Schlagwort-Archive: Francis Schaeffer

Sola Scriptura?!

Sola Scriptura – Allein die Schrift – das ist einer der fünf Kernpunkte (fünf Solas) der reformatorischen Lehre. Die Reformatoren haben (wie die Vorreformatoren John Wyclif und Johannes Hus) ausschließlich die Bibel als einzige Autorität und einzigen Maßstab in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung anerkannt. Damit haben sie sich bewusst gegen andere „Autoritäten“ und „Maßstäbe“ gewandt, denen neben der Bibel ebenfalls Gültigkeit eingeräumt wurde (und leider immer noch eingeräumt wird). Sola Scriptura war die Grundlage aller „evangelischen“ Kirchen, seit der Reformation – egal ob es sich um die lutherische, reformierte oder auch um die verschiedenen Freikirchen handelt, die zwischenzeitlich entstanden sind. Wie gesagt: „war“, denn die Grundlage von „sola Scriptura“ wird immer mehr verworfen. „Offiziell“ (theoretisch) gilt das Prinzip zwar noch, und die evangelischen Pfarrer werden auch weiterhin auf „Schrift und Bekenntnis“ verpflichtet, doch die Praxis sieht m. E. längst anders aus. Das Prinzip von „sola Scriptura“ wurde bereits vor über 200 Jahren mit dem Aufkommen der Bibelkritik verlassen, mit der gleichzeitig die These aufkam, die Bibel sei überhaupt nicht Gottes Wort. Bereits vergangenes Jahr hat die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) einen Grundlagentext zu 500 Jahren Reformation 2017 mit dem Titel „Rechtfertigung und Freiheit“ herausgegeben. Darin werden die fünf Solas der Reformation behandelt. In den Ausführungen zu „Sola scriptura – allein aufgrund der Schrift“ (S. 76ff) bekennt die EKD Farbe und erklärt, wie sie heute dazu steht:

„Seit dem siebzehnten Jahrhundert werden die biblischen Texte historisch-kritisch erforscht. Deshalb können sie nicht mehr so wie zur Zeit der Reformatoren als »Wort Gottes« verstanden werden. Die Reformatoren waren ja grundsätzlich davon ausgegangen, dass die biblischen Texte wirklich von Gott selbst gegeben waren. Angesichts von unterschiedlichen Versionen eines Textabschnitts oder der Entdeckung verschiedener Textschichten lässt sich diese Vorstellung so nicht mehr halten. Damit aber ergibt sich die Frage, ob, wie und warum sola scriptura auch heute gelten kann.“ (Rechtfertigung und Freiheit. 500 Jahre Reformation 2017. Ein Grundlagentext des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), S.84.)

