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Kaffeepads bringen endlich die Gleichstellung – mit dem Tee…

In meiner Kindheit (lang ist´s her…) gab es die Scherzfrage: Wer hat es besser, der Tee oder der Kaffee? Antwort: Der Kaffee, der darf sich setzen – der Tee muss ziehen. 🙂 Okay, diese Scherzfrage ist heute zwar nicht mehr zeitgemäß, weist aber doch auf ein Jahrhunderte altes philosophisches Problem hin…

Nun lehrt uns nicht nur das bekannte Lied von Hannes Wader1, dass nichts bleibt wie es war. Heute, 40 Jahre später, leben wir mitten im Zeitalter von Emanzipation, Gleichstellung und Gender-Mainstreaming. Warum sollte dann ausgerechnet die Schlechterstellung des Tees gegenüber dem Kaffee beibehalten werden? Nun haben vor ein paar Jahren ein paar schlaue Ingenieure eine neuartige Kaffeemaschine entworfen – und im selben Zug eine neue Art, den Kaffee in die Maschine einzufüllen: Das Kaffeepad! Dabei haben sie – rein zufällig, völlig ohne Absicht und unbewusst – zur Gleichstellung des Tees beigetragen und endlich ein Jahrhunderte währendes Problem gelöst. Wunder der Evolution, sie funktioniert noch heute!

Wie bringt das Kaffeepad nun die Gleichstellung? Gleich werde ich´s erklären, vorher aber noch ein wichtiger Hinweis:

Disclaimer: Da es für die folgende Methode weder eine Packungsbeilage gibt, noch Ihr Arzt oder Apotheker Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft geben können wird, möchte ich folgendes klarstellen: Die folgenden Ausführungen stellen weder eine Gebrauchsanweisung noch eine Aufforderung zum Handeln dar! Für eventuelle Schäden, die durch die Nachahmung des folgenden Experiments entstehen sollten (an Leib, Leben, Gesundheit, psychisch, moralisch und psychosomatisch, der Aura, dem geistartigen Doppel oder gar dem SEIC2), übernimmt der Autor weder die Verantwortung noch die Haftung. Ist das klar??? – Durch das Weiterlesen dieses Artikels erklären SIE sich als Leser automatisch mit dem Haftungsausschluss des Autors einverstanden! Sollten SIE damit nicht einverstanden sein, dann stoppen SIE Ihre Lektüre! JETZT!

 Okay, nachdem das geklärt wäre geht´s nun weiter…

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass das Wesen des Kaffeepads dem eines Teebeutels erstaunlich ähnlich ist? Gut, die meisten Teebeutel haben noch eine Schnur mit einem Etikett dran… – aber es gibt z.B. in der Schweiz auch Teebeutel ohne Schnur zu kaufen! (Eigentlich gar nicht so schlecht: man spart das Schnürchen, Papier, das Bedrucken, sowie die Klammern um Teebeutel und Papier an der Schnur zu befestigen. Man müsste mal ausrechnen wieviel sich dabei sparen ließe… Ja, die Schweizer wissen, wie man´s macht!)

Nun, aufgrund der Wesensähnlichkeit zwischen Kaffeepad und Teebeutel hab ich mich gefragt: Was spricht eigentlich dagegen, das Kaffeepad in eine Tasse zu tun, kochendes Wasser drauf zu gießen und 5 Minuten ziehen zu lassen? Abgesehen davon, dass sich dabei in vermehrtem Maße irgendwelche Bitterstoffe im Kaffee lösen (könnten), die nachher meinem Magen zu schaffen machen (könnten), eigentlich nichts! – Also: gesagt, getan!

Aber sehen Sie selbst:

 Vorbereitung des Versuchs:Kaffee_Experiment_1

 Wasser einfüllen: Kaffee_Experiment_2

 Nach 2 Minuten und 30 Sekunden: Kaffee_Experiment_3

 Nach 5 Minuten: Kaffee_Experiment_4

Für mich persönlich ist dieser neuartige Gebrauch der Kaffeepads die ultimative Lösung: Geschmacklich steht er konventionell zubereitetem Kaffee (fast) in nichts nach, die Zubereitung ist zeitgerecht, mit dem allgemeinen Gleichstellungsgesetz vereinbar und politisch korrekt. Außerdem ist es die Alternative, wenn Sie bei jemandem zu Besuch sind, zum Kaffee eingeladen werden und kurzfristig die Kaffeemaschine kaputt geht (wie neulich beim Pfarrer meiner Gemeinde… – Markus, bitte entschuldige dass ich das hier erwähne; leider bin ich damals noch nicht auf diese Idee gekommen… – aber der Pulver-Cappuccino hat auch gut geschmeckt!); Ihr Gastgeber wird sehr erleichtert sein, dass er Ihnen trotzdem einen echten Bohnenkaffee anbieten kann!

 Soweit so gut, wenn da nicht ein Aber bleiben würde… Da ich ein sparsamer Schwabe bin sind´s eigentlich zwei „Aber“ (wir Schwaben sind schon sparsam, aber eben nicht mit dem „Aber“):

1) Die Verwendung von Kaffeepads ist vom ökonomischen Gesichtspunkt aus betrachtet allgemein kostspieliger als die traditionelle Verwendung losen Bohnenkaffees (mit Kaffeefilter – ja, diese komischen fast dreieckigen Tüten, die man früher mal verwendet hat, obwohl es ja heute nach noch Leute geben soll, die da noch etwas rückständig sind…). Das war das schwäbische „Aber“.

2) Die Verwendung von Kaffeepads wirf vom ökologischen Gesichtspunkt aus – sagen wir mal – gewisse Fragen auf: Verbrauch zusätzlicher Ressourcen für das Pad im Vergleich zum traditionellen Kaffeefilter? Zusätzlicher Verbrauch von Ressourcen für die Verkaufsverpackungen von Kaffeepads – insbesondere angesichts des geringeren Inhalts an Kaffee in Gramm gemessen? Meines Erachtens sollten da dringend Studien in Auftrag gegeben werden, um diesen Punkt zu klären; es kann ja nicht sein, dass unser hemmungsloser Kaffeekonsum die Verschwendung von Ressourcen weiter ansteigen lässt! Das könnte durchaus ein Thema sein, das im bevorstehenden Bundestagswahlkampf kostbare Wählerstimmen bringt. Bin mal gespannt, ob eine der Parteien die Relevanz des Themas entdeckt?! Das war das ökologische „Aber“.

 Beim Schreiben dieses Artikels kam mir übrigens noch eine Idee, wie die Gleichstellung zwischen Kaffee und Tee hergestellt werden könnte: Wäre es nicht vielleicht auch eine Möglichkeit, einen Teebeutel in die Kaffeepad-Kaffeemaschine einzulegen? Was würde geschehen? – Vermutlich bräuchte es noch einen entsprechenden Adapter – aufgrund der Form des Teebeutels – aber vielleicht wäre das die ultimative Lösung! Vielleicht probiere ich das demnächst, aber mit Schweizer Teebeuteln, um Komplikationen durch das Schnürchen zu vermeiden…

1 Falls Sie Hannes Wader nicht kennen, dann empfehle ich den Artikel über ihn in der Wikipedia

2Hätten Sie das Buch „Animismus“ von Prof. Dr. Lothar Käser gelesen, dann wüssten Sie nun, was ein geistartiges Doppel und ein SEIC ist… 😉

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