Schlagwort-Archive: Kontextualisierung

Literatur zum Thema Mission

In der Rubrik „Jesus in my life“ –>“Mission“ habe ich heute eine neue Seite hinzugefügt: „Literatur zum Thema Mission„.

Zum Thema „Mission“ gibt es natürlich eine ganze Fülle von Literatur. An dieser Stelle möchte ich auf Bücher, Schriften und Dokumente hinweisen, die sich grundlegend mit der Thematik beschäftigen. Manches davon ist auch zum Download im Internet erhältlich.

Insbesondere Hinweisen möchte ich auf den „Tübinger Pfingstaufruf zur Erneuerung des biblisch-heilsgeschichtlichen Missionsverständnisses (2013)“.

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Interessante Vorträge von T4G: The Unadjusted Gospel

Hatte im Urlaub Zeit und Gelegenheit, die Vorträge von der Together for the Gospel-Konferenz 2010 anzuhören. Die Vorträge standen unter dem Thema „The Unadjusted Gospel“. Die Thematik wurde von unterschiedlichen Referenten und von verschiedenen Seiten beleuchtet. Aus der Fülle der Themen möchte ich nur ein paar erwähnen, die mich besonders angesprochen haben:

  • Al Mohler geht der Frage nach, wie es zu Anpassungen des Evangeliums an den aktuellen Zeitgeist kommt.
  • Thabiti Anyabwile stellt wichtige Fragen bezüglich der Einflußnahme des Evangeliums auf die Kultur.
  • John Piper befaßt sich mit der Frage, ob Jesus dasselbe Evangelium wie Paulus verkündigt hat.
  • Ligon Duncan spricht über die Bedeutung der Schriften der Kirchenväter und fragt, ob diese das biblische Evangelium kannten.

Wer einigermaßen Englisch versteht, dem kann ich die Vorträge sehr empfehlen!

Interkulturelle Kommunikation ist nicht auf die Verwendung einer Fremdsprache beschränkt

Interkulturelle Kommunikation beschränkt sich nicht alleine auf die Verwendung einer Fremdsprache zur Verständigung. Interkulturelle Kommunikation ist wesentlich umfangreicher und komplexer als man landläufig meint. Eine bedeutende Rolle spielen dabei die, in der jeweiligen Kultur vorherrschenden Werteorientierungen. Aber auch sogenannte paralinguistische Aspekte (nonverbale Kommunikation, z.B. Gestik, Mimik, Körperhaltung, Tonfall und Lautstärke etc.), d.h. die Art und Weise, wie etwas gesagt wird, sind von Bedeutung.

Auf dem ICC-Portal gibt es derzeit ein gut gemachtes „Interkulturelles China-Quiz“ mit 10 Fragen, die mit unterschiedlichen Werteorientierungen und paralinguistischen Aspekten zu tun haben.Basicsbooks

Eine ausführliche Einführung in diese Themen finden Sie in meinem Buch „Basics interkultureller Kommunikation“, das sowohl als Printausgabe wie auch als eBook erhältlich ist.

Basics interkultureller Kommunikation

Das Thema „interkulturelle Kommunikation“ begleitet mich in der Praxis schon lange. Vor ein paar Jahren fragte mich dann ein chilenischer Freund, ob ich dazu nicht ein Seminar anbieten könnte. Beim ersten dieser Seminare waren Teilnehmer aus vier Kontinenten und über zehn Nationen dabei; das Gespräch in gemischten Tischgruppen über das Thema war mega-spannend! Zwischenzeitlich habe ich mich noch mehr mit dem Thema beschäftigt und so ist mein neues Buch entstanden: „Basics interkultureller Kommunikation. Bausteine für die Entwicklung interkultureller Kompetenz.“

Ab sofort ist es im Buchhandel oder direkt bei mir (Versand gegen Vorauskasse) erhältlich. Der Ladenpreis für die Printversion (144 S., Pb) beträgt € 11,95  (inkl. MwSt). Demnächst wird auch eine eBook-Version erhältlich sein; diese wird € 9.49 (inkl. MwSt) kosten. Weitere Infos zum Buch (Inhalt, Leseprobe etc.) gibt es auf der Seite www.basics-interkultureller-kommunikation.de – dort werde ich auch weitere interessante Infos zum Thema (weiterführende Literaturhinweise, Artikel im Internet, etc.) veröffentlichen.