Gleichzeitig, auf derselben Seite dieser Publikation, wird gesagt: „Aber dennoch gilt: »Nach evangelischer Auffassung müssen sich die Traditionen immer am Ursprungszeugnis der Schrift und ihrer Mitte orientieren, sie müssen von hier aus kritisch bewertet und immer neu angeeignet werden.«“ (S.84). Moment mal, irgendwie verstehe ich diese Logik nicht! Einerseits könne nach EKD-Lesart die Bibel nicht mehr als „Wort Gottes“ verstanden werden, andererseits solle man sich aber doch „am Ursprungszeugnis der Schrift“ orientieren??? Oder um es etwas anders auszudrücken: Einerseits wird die Bibel letztlich verworfen (auch wenn Bibelkritiker das vielleicht nicht unbedingt so sehen würden), indem ihre Wahrheit (und Inspiration) als Wort Gottes angezweifelt wird. Dieselbe Bibel, die nicht nur die Grundlage für die von der Kirche zu verkündigende Botschaft ist, sondern letztlich auch als einzige die Existenz der Kirche legitimiert. Andererseits wird aber so getan, als ob die Bibel doch noch eine Bedeutung habe und zur Orientierung und als Maßstab diene? Gleichzeitig wird in der Praxis deutlich, dass in der Handhabung der Bibel die Bibelkritik voll durchschlägt und sowohl Botschaft als auch ethische Maßstäbe nach Bedarf (Lust und Laune?) an den Zeitgeist angepasst werden. Was ist denn das für eine Inkonsequenz? Wenn die Bibel nicht wirklich die Wahrheit berichtet und nur irgendwelche „Mythen“, „nette Geschichten“ oder „Vorstellungen“ mit einer „religiösen Bedeutung“ enthält, warum sollte die Bibel dann überhaupt eine Relevanz für unser Leben haben? Und warum braucht es dann überhaupt noch eine christliche Kirche? Wäre es dann nicht ehrlicher zu sagen: „wir machen den Laden dicht“ anstatt sich der Tradition von Reformatoren verpflichtet zu fühlen, die davon ausgegangen sind, „dass die biblischen Texte wirklich von Gott selbst gegeben waren“ (und sich nach Meinung bibelkritischer Theologen und der EKD halt geirrt bzw. es nicht besser gewusst hätten)? Eine Kirche, welche die Grundlage verwirft, auf der sie aufgebaut ist, wird letztlich an Bedeutung verlieren (siehe auch den Artikel „Diaspora Deutschland“ in der FAZ). Außerdem sind die Leute ja auch nicht dumm, sie merken sehr wohl, dass da eine Diskrepanz besteht. Der stetige Mitgliederschwund der evangelischen Kirche und leere Gottesdienste sprechen für sich.

An dieser Stelle möchte ich eines klarstellen: Auch wenn ich hier sehr generell über die EKD (mit ihren angeschlossenen Landeskirchen) spreche, so ist mir doch sehr bewusst, dass es innerhalb der EKD mit ihren Ortsgemeinden und ihren Pfarrern eine sehr große Bandbreite zwischen sehr liberal bis sehr konservativ gibt. Doch insgesamt gesehen sind die Konservativen in der EKD, die sich wirklich an Schrift und Bekenntnis halten und auch am „sola Scriptura“ weiterhin im Sinne der Reformatoren festhalten (inklusive, dass die Bibel wirklich wahr und Gottes Wort ist), inzwischen in der Minderheit. Das Interessante ist allerdings, dass diese Gemeinden oft relativ gut besuchte Gottesdienste und auch sonst ein aktives und lebendiges Gemeindeleben haben. Das Bedenkliche ist, dass gerade Pfarrer, die das „sola Scriptura“ ernst nehmen und dies auch in ihrer Verkündigung zum Ausdruck bringen, immer wieder (und immer öfters?) massiven Widerstand bekommen – und zwar nicht nur von Außenstehenden, was man ja verstehen könnte – sondern von ihrer eigenen Kirchenleitung. Das macht auf mich den Eindruck, als ob man geistliches Leben, das in einzelnen Gemeinden noch vorhanden ist, bewusst zerstören möchte. Des Weiteren ist mir bewusst, dass sich die Bibelkritik (vor allem von Deutschland ausgehend) inzwischen in die ganze Welt hinaus verbreitet, und diese auch vor freikirchlichen Türen nicht Halt gemacht hat (d.h. das Problem sich nicht allein auf die EKD beschränkt).

Im Jahr 1984 kam Francis Schaeffers Buch „The Great Evangelical Disaster“ heraus (das Buch ist in Deutsch unter dem Titel „Die große Anpassung“ erschienen), in dem er insbesondere auch auf das Thema Bibelkritik eingeht und zeigt, wo sie hinführt (was auch das Coverfoto der Originalausgabe deutlich zum Ausdruck bringt). Francis Schaeffer hat darin vor allem die „evangelikale Welt“ im Blick. Er schreibt darin u.a.:

