Indianer

Indianer im peruanischen Amazonastiefland

Caquinte-Indianerin

In Peru gibt es nicht nur eine große landschaftliche Vielfalt, sondern auch eine große Vielfalt an verschiedenen Ethnien und Sprachen. Schon allein die Quechua -Sprache (sprich: Ketschua) zählt in Peru (Ecuador und Kolumbien ausgenommen…) 26 verschiedene Dialekte, die z.T. große Unterschiede aufweisen.
Im Amazonastiefland leben schätzungsweise 350.000 Indianer, darunter gibt es einige große Stämme wie die Aguaruna (ca. 50.000), Ashaninca (ca. 50.000) oder die Shipibos (ca. 30.000). Aber auch viele kleinere Gruppen, wie z.B. die Caquinte (ca. 400), Orejón (ca. 300) oder Arabela (ca. 450).
Laut Informationen des Sommerinstituts für Linguistik (1978) gibt es im peruanischen Amazonastiefland

  • 13 verschiedene Sprachfamilien
  • die sich in insgesamt 78 Sprachen aufteilen.

Achuar-Indianer

Candoshi-Indianerin mit Kid

Candoshi-Indianerin

Einige dieser Gruppen leben noch völlig isoliert. Andere sind bereits in der Auflösung begriffen, da es teilweise nur noch weniger als 20 Personen gibt, die die Sprache sprechen.
Vor allem die Indianer, die an den größeren Flüssen leben stehen in einem ständigen Kontakt mit der spanischsprachigen Bevölkerung des Landes und sind einem starken Veränderungsprozeß unterworfen. – So finden sich z.B. in immer mehr Dörfern Satellitten-Antennen und Fernseher (was auch nicht gerade kulturerhaltend wirkt…). In fast jedem Indianerdorf gibt es inzwischen eine Primarschule, Gesundheitshelfer sowie demokratisch gewählte Dorfautoritäten.
Viele haben ihre traditionelle Kleidung abgelegt und gegen Kleidung „von der Stange“ ausgetauscht. Manche verwenden sie noch im Alltag, andere jedoch nur zu speziellen Anlässen, z.B. um bei Touristen als „noch echte, wilde Indianer“ präsentiert zu werden und sich so etwas Geld zu verdienen…
Auch handwerkliche Fähigkeiten sind in einigen Gruppen schon verloren gegangen, so haben die Jüngeren das Weben oder Töpfern oft nicht mehr gelernt.
Allerdings gibt es auch Stämme, die darin sehr versiert sind und eine gewisse Geschäftstüchtigkeit erlangt haben, ihre Armbändchen, Halsketten und Tücher zu verkaufen, wie z.B. die Shipibos, die in der Gegend um Pucallpa wohnen.
Manche jagen nur noch mit dem Gewehr, während andere auch noch die Jagd mit dem Blasrohr oder mit Pfeil- und Bogen beherrschen.

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