht größer ist als die von Grimms Märchen (ich erinnere mich daran, vor Jahren in München ein Plakat gesehen zu haben, in der zu einer Veranstaltung mit dem Theologen Eugen Drewermann eingeladen wurde, bei der er Grimms Märchen tiefenpsychologisch gedeutet hat – eigentlich eine logische Konsequenz der Trennung von Glaube und Geschichte…).

Am Ende seines Aufsatzes kommt Schlatter darauf zu sprechen, dass es aber nicht nur darauf ankommt, „von der Wahrheit der heiligen Geschichte völlig überzeugt“ zu sein (als eine Art „allgemeiner Glaube“), sondern dass letztlich ein rettender Glaube erforderlich ist, der davon überzeugt ist, dass Gott seine Heilstaten in der Geschichte „für mich vollbracht“ hat. Schlatter beendet seine Ausführungen mit dem Fazit:

„Gottes große Taten, die einst geschehen sind, durchwalten darum in unvergänglicher Segensmacht unser aller Lebenslauf und bilden immer wieder den sicheren Glaubensgrund. Es hat seine vollkommene Wahrheit, wenn wir auch heute noch vor der heiligen Geschichte stehen mit dem dankbaren Wort: Das tatest du auch für mich. Eben dies ist das Glaubenswort.“ (S. 63).