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Was ist das Wesen guter Theologie?

Derzeit höre ich die Vortragsreihe „Theological Foundations of the Reformation“ von Dr. Derek W.H. Thomas. Am Ende von „Introduction to Theology – 01“ und Beginn des zweiten Teils spricht er über das Wesen (die Essenz) guter Theologie. Ich finde seine Ausführungen sehr nachdenkenswert und möchte daher seine Hauptaussagen hier kurz zusammenfassen:

Eine gute Theologie dient grundsätzlich den beiden Zielen

  • Gott zu loben und zu verherrlichen und
  • Gott zu dienen.

Eine gute Theologie sollte die folgenden sieben Merkmale aufweisen:

  1.  Sie muß akkurat sein, d.h. gesunde Lehre zum Inhalt haben.
  2. Sie muß Gott zum Zentrum haben (Gott-zentriert sein), d.h. Gottes Souveränität, seine Majestät und seine Kontrolle über alles muß im Zentrum stehen.
  3. Sie ist doxologisch, d.h. sie gibt Gott die Ehre für alle seine Leistungen in der Schöpfung, Vorsehung und Gnade.
  4. Sie ist eschatologisch, d.h. sie ist zukunftsorientiert und vermittelt Hoffnung, denn Gott hat uns erwählt, errettet und bringt uns ans Ziel.
  5. Sie ist christologisch, d.h. Christus-zentriert, und zwar in zweierlei Weise: 1) Sie weist auf Christus hin, der unser Mittler (zwischen Gott und Mensch), Prophet, Priester und König ist; 2) sie ruft uns dazu auf Christus zu folgen, indem wir uns selbst verleugnen und täglich das Kreuz auf uns nehmen.
  6. Sie ist ekklesiastisch, d.h. Gemeindezentriert (die Gemeinde hat Bedeutung!), denn wir sind zusammen auf dem Weg der Nachfolge Jesu.
  7. Sie ist motivierend. Theologie ist kein Selbstzweck, sie dient dazu uns Christus ähnlicher zu machen, ihre Absicht ist zu heiligen, geistliches Wachstum zu fördern.
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Die große Anpassung

Habe – nach erster Lektüre vor ca. 10 Jahren – mal wieder das Buch „Die große Anpassung – Der Zeitgeist und die Evangelikalen“ von Francis Schaeffer gelesen. Es war Schaeffers letztes Buch, das 1984, im Jahres seines Todes, publiziert wurde. Wieder einmal war ich von der Klarheit und Schärfe, die Schaeffers Analysen in allen seinen Büchern kennzeichnen, sowie seinem Ringen um Wahrheit und Liebe sehr beeindruckt. Auch heute – 27 Jahre nach der Erstveröffentlichung – hat dieses Buch absolut nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil, „The Great Evangelical Disaster“ – „Die große Evangelikale Katastrophe“, wie der englische Originaltitel des Buches lautet, wird nicht kleiner – sie weitet sich zunehmend aus (siehe auch meinen Artikel „Quo vadis Evangelikale Bewegung?“). Um so wichtiger wäre es, nochmals genau auf Schaeffers Botschaft und Vermächtnis an die Evangelikalen zu hören. Auch wenn sie heute noch weniger „politisch korrekt“ ist und vielen vermutlich noch weniger schmecken wird…

Ist das alles wahr, mit Ostern und so…?

Gestern, an Karfreitag, gedachten wir Jesu Tod am Kreuz. Morgen, am Ostersonntag, feiern wir seine Auferstehung. Doch, ist das alles wahr, mit Ostern und so…? Mit beständiger Regelmäßigkeit erscheinen in diesen Tagen wieder Artikel in Zeitschriften und im Internet, welche die Historizität von Kreuzigung und Auferstehung in Frage stellen. Man wisse letztlich nicht, ob die Überlieferung wahr sei, es sei halt alles „Glaubenssache“. – Leider zeugen diese Art von Aussagen davon, wie erschreckend schlecht die Leute heutzutage informiert sind. Und, was mich immer wieder noch mehr erschreckt ist, dass man oft nicht mehr bereit ist, sich über die Fakten zu informieren. Die Historizität Jesu und der Kreuzigung wird auch von verschiedenen außerbiblischen Quellen belegt. So schreibt der römische Geschichtsschreiber Tacitus (um 58 – um 120 n.Chr.), der beileibe kein Freund der Christen war, über den Brand von Rom u.a. folgendes:

„…gab Nero denen, die, durch Schandtaten verhaßt, das Volk Christen nannte, die Schuld und belegte sie mit den ausgesuchtesten Strafen. Der, von welchem dieser Name ausgegangen, Christus, war, als Tiberius regierte, vom Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden…“
Denjenigen, die sich doch etwas näher mit den Fakten beschäftigen möchten, seien hier – stellvertretend für viele gute Publikationen – drei Bücher empfohlen:
„Der verheissene Erlöser: Messianische Prophetie, ihre Erfüllung und ihre historische Echtheit“ von Dr. Roger Liebi. Der Verfasser behandelt darin 330 erstaunlich genaue und äußerst differenzierte Prophezeiungen des Alten Testaments sowie deren Erfüllung in Jesus von Nazareth. Dabei werden auch weitere – außerbiblische Quellen – herangezogen, welche die Fakten stützen.

„Ist die Bibel Wahrheit?: Indizien und Bestätigungen für die Glaubwürdigkeit der Bibel“ von William MacDonald. Der Verfasser verdeutlicht darin wohlbegründet und leicht nachvollziehbar, weshalb die Bibel absolut vertrauenswürdig und vollkommen wahr ist.

Die Bücher von Dr. Roger Liebi und William MacDonald sind relativ kompakt (Taschenbücher, je um die 100 Seiten) und konzentrieren sich auf das Wesentliche. Wer theologisch etwas tiefer einsteigen möchte, dem sei die „Einleitung in die Schriften des Neuen Testaments“ von Dr. Erich Mauerhofer empfohlen.
Ich wünsche allen ein frohes Osterfest, denn: Der HERR ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!

Wahrheit – Warum Wahrheit bedeutsam ist

Vom 16. – 25. Oktober fand in Kapstadt der dritte Lausanner Kongress für Weltevangelisation statt. Dabei kamen rund 4.000 Delegierte aus knapp 200 Ländern zusammen. Das Schöne ist, dass man viele der Vorträge (in englischer Sprache) als Videos im Internet anschauen kann.
Im Themenbereich Wahrheit & Pluralismus gibt es einen einführenden Vortrag von Os Guiness: Wahrheit – Warum Wahrheit bedeutsam ist. In knapp 14 Minuten bringt er die Dinge auf den Punkt. In seinem Vortrag nennt er sechs Gründe, warum Wahrheit höchst bedeutsam für uns ist – und warum diejenigen Christen, die sich nicht um die Wahrheit kümmern, so falsch, töricht und gefährlich, wie die schlimmsten Skeptiker und Spötter unserer Zeit sind:

  1. Nur eine hoch angesehene Wahrheit ehrt den Gott der Wahrheit.
  2. Nur eine hoch angesehene Wahrheit reflektiert, wie wir dazu kommen, Gott zu kennen und zu lieben.
  3. Nur eine hoch angesehene Wahrheit befähigt unsere besten menschlichen Unternehmungen.
  4. Nur eine hoch angesehene Wahrheit kann unsere Verkündigung und Verteidigung des Glaubens untermauern.
  5. Nur eine hoch angesehene Wahrheit ist ausreichend für die Bekämpfung des Bösen und der Heuchelei.
  6. Nur eine hoch angesehene Wahrheit wird zu unserem Wachstum und unserer Umwandlung – in Christus – beitragen.

Ein lohnens- und nachdenkenswerter Vortrag; hier geht´s direkt zur entsprechenden Seite von Cape Town 2010.