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Tabuthema Folgen der Abtreibung

Bereits 1992 schrieb Karin Struck in ihrem Buch “Ich sehe mein Kind im Traum“:

„Wo früher die Abtreibung selbst das Tabu und die Schande war, sind heute die Folgen der Abtreibung das Tabu.“ (Karin Struck: Ich sehe mein Kind im Traum, Berlin: Ullstein, 1992,S.101).

Nach meiner Beobachtung hat sich daran auch in den letzten 20 Jahren nichts Wesentliches geändert.

Karin Struck beschreibt in ihrem Buch, wie sie selbst 1975 eine Abtreibung durchführen ließ und bemerkt dazu, dass sie beinahe 20 Jahre lang in Gesprächen mit den verschiedensten Menschen feststellen musste, dass die Öffentlichkeit von dem „Danach“, d.h. von den Folgen der Abreibung nichts wissen will. Neben den möglichen somatischen (körperlichen) Folgeerscheinungen eines Schwangerschaftsabbruchs, weist sie insbesondere auf psychosomatische und psychische Folgeerscheinungen hin. Zu den psychosomatischen Folgeerscheinungen  gehören  z.B. Menstruationsbeschwerden, Funktionelle Unterleibsbeschwerden (d.h. ohne direkte organische Ursache), Funktionelle Sexualstörungen (z.B. Störungen des Geschlechtstriebs, Orgasmus-Störungen, Schmerzen beim Verkehr, Frigidität), Migräne, Ein- und Durchschlafstörungen, Alpträume.  (K. Struck S.276). Zu den psychischen Folgeerscheinungen gehören u.a. leere und innere Trostlosigkeit, Ekel, vor sich selbst,  das Gefühl, einen Teil der Psyche preisgegeben haben und innerlich fast tot sein (K. Struck, S. 121), „Roboter feeling“ (Absterben des emotionalen Lebens), Suizidgefahr, Suchtgefahr,  den Anblick von Säuglingen nicht mehr ertragen können (K. Struck, S. 126). Eine der schlimmsten psychisch-geistigen Abtreibungsfolgen scheint jedoch das „Niobe-Syndrom“ zu sein, d.h. die Angst, dass man, weil man ein Kind abtreiben lies, ein anderes der eigenen Kinder, eines Tages verlieren könnte. (K. Struck, S. 127). Gemäß einer Untersuchung, die im Jahr 1991 von der Ärztin Marion Poensgen, von der Universität Würzburg durchgeführt wurde, haben über 19% der Frauen  Alpträume; noch viele Jahre nach der Abtreibung träumen noch 17% der Frauen von ihren Kindern. Über 40% der von ihr befragten Frauen würde den Schwangerschaftsabbruch rückgängig machen wollen, einem Drittel gelingt die Verdrängung des Erlittenen nicht. (K. Struck, S. 127/128)

In einem Videoclip auf Youtube berichtet eine mutige junge Frau von ihrer eigenen Lebensgeschichte. Ihre eigene Mutter wollte sie abtreiben; sie selbst hat dann später eine Abtreibung durchführen lassen. Sie spricht sehr offen darüber und erklärt auch den Grund dafür:

„Ich hätte mir gewünscht, dass mit einer sagt, dass man in 6 Wochen bereits so groß ist, dass man ein Gehör hat, dass das ein Baby ist. Ich wünschte, einer hätte mir das gesagt, weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wenn man das einer Frau sagt, dass sie dann weiß in ihrem Herzen, dass sie auf ihr Herz hören sollte – und das Herz sagt, das Kind muss leben. So dass ich auf mein Herz nicht gehört habe ist der größte Fehler meines Lebens…“

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