„Die Evangelikalen sehen sich in unseren Tagen einer Wasserscheide gegenüber, die die Natur der biblischen Inspiration und Autorität betrifft. In dieser Sache liegt eine ebensolche Wasserscheide vor wie in dem von mir beschriebenen Beispiel. Innerhalb der evangelikalen Welt gibt es eine Anzahl von Menschen, die ihre Ansichten über die Unfehlbarkeit der Bibel abändern, so dass die unumschränkte Autorität der Bibel vollständig untergraben wird. Aber dies geschieht in einer sehr spitzfindigen Art und Weise. Wie der Schnee, der Seite an Seite auf der Gebirgskette liegt, scheinen die neuen Ansichten über die Autorität der Bibel oft nicht so sehr weit von dem entfernt zu sein, was die Evangelikalen bis vor kurzem immer noch glaubten. Aber ebenso wie der Schnee, der Seite an Seite auf dem Gebirgskamm liegt, enden die neuen Ansichten schließlich, wenn man sie konsequent verfolgt, Tausende von Meilen von den alten entfernt. Was auf den ersten Blick nur ein kleiner Unterschied zu sein scheint, wird zuletzt zu einem sehr bedeutenden Unterschied. Es macht, wie wir wohl erwarten werden, einen großen Unterschied aus, was die Theologie, die Lehre und die geistlichen Fragen angeht, aber es entscheidet auch grundsätzlich über die alltäglichen Dinge im Leben eines Christen und über die Art, wie wir uns als Christen unserer Umwelt gegenüber zu verhalten haben. Mit anderen Worten: Wenn wir in Bezug auf die unumschränkte Autorität der Bibel einen Kompromiss eingehen, dann wird dies mit der Zeit einen Einfluss darauf haben, was es im theologischen Sinne heißt, ein Christ zu sein, und dieser Kompromiss wird auch Auswirkungen darauf haben, wie wir in dem gesamten Spektrum des menschlichen Lebens unser Leben führen.“ (Francis A. Schaeffer. Die große Anpassung. Der Zeitgeist und die Evangelikalen., CLV, 3. Aufl. 2008, S. 52f)

Wie Schaffer in diesem Abschnitt und im weiteren Verlauf seines lesenswerten Buches zum Ausdruck bringt, haben Bibelkritik und Abwendung von der unumschränkten Autorität der Bibel (die von den Reformatoren durch das „sola Scriptura“ ausgedrückt wurde) gravierende Auswirkungen. Diese mögen zwar nicht sofort sichtbar sein, werden aber früher oder später im Leben der Menschen, der Kirche und auch in der Gesellschaft offenbar werden. Manches von dem, was wir in unserer heutigen Gesellschaft beobachten (insbesondere der Verfall von Werten, mit teilweise grausamen Konsequenzen) ist auch eine Frucht der Abwendung von der Bibel.

Bereits schon in einem früheren Blogeintrag habe ich auf das Buch des Inders Vishal Mangalwadi (Das Buch der Mitte: Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur) hingewiesen, in dem er die Beziehungen, die zwischen der westlichen Gesellschaft und der Bibel bestehen, untersucht. Leider ist vielen nicht bewusst, wie sehr die Reformation und die Bibel unsere Gesellschaft geprägt haben, und was eine Abwendung von der Schrift nicht nur für die Kirche, sondern auch für unsere Gesellschaft bedeutet.

Auf Martin Luther geht (angeblich) der Ausspruch „Ecclesia semper reformanda est”, d.h. „die Kirche muss ständig reformiert werden“ zurück. Egal, ob diese Aussage nun wirklich von Luther oder jemand anders stammt, sie ist wahr. Sowohl das AT wie auch das NT machen auf die Tendenz des Menschen zum Abfall von Gott aufmerksam. Diese Tendenz ist eine Konsequenz des Sündenfalls, der von der Schlange mit den Worten „Ja, sollte Gott gesagt haben…?“ (1. Mose 3,1) eingeleitet wurde. Daher brauchen wir auch gerade heute eine neue Reformation und eine Rückbesinnung auf die fünf Solas der Reformation – beginnend mit „sola Scriptura“!

