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James Hudson Taylor

James Hudson Taylor (1837 – 1905) wurde 1832 in Barnsley / England geboren. Sein Vater war Apotheker. Mit fünfzehn Jahren trat er eine Banklehre an, die er allerdings ein Jahr später wieder verlies. Statt dessen begann er in der Apotheke seines Vaters mitzuarbeiten. Als er 17 Jahre alt war las er ein Traktat und erkannte, was Jesus Christus für ihn getan hatte. Im gleichen Jahr wurde ihm deutlich, dass er als Missionar nach China berufen ist. Ein Jahr später, 1850, begann er mit dem Medizinstudium, um sich so auf den Missionsdienst vorzubereiten. Gleichzeitig begann er, sich einen einfachen Lebensstil anzutrainieren und gab oft sein letztes Geld an Bedürftige weiter. Er lebte nach dem Beispiel des Waisenvaters Georg Müller, der alle finanziellen Anliegen vor Gott brachte und aus dem Glauben hunderte von Waisen und Missionare unterstützte, obwohl er selbst kein Geld besaß.
1853 reiste Taylor im Auftrag der Chinesischen Evangelisationsgesellschaft erstmals nach China aus, wo er zunächst in Shanghai lebte. Sein Ziel war es, das Innere Chinas mit dem Evangelium zu erreichen, doch seine Mission wollte die Arbeit auf Küstenstädte wie Shanghai beschränken. 1855 unternahm er dennoch Predigtreisen ins Innere des Landes, obwohl dies verboten war. Während dieser Zeit wurde ihm auch deutlich, dass es für seine Evangelisationstätigkeit hilfreicher wäre, wenn er seine englische Kleidung ablegt und die Kleidung eines chinesischen Lehrers – samt Zopf – anlegte. Er setzte dies in die Tat um und die Chinesen nahmen ihn so noch besser auf – während dagegen viele seiner Kollegen mit Spott und Entsetzen reagierten.
Im Jahr 1857 trat er von der Chinesischen Evangelisationsgesellschaft zurück und arbeitete auf eigene Rechnung. Ein Jahr später heiratete er Maria J. Dyer, die als Missionarskind in China geboren war. 1859 übernahm er die Verantwortung im Krankenhaus in Ningpo, wo er bis zur Rückkehr nach England im Jahr 1860 fast Tag und Nacht tätig war. Die Arbeit hatte seine Gesundheit so angegriffen, dass er für die nächsten fünf Jahre in England bleiben mußte. Während dieser Jahre in England setzte er sein Medizinstudium fort und arbeitete außerdem an der Überarbeitung des Neuen Testamentes im Ningpo-Dialekt. In seinem Studierzimmer hing eine Landkarte von China. Tag für Tag wurde ihm die Dringlichkeit einer Arbeit in ganz China bewußt, doch keine Missionsgesellschaft wollte sich darauf einlassen. Doch Hudson Taylor betete viel für dieses Anliegen. Außerdem besuchte er viele Gemeinden, um über die Notwendigkeit der Arbeit in China zu informieren. In ihm wuchs die Überzeugung, dass es einer besonderen Missionsgesellschaft für die Evangelisation des Inneren Chinas bedürfe. In seinem Haus entstand im Herbst 1864 eine Art Schule für Missionskandidaten. 1865 kam es dann zur Gründung der „China Inland Mission“ (heute Überseeische Missionsgemeinschaft – ÜMG). 1866 reiste die erste Gruppe unter der Leitung von Hudson Taylor nach China aus – ganz im Vertrauen, dass Gott für alle Bedürfnisse der Arbeit sorgen würde. Vor allem das erste Jahr war von Schwierigkeiten in der Missionarsgemeinschaft geprägt (u.a. ging es auch um die chinesische Kleidung) und erforderte alle Geduld die Taylor aufbringen konnte. 1867 starb seine Tochter Gracie, ein Ereignis, das dazu beitrug die Krise zu überwinden. 1870 starb auch seine Frau Maria. Als ein Jahr später das Ehepaar Berger, das in England die Geschäftsführung der Mission übernommen hatte, diese aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fortführen konnte, wurde eine vorübergehende Rückkehr nach England notwendig. Hudson Taylor übernahm die Geschäftsführung der Mission. 1872 kehrte er nach China zurück, wo er sich kurz darauf mit Miss Faulding verheiratete, welche die Leiterin der Frauenarbeit in Hangchow war.
