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Charles Studd

Charles Studd (1860 – 1931) wurde in Indien als Sohn eines reichen Plantagenbesitzers geboren und ist im Luxus aufgewachsen. Nachdem die Familie nach England zurückgekehrt war kam zunächst sein Vater durch den Erweckungsprediger D.L. Moody zum lebendigen Glauben an Jesus Christus und begann sein Haus als Versammlungsort zur Verfügung zu stellen. Durch einen jungen Evangelisten kamen dann auch Charles und seine beiden Brüder am selben Tag zum Glauben. Charles studierte in Oxford und war außerdem als ausgezeichneter Kricketspieler in ganz England bekannt. Obwohl er sein Leben Christus anvertraut hatte spielte doch der Sport die wichtigste Rolle in seinem Leben. Eine schwere Erkrankung seines jüngeren Bruders führte die Wende herbei. Charles besuchte nach dessen Genesung die Versammlungen Moodys und machte einen Neuanfang mit Gott. Er spielte zwar weiterhin Kricket, doch mit einer anderen Einstellung. Der Sport war nicht mehr die Hauptsache in seinem Leben.
Charles Studd begann auch, Gottes Führung für sein Leben zu suchen. Dabei forderte ihn die Schrift eines Atheisten (!) besonders heraus, wirklich das zu leben was er vorgab zu glauben. Er kam zum Schluß nur noch das tun zu wollen, was Gott ihm zeigte.
Als er bei der Verabschiedung eines Missionars nach China teilnahm wurde er sehr angesprochen. Er fragte Gott dazu und ihm wurde deutlich, daß er mit der von Hudson Taylor gegründeten China Inland-Mission als Missionar nach China gehen soll. Vor der Ausreise wurde ihm klar, dass er sein Vermögen, über das er ab seinem 25. Lebensjahr verfügen durfte, Christus geben soll. So wie Gott ihm zeigte, dass er sein Geld verteilen solle, verschenkte er Stück für Stück sein Vermögen, das nach heutigem Wert mehreren Millionen Euro entsprach. Einen Teil stellte er Moody zur Verfügung, der damit das Moody-Bible-Institute gründete.
1885 reiste er nach China aus, wo er in Pingyuan und Tai-Yuen seinen Dienst begann. 1888 heiratete er Priscilla Livingstone Stewart, eine junge Missionarin aus Irland, die 1887 in Shanghai angekommen war. Als sie eines Tages Gott um Weisung für ihr Leben bat sah sie in leuchtenden Buchstaben die Worte „China, Indien, Afrika“ – und so sollte es sich buchstäblich erfüllen. 1893 war Charles todkrank, aber ohne Gottes Auftrag wollte er nicht nach Hause zurückkehren. Nachdem er Freunde und Mitarbeiter gebeten hatte, ihn mit Öl zu salben und für ihn zu beten, wurde er wieder gesund.  1894 kehrte die Familie Studd zusammen mit ihren vier Töchtern nach England zurück. Es folgten fünf Jahre Dienst in der Evangelisation und in der Motivierung der Christen für den Missionsdienst in England und den USA.
1900 erfolgte die erneute Ausreise als Missionare, diesmal nach Ootacamund in Südindien, wo er bis 1906 tätig war. Vor allem Studds einfache und direkte Art das Evangelium zu verkündigen hatte großen Erfolg. Während seiner Arbeit in Indien litt er unter quälenden Asthmaanfällen.
Nach der Rückkehr nach England hielt er von 1906 – 1910 Vorträge vor zehntausenden von Menschen und viele kamen zum Glauben. Als er 1908 durch Liverpool ging sah er ein merkwürdiges Plakat mit der Aufschrift „Kannibalen brauchen Missionare“. Er ging zu dem angekündigten Vortrag und hörte von der Notwendigkeit der Mission in Afrika. Als er sich dachte: „Warum sind keine Christen hinausgegangen?“ antwortete ihm Gott: „Warum gehst du nicht?“ Studd dachte an seinen schlechten Gesundheitszustand und wirklich, die Ärzte sprachen sich gegen eine Ausreise nach Afrika aus. Auch seine Frau sprach sich zunächst dagegen aus. Doch er begann Vorbereitungen zu treffen und für das Anliegen der Weltmission zu werben. Am 10. Dezember 1910, er war inzwischen fünfzig Jahre alt, reiste er erstmals alleine nach Afrika aus um eine erste Erkundungsreise zu unternehmen, die ihn bis in den Südsudan führte. Mit den Verantwortlichen der Church Missionary Society kam er zu dem Schluß in Belgisch-Kongo mehrere Missionsstationen zu eröffnen, um den Menschen dort das Evangelium zu bringen.
1913 reiste er erneut nach Afrika aus, diesmal in Begleitung des zwanzigjährigen Alfred B. Buxton um diesen Plan in die Praxis umzusetzen. Nach zwei Jahren kehrte er nach England zurück, um weitere Missionare für die Arbeit zu gewinnen. 1916 reiste er zum letzten Mal nach Afrika aus, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1931 blieb. Ihn begleiteten acht Missionare, darunter seine Tochter Edith die sich später mit Alfred Buxton verheiratete. Seine Frau Priscilla blieb in England wo sie sich um den Aufbau der Heimatzentrale und die Gewinnung neuer Missionare kümmerte.
Das Werk wuchs und es entstand daraus das Missionswerk WEC (Weltweiter Einsatz für Christus). 1922 wurden die ersten Missionare ins Amazonasgebiet ausgesandt, danach auch nach Indien, Arabien, Spanish-Guinea und Klein-Tibet. Inzwischen arbeitet die Mission in über 30 Ländern auf fünf Erdteilen.
Studd unternahm regelmäßige Evangelisationsreisen, zunächst noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad, später als sein Gesundheitszustand schlechter wurde auch mit der Sänfte. Mit fast 70 Jahren machte er sich noch an die Übersetzung des Neuen Testamentes in die Kingwana Sprache. 1928 erhielt er für vierzehn Tage Besuch von seiner Frau, die er seit ca. 13 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Ein Jahr später verstarb Priscilla Studd überraschend während einer Spanienreise. Wenige Monate vor seinem Tod durfte er noch erleben, wie die einheimische Kirche den Missionsaufrag übernahm und ihre ersten Missionare in die benachbarten Stämme schickte. Am 16. Juli 1931 verstarb er; mehr als 1.500 Afrikaner nahmen an seiner Beerdigung teil.
Charles Studd sagte einmal: „Wenn Jesus Christus Gott ist und für mich starb, kann mir für ihn kein Opfer zu groß sein.“ – Er sagte dies nicht nur, durch Gottes Gnade lebte er auch so.

Buchempfehlungen:
Norman P. Grubb. Charles Studd – Kein Opfer zu groß
Giessen: Brunnen Verlag, 1986.
Eileen Vincent: Charles und Priscilla Studd – Vereint im Kampf für Christus
Bielefeld: Christliche Literaturverbreitung, 1996.

Auf Youtube ist übrigens folgende Dokumentation über Charles Studd zu finden:

 

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