Hier die wichtigsten Infos zum Buch (Klappentext etc.):

„Im Zeitalter der Globalisierung und Migration ist interkulturelle Kommunikation nicht mehr länger ein Spezialthema, das nur für wenige Menschen Relevanz hat. Interkulturelle Kommunikation betrifft heute (fast) jeden, selbst wenn er seine Heimat nie verlässt. “Basics interkultureller Kommunikation“ gibt eine allgemeinverständliche Einführung in das Thema. Es hilft dabei Unterschiede zwischen den Kulturen zu verstehen und einzuordnen und zeigt auf, in welcher Weise kulturelle Unterschiede auch den Kommunikationsstil beeinflussen. Das Grundanliegen des Buches ist es, dem Leser Bausteine für die Entwicklung interkultureller Kompetenz mit auf den Weg zu geben, und dadurch zu einer besseren Verständigung zwischen den Kulturen beizutragen.“

„Jürgen H. Schmidt hat seine ersten interkulturellen Erfahrungen in seinem ursprünglichen Beruf als Bankkaufmann sowie auf Auslandsreisen gesammelt. Von 1998 bis 2006 lebte er zusammen mit seiner Familie in Peru. Dort war er, eingebunden in ein internationales Mitarbeiterteam, in der Ausbildung von Indianern des Amazonastieflandes tätig. Er kennt die Herausforderungen interkultureller Kommunikation aus eigener Erfahrung.“

Jürgen H. Schmidt: Basics interkultureller Kommunikation. Bausteine für die Entwicklung interkultureller Kompetenz. Norderstedt: Books on Demand, 2012.  ISBN 978-3-8448-1992-2, Paperback, 144 Seiten, Preis: € 11,95 bzw. CHF 17,90 (inkl. MwSt).

Begleiten statt erobern

Es ist immer wieder etwas Schönes, ein gutes Buch geschenkt zu bekommen! – So ging es mir mit dem Buch „Begleiten statt erobern – Missionare als Gäste im nordargentinischen Chaco„, das von Ute & Frank Paul herausgegeben wurde (erschienen im Neufeld Verlag, ISBN 978-3-937896-95-3).

Das Buch ist in zwei Kapitel und einen Anhang eingeteilt. Das erste – große – Kapitel stammt von Ute und Frank Paul und trägt den Titel „Mission ohne Eroberung – Philosophie und Praxis einer alternativen Selbstverständlichkeit im nordargentinischen Chaco.“ In sieben Abschnitten entfalten sie das Thema am Beispiel ihrer Mitarbeit im Mennonitenteam und der Begleitung der Toba/Qom-Kirchen im nordargentinischen Chaco. Tagebuchaufzeichnungen und persönliche Berichte (auch von Teamkollegen oder Indianern) veranschaulichen und vertiefen die behandelten Aspekte.

Das zweite Kapitel stammt von Willis G. Horst und ist überschrieben mit „Anfänge und Entwicklung einer eigenständigen indianischen Kirche – Über die Spiritualität der Toba/Qom-Christen im argentinischen Chaco“. Ausgehend von der traditionellen Spiritualität der Ethnie beschreibt er die Hinwendung zum Evangelium, die Entstehung einer eigenständigen Kirche, sowie Aspekte der neu entstandenen indianischen Theologie.

Im Anhang gibt Orlando Sánchez, ein Toba/Qom-Indianer (er ist Ausbilder, Bibelübersetzer und indianischer Anthropologe) einen „Einblick in die traditionelle Kultur des Toba-Volkes“. Dabei geht er insbesondere auf das soziale Leben, die Sicherung des Lebensunterhaltes, Geburt und Erziehung der Kinder, den Umgang mit Krankheit und Gesundheit, sowie auf das geistliche Leben ein.Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit Urwaldindianern in Peru, sowie meiner Zusammenarbeit mit dem peruanischen Indianerkirchen-Dachverband FAIENAP, habe ich das Buch natürlich mit besonderem Interesse und aus einem bestimmten Blickwinkel gelesen. Sehr vieles kam mir bekannt vor und kann ich aufgrund eigener Erfahrungen nur bestätigen. Beim Umgang bzw. der Bewertung der traditionellen Spiritualität bildete sich gelegentlich auch mal ein Fragezeichen auf meiner Stirn. In seiner Zusammenfassung, am Ende seines Kapitels, faßte Willis G. Horst dann mutig in Worte, was ich mitunter empfand:

 „Die von mir beschriebene indianische Spiritualität ist ein Beispiel für die >vermischte Einheit<, die entsteht, wenn einem neu gefundenen Glauben an Jesus die Freiheit gewährt wird, sich in Formen auszuleben, die zu der vorfindlichen Kultur passen. Wir bezeichnen deshalb das Ergebnis dieser Mischung als einen >heilsamen Synkretismus<, weil die nordargentinischen Indianer sich intensiv darum bemühen, sowohl Jesus als auch sich selbst als Toba/Qom treu zu sein. Dieses Bemühen ist beispielhaft, auch wenn es Außenstehende nicht überzeugen mag.“ (S. 165f)

Er beschreibt dabei gut den Spannungsbogen, der bei der Kontextualisierung bzw. Einheimischwerdung des Evangeliums beschritten wird. Nach meiner eigenen Beobachtung läßt sich m.E. der Synkretismus sowieso nicht vermeiden, wenn das Evangelium neu in eine Kultur hinein kommt; die Frage ist lediglich, wie man damit umgeht. Dies kommt auch sehr klar in diesem Buch zum Ausdruck; ich finde schön, wie ein indianischer Leiter dies ausdrückt:

„Wir wollen, dass unsere Kultur >geläutert< wird, das heißt, einem Prozess unterworfen wird, der hilft, das für unser Überleben Wesentliche auszuwählen. Dazu brauchen wir die Bibel als Richtschnur.“ (S.163).