Die Arbeit ging voran, aber 1874, wenige Wochen vor der Rückkehr nach England, hatte er einen Sturz, bei dem seine Wirbelsäule verletzt wurde. In England kam es dann zur Lähmung  der unteren Glieder und Taylor war etwa ein Jahr lang vollständig ans Bett gefesselt. Trotz dieser schwierigen Situation setzte er die Arbeit vom Bett aus fort. Zu Beginn konnte er noch schreiben, doch sein Zustand verschlechterte sich und er war nicht einmal mehr dazu fähig. Doch Gott half auch in dieser Situation und sandte viele Freiwillige, die nach Diktat schrieben, Briefe beantworteten und die Buchhaltung führten. Hudson Taylor hatte sich 18 weitere Männer für den Dienst in China erbeten und nun saßen sie an seinem Bett und er studierte mit ihnen die chinesische Sprache. Freunde begannen für seine Heilung zu beten und er genas.
1878 erfolgte eine erneute Ausreise und ein weiterer Dienst in China. 1888 reiste er auf Einladung das erste Mal in die USA, wo er mit dem Evangelisten D.L. Moody zusammentraf. 1889 folgten weitere Reisen nach Schweden, Norwegen und Dänemark, 1890 auch nach Australien. 1893 sprach er auch bei der Studentenkonferenz in Frankfurt / Main, wo ihn auch der bekannte Tübinger Theologe Karl Heim hörte. Heim berichtet in seiner Autobiographie davon, u.a. auch, wie die kritisch geprägten Studenten Taylor fragten: „Wie können Sie an jedes Wort der Bibel glauben?“ – Taylor antwortete: „Wenn Sie morgen wieder von Frankfurt abreisen wollen, so schlagen Sie das Kursbuch auf und sehen nach, wann der Zug abgeht. Und wenn da steht, um sieben Uhr morgens fährt der erste Zug, so stellen Sie weiter keine Untersuchungen an über die Zuverlässigkeit des Kursbuchs, sondern gehen morgens sieben Uhr auf den Bahnhof und finden dort den angegebenen Zug. Genauso, wie Sie es mit dem Kursbuch machen, habe ich es seit fünfzig Jahren mit der Bibel und ihren Geboten gemacht, und ich habe ihre Weisungen in einem langen Leben auch unter hunderten von Todesgefahren immer richtig gefunden. Wenn zum Beispiel in der Bibel steht: ´Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch alles übrige zufallen´ so habe ich mich danach gerichtet, und bin dabei in allen kritischen Lebenslagen nie enttäuscht worden. Handeln Sie ebenso, und Sie werden dieselbe Erfahrung machen!“
Das Werk der Mission wuchs weiter und Hudson Taylor hatte bis 1902 die Leitung inne. Im Februar 1905 unternahm er eine letzte Reise nach China, auf der er am 3. Juni 1905 in Hunan starb. – Zu dieser Zeit waren etwa 850 Missionare der von ihm gegründeten China Inland Mission in China tätig.

Buchempfehlungen:
John C. Pollock: Hudson Taylor – Pionier im verbotenen Land
Giessen: Brunnen Verlag, 1983.
Howard und Geraldine Taylor: Das geistliche Geheimnis Hudson Taylors
Bad Liebenzell: Verlag der Liebenzeller Mission, 1984.

Auf Youtube fand ich noch folgende Episode: „Hudson Taylor und seine letzte Münze“

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