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Lebensmitte und Vollbart

Heute ist ein denkwürdiger Tag: ich werde 43, die Hälfte von 86. Rein statistisch gesehen habe ich nun wirklich die Lebensmitte erreicht, denn ich wüßte nicht, dass einer meiner direkten Vorfahren wesentlich älter geworden ist (wenn man mal von Noah absieht, der mit 950 Jahren doch ein recht stolzes Alter erreichte…).
Vor drei Jahren kam ich ja ins „Schwabenalter“. Ich wartete darauf, dass es einen Schlag tun würde und ich nun von einem Moment auf den anderen Weise wäre. Nun, es tat keinen Schlag… Das Einzige, was ich merke ist, dass ich immer noch chaotisch veranlagt bin. Zumindest fällt es mir (manchmal) etwas leichter, das zu akzeptieren. Vielleicht sind dies ja erste Anzeichen von Weisheit???
Nun, ab 40 tritt man ja wirklich in die Lebensmitte ein. Nach Guardini („Die Lebensalter“) ist man ja bis ungefähr 45 in der Phase des „mündigen Menschen“. Die Idealismuskrise hat man hinter sich, manche Realitäten haben einen eingeholt und man merkt, dass einem keine unbegrenzten Optionen mehr offenstehen. Bald steht aber die nächste Krise an: man erlebt körperliche, seelische und geistige Grenzen. Na, die Aussichten sind ja sehr erfreulich! Wenigstens führt einem diese Krise zur nächsten Phase, der des „reifen Menschen“.
Es ist schon so eine Sache, mit den anstehenden Veränderungen fertig zu werden. Kurz nach meiner Hochzeit kam ich (unfreiwillig) zu einem Vollbart, den ich dann über 10 Jahre lang nicht mehr los wurde. Als er dann immer mehr ergraute, mußte ich scharf zwischen zwei Krisenszenarien abwägen: Ehekrise (Bart ab), oder Identitätskrise (Bart behalten). Nun, die Aussicht mir einen Hut aufzusetzen und dann (erst Ende 30) fast wie Roger Whittaker auszusehen, war für mich doch etwas zu schockierend! (Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe nichts gegen Roger Whittaker und finde ihn auch ganz sympathisch, fühle mich aber noch zu jung für sein Outfit). Also habe ich das erste Krisenszenario gewählt. Die beste Ehefrau von allen hat aber super reagiert: es gab keine Ehekrise! – Hat mich natürlich immens entlastet; ich durfte wieder jung aussehen! Inzwischen würde ich mir gerne wieder einen Vollbart wachsen lassen (simplify your life…), fühle mich aber immer noch zu jung. Heute dachte ich: wenn ich 50 werde, dann wage ich es. 50 ist ja so eine magische Grenze, ab der man sich doch langsam (fast) zu den Senioren zählen darf. Hab ja noch 7 Jahre Zeit, mich darauf vorzubereiten. Vielleicht kaufe ich mir dann auch einen Hut, so wie … – na, Ihr wißt schon!
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Schwaben…

Obwohl ich nur 3km von der badischen Grenze entfernt wohne, definiere ich mich kulturell eindeutig als Schwabe. Okay, ich gebe ja zu, dass nach meiner Herzenssprache Schwäbisch und meiner zweiten Herzenssprache Spanisch, das Hochdeutsch erst an dritter Stelle (knapp vor Englisch) steht… – Umso mehr freut es mich, dass es die Bibel seit vergangenem Jahr auch in schwäbischer Übersetzung gibt. Gott sei´s gedankt, dass er Pfarrer Rudolf Paul inspiriert und motiviert hat, ein Vierteljahrhundert in die Übersetzungsarbeit zu investieren! So kann ich nun endlich meinen indianischen Freunden berichten, dass es die Bibel nun auch in meiner Stammessprache gibt!
Auf Youtube gibt es inzwischen ja auch so eine schwäbische Ecke. Unter den Schwabenhymnen ist die Version von Rock und Rollinger mein absoluter Favorit, kapp gefolgt von der Version von FÜNF, die auch des schwäbischen Unkundige gut verstehen können. Interessanterweise wird in beiden Hymnen auf die Qualität der Autoproduktion im Schwobaländle hingewiesen. Ich würde auch gerne ´nen Daimler fahren, so, wie der Wolle Kriwanek. Leider kann ich mir diesen nicht leisten, obwohl ich sparsam bin… 😉