Schlagwort-Archive: Jim Elliot

Jim Elliot

Jim Elliot (1927 – 1956) war einer der fünf Auca-Missionare, die 1956 bei dem Versuch einen ersten, direkten Kontakt mit den Aucas (Waorani) aufzunehmen, ermordet wurden. (Die Ethnie wurde aufgrund ihrer Gewalttätigkeit von Ketschua-Indianern als „Auca“ bezeichnet; die Selbstbezeichnung der Ethnie ist jedoch „Waorani“ – diesen Begriff werde ich im weiteren Verlauf gebrauchen, auch wenn in der Literatur noch oft die Rede von den „Aucas“ ist).

Geboren und aufgewachsen ist Jim Elliot in Portland (USA). Sein Vater war Evangelist, seine Mutter Chiropraktikerin. Bereits im Alter von 6 Jahren lernte er Jesus Christus als seinen Retter kennen.
Nach Abschluss der polytechnischen Oberschule ging er zum Studium an das Wheaton-College (1945-49). Finanziell hätte er sich das Studium eigentlich nicht leisten können, aber Jim war überzeugt, dass Gott ihn dorthin geführt hatte und die nötigen Mittel kamen zusammen, teilweise durch einen Freund, teilweise durch ein Stipendium und eine Halbtagsstelle. Elliot hatte sein Studium mit einem klaren Ziel angetreten: Er hatte sein Leben Gott ganz übergeben und wollte ihm mit seinem Leben dienen.
Im Sommer 1947 fuhr er per Anhalter nach Mexiko, zusammen mit einem Freund, dessen Eltern dort als Missionare lebten. In dieser Zeit wurde ihm klar, dass Gott ihn zu einem Dienst in Lateinamerika berufen hatte. Ende 1948 nahm er an der Internationalen Studentischen Missionskonferenz an der Universität von Illinois teil. Dort wurde ihm deutlich, dass er unter den Indianern im südamerikanischen Urwald arbeiten soll.
Seine Tagebuchaufzeichnungen machen deutlich, dass er sich schon während seiner Studienzeit mit einer völligen Hingabe und einem möglichen Tod für Christus auseinandersetzte. 1948 schrieb er in sein Tagebuch: „Der ist kein Tor, der hingibt, was er nicht behalten kann, auf dass er gewinne, was er nicht verlieren kann“. – Und: „Vater, wenn Du mich nach Südamerika gehen lassen willst, um dort für Dich zu wirken und zu sterben, dann bitte ich Dich, lass mich bald gehen. Doch nicht mein Wille.“
Nach Abschluss des Colleges folgte eine Zeit in der Jim Elliot in verschiedenen Gemeinden mitarbeitete und teilweise auch als Aushilfslehrer beschäftigt war. Gleichzeitig führte er einen ausführlichen Briefwechsel mit zwei Missionaren, u.a. mit Wilfried Tidmarsh der einen Nachfolger für seine Arbeit unter den Ketschua-Indianern in Ecuador suchte. 1950 belegte er an der Universität von Oklahoma einen Kurs über das Studium schriftloser Sprachen (Linguistik). Dort kam er in Kontakt mit einem Missionar, der früher unter den Ketschuas gearbeitet hatte. Durch diesen Missionar hörte er auch zum ersten Mal von den Waorani – und sein Herz fing sofort Feuer von der Idee, diesen Stamm mit dem Evangelium zu erreichen.
1952 war es dann soweit und Jim reiste mit dem Schiff nach Ecuador, wo er im Gebiet der Ketschuas die verwaiste Missionsstation Shandira übernahm. In Shandira widmete er sich der Arbeit unter den Ketchuas und dem Aufbau der Station. Diese wurde jedoch ein Jahr später durch heftige Regenfälle und das Ansteigen des Flusses völlig zerstört. Wenige Monate danach heiratete er seine Frau Elisabeth, die er während seiner Studienzeit in Wheaton kennengelernt hatte. Auf Einladung der Ketchua begannen sie nach der Hochzeit in Puyupungu eine neue Station zu mit Schule für die Indianerkinder zu eröffnen, während seine Kollegen Shandia wieder neu aufbauten. Im September 1955 erhielt er die Nachricht, dass die Missionspiloten endlich einige Waorani-Häuser entdeckt hatten. Es kam zu mehreren indirekten Kontakten mit den Waorani, bei denen Geschenke mit dem Flugzeug abgeworfen wurden. Wenige Kilometer von der Waorani-Siedlung entfernt fanden sie am Strand des Curaray-Flusses eine Landemöglichkeit für das Flugzeug. Am 3. Januar landeten sie dort, errichteten eine Baumhütte und warteten auf eine Begegnung mit den Waorani. Sie waren zu fünft: Jim Elliot, Pete Fleming, Ed McCully, Nate Saint und Roger Youderian. Am 8. Januar kamen die Waorani und griffen die Missionare an. Obwohl diese bewaffnet waren, machten sie davon keinen Gebrauch und ließen sich töten. Die Waorani sprachen später oft davon und konnten es nicht begreifen. Außerdem ereignete sich nach dem Tod der Männer ein merkwürdiges Phänomen: ein Singen und Leuten am Himmel. Dies überzeugte die Waorani, dass die Missionare friedlich und gut gewesen waren, und dass ihr Tod ein gewaltiges übernatürliches Ereignis hervorgerufen hatte.
Zwei Jahre später kehrten Elisabeth Elliot und Rachel Saint (die Schwester des Piloten Nate Saint) zurück um die Arbeit der Männer fortzusetzen und die Waorani öffneten sich für das Evangelium. Es gibt ein Foto das einen der Waorani, die Jim und seine Freunde getötet haben, dabei zeigt, wie er Jims Tochter Valerie an der Hand führt.

„In meinem Inneren weiß ich, dass meine Hoffnungen und Pläne keine bessere Lenkung und Erfüllung hätten finden können, als Er sie mir gegeben hat. Möge es uns allen so ergehen, mögen wir erfahren, wie wahr das Wort ist: <Er wird uns leiten bis an den Tod>“

Literaturempfehlungen
Elisabeth Elliot: Im Schatten des Allmächtigen. Bielefeld: Christliche Literatur-Verbreitung, 1993.
Jörg Erb: Missionsgestalten. Lahr-Dinglingen: Verlag der St. Johannis-Druckerei, 1973.

„Jenseits der Herrlichkeit“ ist eine Dokumentation der Ereignisse in der auch Zeitzeugen zu Wort kommen. Der Trailer zur DVD ist auf Youtube zu sehen:

Advertisements