Diese Aussage ist gleichzeitig auch eine wichtige Anfrage an unsere eigene, westliche Kultur. – Denn lange Zeit setzte man die westliche Kultur mit einer „christlichen Kultur“ gleich. Die Konsequenz davon war, dass Menschen aus anderen, nicht-westlichen Kulturkreisen, ihre eigene Kultur ablegen und die westliche „zivilisierte“ Kultur annehmen mussten, um (gute) Christen werden zu können. Aber: auch in unserer westlichen Kultur gibt es viele Aspekte, die dem Evangelium widersprechen, und auch in unserem westlich geprägten Christentum gibt es viele synkretistische Tendenzen, für die wir meist ziemlich blind sind. – Interessanterweise können uns Südamerikaner, speziell auch Indianer (!), dabei helfen unsere eigenen blinden Flecken zu erkennen!

Fazit: Das Buch ist absolut lesenswert und leitet zu einer guten Reflexion über die Kontextualisierung des Evangeliums, sowie die Art und Weise an, wie Missionsarbeit geschieht.

Die Botschaft angemessen und relevant weitergeben – aber wie?

Bin zur Zeit in Korntal an der AWM (Akademie für Weltmission). Habe im Rahmen eines Masterstudiums den Kurs „Biblische Kontextualierung“ belegt. Dabei geht es im Wesentlichen darum, wie wir das Evangelium auf angemessene Weise weitergeben können, so dass es einerseits schriftgemäß und bibeltreu, andererseits aber relevant und verständlich für die jeweilige Zielkultur ist. – Ein heißes Thema, das in der Christenheit – und insbesondere unter Theologen und Missionaren – immer wieder heftig diskutiert wird.Auf Youtube gibt es eine Reihe von Videoclips, die mit diesem Thema zusammenhängen:

http://www.youtube-nocookie.com/v/GnYM78ptfD4?fs=1&hl=de_DE

Dieser Ansatz klingt eigentlich ganz schön – und auch relativ einfach. Leider ist es nicht ganz so einfach, wie es hier dargestellt wird. Wäre ja auch zu schön… – Denn oft sind „kulturelle Formen“ nicht einfach nur „Gefäße“, die man zum Transport neuer Inhalte verwenden könnte. In vielen Fällen ist die Ausdrucksform, die eine Kultur verwendet, eng mit gewissen Inhalten (z.B. der traditionellen Religion) verbunden und kann nicht einfach so davon getrennt werden.
Das im Film gezeigte Ritual der Kokosnuß steht in enger Beziehung zum Hinduismus. Dadurch ist es zu eng mit diesem Kontext verknüpft und kann nicht einfach so als Form übernommen werden, um eine neue – christliche – Botschaft zu vermitteln, denn die Form als solche enthält zuviel hinduistisches Gedankengut.In unserer westlichen Welt haben wir ja zahllose Bibelübersetzungen. Aber wie bringen wir die Leute dazu, die Bibel auch zu lesen? Gerade in einer immer stärker technisierten Gesellschaft ist das ja gar nicht so einfach, denn traditionelles Lesen von „echten Papierbüchern“ ist ja inzwischen recht langweilig geworden. Vielleicht könnte die iBible da Abhilfe schaffen? 😉

http://www.youtube-nocookie.com/v/NBRjGUg95EY?fs=1&hl=de_DE

Ein echt interessanter Ansatz für unsere heutige, westliche Welt ist „The Big Story“:

http://www.youtube-nocookie.com/v/kCVcSiUUMhY?fs=1&hl=de_DE

Hier Teil 2:

http://www.youtube-nocookie.com/v/p4V60n6KiB8?fs=1&hl=de_DE

Der folgende Ansatz hat echt was für sich, der bringt bestimmt den Durchbruch – auch für Deine Gemeinde. Denn der Sonntag kommt…  Bestimmt! Oder…?  😉

http://www.youtube-nocookie.com/v/ys4Nx0rNlAM?fs=1&hl=de_DE

Eine sehr gute deutschsprachige Einführung in das Thema gibt das Buch „Kultur und Evangelium: Schritte einer kritischen Kontextualisierung“ von Paul G Hiebert

http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=juergendschun-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3921113784&fc1=000000&IS2=1&lt1=_blank&m=amazon&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr

Weitere Literatur zum Thema ist hier zu finden.