Advertisements

Credo Magazine zum 100.Geburtstag von Francis Schaeffer

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich einen kurzen Artikel über Francis Schaeffer veröffentlicht. Anlässlich des 100. Geburtstags von Francis Schaeffer (1912 – 1984) hat das Credo Magazine ihm die Oktober-Ausgabe gewidmet. Es enthält sehr interessante Artikel (in englischer Sprache), die einen Überblick über sein Leben, seinen Dienst sowie seine Botschaft geben. U.a. enthält das Magazin folgende Artikel:

  • Francis Schaeffer: 1912-1984 by Bruce Little
  • Spiritual Reality: Francis Schaeffer on the Christian Life by William Edgar
  • In Spirit and In Truth: Schaeffer, True Spirituality and the Emergent Church by Bryan A. Follis
  • Ideas Have Consequences: Lessons from the Theology of Francis Schaeffer by Stephen Wellum
  • Speaking the Truth in Love: Lessons from the Life of Francis Schaeffer by Stephen Wellum

Das Credo Magazine steht als PDF zum Gratis-Download bereit.

Francis A. Schaeffer – Theologe und Philosoph

Francis August Schaeffer (1912 – 1984) war nach seinem Theologiestudium zunächst als presbyterianischer Pfarrer in den USA tätig, ehe er nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit seiner Familie in die französische Schweiz zog, um vor allem in den europäischen Universitäten durch Vorträge missionarisch tätig zu sein. Durch seine Tätigkeit in einem katholischen Kanton kamen immer mehr Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Die Folge war, dass er aus der Schweiz ausgewiesen wurde. Kurz vor Ablauf der Frist konnte jedoch in einem benachbarten Kanton ein Haus erworben werden und Francis konnte mit seiner Familie in der Schweiz bleiben. Mit dem Kauf dieses Hauses entstand Mitte der fünfziger Jahre die L´Abri-Gemeinschaft – eine offene Lebensgemeinschaft, die von vielen jungen Leuten aus aller Welt aufgesucht wurde, die philosophische Fragen hatten und mit den Antworten, die ihnen vom Elternhaus und/oder „Establishment“ gegeben wurden, nicht zufrieden waren. In dieser Gemeinschaft hatten sie die Gelegenheiten, die Fragen, die ihnen auf der Seele lagen zu stellen, damit ernst genommen zu werden, und echte Antworten zu bekommen. Viele fanden auf diese Weise eine neue Perspektive für ihr Leben und lernten Jesus Christus persönlich kennen.
Francis Schaeffer hat im Laufe seines Lebens über 20 Bücher geschrieben von denen viele auch in deutscher Sprache erhältlich sind (derzeit leider meist nur im Antiquariat; die englischen Ausgaben sind aber weiterhin erhältlich). Hier finden Sie Bücher von Francis Schaeffer.
Seine Themen waren meist philosophischer Art, er selbst ist eigentlich als Philosoph beim Lesen der Bibel zum Glauben gekommen. Er war großer Denker und in seinen Büchern analysiert er messerscharf die Geistesgeschichte der vergangenen 2000 Jahre mit ihren Epochen und den Auswirkungen der verschiedenen Denksysteme auf unser heutiges Leben. Daher sind die Ergebnisse seiner Studien auch für uns, heute, immer noch relevant, denn sie helfen uns manche Entwicklungen in unserer Gesellschaft und in der Welt zu verstehen.
Francis Schaeffer war einer der wenigen christlichen Apologeten des 20. Jahrhunderts der zeigte, dass sich Glaube und Verstand nicht widersprechen, sondern im Gegenteil, der Glaube an Jesus Christus das Logischste von der Welt ist. Er trat nicht nur kompromißlos für die in der Bibel offenbarte Wahrheit über den dreieinigen Gott, sowie für die Unfehlbarkeit und Irrtumslosigkeit der Bibel ein, er lebte auch sehr konsequent aus dem Glauben und im Glauben. Was mich an ihm sehr beeindruckte war die natürliche und konsequente Verbindung von Orthodoxie (rechter Lehre) und Orthopraxie (rechtes Handeln), d.h. die Umsetzung der erkannten biblischen Wahrheiten im persönlichen Leben.

