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John Stott: Der christliche Glaube

John Stotts Buch „Der christliche Glaube“ ist eine exzellente Einführung in das Thema, um zu begreifen, worum es beim Christsein wirklich geht.
Bevor Stott jedoch das eigentliche Thema behandelt, widmet er zunächst ein ganzes Kapitel, um über den richtigen Zugang zum christlichen Glauben zu sprechen. Dabei geht er auch auf unsere Haltung gegenüber dem Gott ein, der gesprochen hat. Gott hat zum Menschen geredet, ER hat gehandelt und den Menschen gesucht. Nun sind wir dran, auch wir müssen Gott suchen, und zwar ernsthaft, demütig, aufrichtig und gehorsam. Stott verwies dabei auf einen jungen Mann, der ihm erzählte, er ginge nicht mehr in die Kirche, da er das Glaubensbekenntnis nicht mehr sprechen könne, ohne das Gefühl zu haben, ein Heuchler zu sein; er glaube nicht mehr daran. Stott fragte ihn:

„Wenn ich ihre Probleme zu ihrer vollständigen intellektuellen Zufriedenheit lösen könnte, wären Sie dann bereit, Ihr Leben zu ändern?“ Er lächelte schwach und errötete. Die Antwort war ein klares „Nein“. Sein wirkliches Problem war kein intellektuelles, sondern ein moralisches. (S.22)

Im ersten Teil behandelt der Autor die zentrale Stellung der Person Jesu. Je ein Kapitel ist den Selbstaussagen Jesu, der Persönlichkeit Jesu, sowie seiner Auferstehung gewidmet.
Im zweiten Teil geht es darum, was wir brauchen. In zwei Kapiteln werden die Tatsache und das Wesen der Sünde, sowie deren Auswirkungen beschrieben.
Der dritte Teil beschreibt, was Jesus Christus getan hat. Ein Kapitel beschreibt Jesu Tod sowie die Schlüsselrolle des Kreuzes. Zum Leiden Jesu schreibt Stott:

„Wir dürfen nicht ignorieren, was das beinhaltet. Es bedeutet, dass wir uns weder durch religiöse Regeln noch durch gutes Verhalten von unserer Seite aus die Erlösung verdienen können. Sehr viele Menschen halten eine Karikatur des Christentums für richtig, die behauptet, dass wir das eben doch können. Sie sehen Religion als ein System menschlicher Verdienste. „Gott hilft denen, die sich selber helfen“, wird gesagt oder zumindest gemeint. Aber das ist völlig unvereinbar mit dem Kreuz von Jesus Christus. Er starb, um unsere Sünden wegzunehmen, und zwar aus dem einfachen Grund, weil wir dazu selbst nicht in der Lage sind. Wenn wir das könnten, wäre sein versöhnender Tod unnötig.“ (S.118)

In einem weiteren Kapitel beschreibt Stott die Rettung durch Jesus Christus. Dabei geht er insbesondere auf die Rolle des Heiligen Geistes sowie auf die Gemeinde ein.
Im vierten und letzten Teil geht es darum, wie wir auf Gottes Rettungsangebot antworten können. Sehr gut finde ich, dass er zunächst ein Kapitel dem „die Kosten überschlagen“ widmet. Es wird deutlich, dass es beim Christsein um Nachfolge und das Bekenntnis zu Jesus Christus geht – mit entsprechenden Konsequenzen. In den letzten beiden Kapiteln geht es um die bewusste Entscheidung zur Nachfolge Jesu sowie um das Leben als Christ.
Fazit: Ein sehr gutes Buch für alle, die wissen wollen, worum es im Kern des Christseins wirklich geht. Aber auch ein herausforderndes Buch, denn der Leser wird nicht im Umklaren gelassen, dass es nicht nur um Informationen, sondern in erster Linie um eine persönliche Antwort geht. – Weil Gott (zuerst) geredet hat!