Im Laufe der Jahre wurden viele Vorträge von Francis Schaeffer auf Tonband aufgenommen. Viele dieser Vorträge sind inzwischen im mp3-Format über die Internetseite der L´Abri ideas library downloadbar (oder siehe auch die Liste „75 Vorträge von Francis Schaeffer“ auf TheoBlog).
Außerdem sind unter Youtube viele Videoclips mit Francis Schaeffer verfügbar.

Einen guten Einblick in den frühen Dienst von Francis Schaeffer und die Entstehungsgeschichte von L´Abi gibt das gleichnamige Buch seiner Frau Edith Schaeffer (siehe Bibliographie).

Bibliographie

Edith Schaeffer: L’Abri
Neuhausen-Stuttgart: Hänssler Verlag.

Francis A. Schaeffer: Kirche am Ende des 20. Jahrhunderts
Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 1972

Francis A. Schaeffer: Die Preisgabe der Vernunft. Kurze Analyse der Ursprünge und Tendenzen des modernen Denkens.
Wuppertal: R. Brockhaus Verlag

Francis Schaeffer: Wie können wir denn Leben?
Neuhausen-Stuttgart: Hänssler Verlag

Francis A. Schaeffer: Die grosse Anpassung
Bielefeld: Christliche Literatur Verbreitung

Francis A. Schaeffer: …und er schweigt nicht. Ist eine Philosophie ohne Gott realistisch?
Wuppertal: R. Brockhaus Verlag

Francis A. Schaeffer: Gott ist keine Illusion. Ausrichtung der historischen christlichen Botschaft an das zwanzigste Jahrhundert.
Wuppertal: R. Brockhaus Verlag

Francis A. Schaeffer: Allein durch Christus – Die zentralen acht Kapitel des
Römerbriefes. Neuhausen-Stuttgart: Hänssler Verlag

Francis A. Schaeffer: Das programmierte Ende. Umweltschutz aus christlicher Sicht.
Wuppertal: R. Brockhaus Verlag

Francis Schaeffer: Zurück zu Freiheit und Würde.
Neuhausen-Stuttgart: Hänssler-Verlag

Francis A. Schaeffer: Das Kennzeichen des Christen.
Wuppertal: R. Brockhaus Verlag

Francis A. Schaeffer: Die neue religiöse Welle.
Neuhausen-Stuttgart: Hänssler-Verlag

Francis A. Schaeffer: Unsere Welt soll sein Wort hören.
Wuppertal: R. Brockhaus Verlag

Francis A. Schaeffer: Art and the Bible.
Downers Grove, IL: InterVarsity Press.

Francis A. Schaeffer: True Spirituality. How to live for Jesus moment by moment.
Carol Stream, IL: Tyndale House Publishers.

Francis A. Schaeffer: Genesis in Space and Time.
Downers Grove, IL: InterVarsity Press.

Die große Anpassung

Habe – nach erster Lektüre vor ca. 10 Jahren – mal wieder das Buch „Die große Anpassung – Der Zeitgeist und die Evangelikalen“ von Francis Schaeffer gelesen. Es war Schaeffers letztes Buch, das 1984, im Jahres seines Todes, publiziert wurde. Wieder einmal war ich von der Klarheit und Schärfe, die Schaeffers Analysen in allen seinen Büchern kennzeichnen, sowie seinem Ringen um Wahrheit und Liebe sehr beeindruckt. Auch heute – 27 Jahre nach der Erstveröffentlichung – hat dieses Buch absolut nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil, „The Great Evangelical Disaster“ – „Die große Evangelikale Katastrophe“, wie der englische Originaltitel des Buches lautet, wird nicht kleiner – sie weitet sich zunehmend aus (siehe auch meinen Artikel „Quo vadis Evangelikale Bewegung?“). Um so wichtiger wäre es, nochmals genau auf Schaeffers Botschaft und Vermächtnis an die Evangelikalen zu hören. Auch wenn sie heute noch weniger „politisch korrekt“ ist und vielen vermutlich noch weniger schmecken wird…